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ARD bedauert Bundesliga-Entscheidung

ARD bedauert Bundesliga-Entscheidung

Das Bundeskartellamt hat am 13. Januar die neuen Vermarktungspläne der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei Vergabe der Bundesliga-Medienrechte für die Spielzeit 2013/2014 bis 2016/2017 genehmigt. Damit wird mehr Konkurrenz im Free-TV möglich. Die ARD bedauert diese Entscheidung.

Der DFL-Vorschlag sieht zwei Modelle vor: Das bisher geltende Szenario der Free-TV Verwertung ab 18.30 Uhr. Und ein Szenario, bei dem die ersten Bilder der Spiele zunächst über Web-TV im Internet oder über mobile Endgeräte verbreitet werden. Damit wären im frei empfangbaren Fernsehen die Bundesliga-Bilder erst ab 21.45 Uhr zu sehen, die wichtigsten Spiele sogar noch viel später.

Die ARD-Vorsitzende Monika Piel (Foto) und ARD-Sportintendant Ulrich Wilhelm bedauern, dass sich die ARD ohne Erfolg für die Interessen der Zuschauer im Kartellverfahren eingesetzt hat.

Monika Piel: "Diese Entscheidung ist nicht im Sinne der Zuschauerinnen und Zuschauer. Denn sie birgt die Gefahr, dass die DFL mit einer Erstausstrahlung von Bildern des Bundesliga-Spieltages im Netz einen großen Teil des Publikums ausschließt. Besonders in ländlichen Gebieten ist für viele das Internet kein Ersatz für das Fernsehen, weil dort dem Web-TV häufig die notwendigen Empfangsmöglichkeiten fehlen."

Ulrich Wilhelm: "Ich setze auf die Vernunft der Vereine und der DFL, bei der Vergabe darauf zu achten, dass der Bundesliga-Fußball auch weiterhin eine Verbreitung erfährt, die seiner gesellschaftlichen Bedeutung und Verantwortung gerecht wird."

Das Bundeskartellamt hat den Ligaverband und die DFL zur Beachtung umfangreicher Kriterien bei der Vergabe der Medienrechte an den Spielen der Bundesliga und 2. Bundesliga ab der Saison 2013/2014 verpflichtet. Auf dieser Grundlage sieht das Bundeskartellamt keinen Anlass zum Einschreiten gegen die Zentralvermarktung. Um kartellrechtliche Bedenken der Behörde auszuräumen, hatten Ligaverband und DFL verschiedene Selbstverpflichtungen angeboten. Das Bundeskartellamt hat diese nun für rechtsverbindlich erklärt, um ein faires, diskriminierungsfreies und transparentes Vergabeverfahren sicherzustellen.

Andreas Mundt, neuer Präsident des Bundeskartellamts, erklärte: „Die zentrale Vermarktung von Medienrechten schränkt zwar den Wettbewerb zwischen den Vereinen ein. Sie bietet aber auch eine Reihe von Vorteilen und Effizienzen, da stets über die Liga als Ganzes berichtet werden kann und nicht jeder Verein einzeln über die Art und Weise der Berichterstattung über seine Spiele entscheidet. Unsere Entscheidung zielt darauf ab, diese Vorteile zugunsten der potentiellen Käufer der Rechte und damit letzten Endes auch der Verbraucher zu sichern. Das vorgesehene Modell ermöglicht den Medien einen wettbewerblichen Zugriff auf eine Reihe von Liga-Paketen über verschiedene Verbreitungsarten und -wege. Ligaverband und DFL haben sich dem Bundeskartellamt gegenüber verpflichtet, mehrere Pakete für die Live-Übertragung von Spielen sowie für die Highlight-Berichterstattung anzubieten.“

Die Entscheidung über die Vergabe der Bundesliga-Medienrechte für die Spielzeit 2013/2014 bis 2016/2017 soll im Mai des Jahres fallen. (1/12)

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