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# Neues Denken für alte Infrastruktur-Gewohnheiten
- URL: https://mebucom.de/business/cloud-infrastruktur-neues-denken-alte-gewohnheiten/
- Published: 2026-09-17T13:05:08.000Z
- Updated: 2026-09-17T13:05:39.000Z
- Description: LOGIC media solutions zeigte auf der IBC 2026, warum Cloud-Infrastruktur nicht einmal gebaut, sondern laufend neu kalkuliert und angepasst werden sollte.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Business & Markt, IBC 2026, LOGIC media solutions, #wp, #wp-post, #video, #Import 2026-09-30 15:23, Video Reports

Auf der IBC 2026 hat Jens Gnad von LOGIC media solutions dafür plädiert, Softwareinfrastruktur in der Cloud nicht mehr als lineares Projekt mit Start, Meilensteinen und Ende zu planen – gefolgt von einem Servicevertrag, der die Sache abschließt –, sondern als Kreislauf, der sich nach der Inbetriebnahme immer wieder neu justiert. Am AWS-Stand zeigte er, wie das konkret aussehen kann.

Möglich wird dieser Kreislauf, weil sich Cloud-Infrastruktur grundlegend von klassischer Hardware unterscheidet. Klassische Infrastrukturen werden einmal gebaut und laufen danach einige Jahre unverändert – jede spätere Anpassung ist ein eigenes, neues Projekt. Cloud-Infrastruktur dagegen lässt sich nach dem Rollout beliebig oft verändern, ohne dass die Anlage physisch neu entsteht: Dienste austauschen, Instanzen anders dimensionieren, Komponenten ersetzen. Wer Cloud-Infrastruktur also mit einer linearen Denke angeht, verschenkt genau diese Möglichkeit, findet Gnad – das Konzept von LOGIC media solutions macht die kontinuierliche Anpassung stattdessen zum Ausgangspunkt der Planung.

Das propagierte Modell gliedert sich in sieben Schritte – vom ersten Entwurf über Kalkulation, Rollout und laufende Steuerung bis zu Teardown, Analyse und der daraus abgeleiteten Optimierung, mit der der Kreislauf von vorn beginnt. Am stärksten verändert das die Kalkulation der Kosten und die Größe der Infrastruktur selbst.

## Kosten werden Teil des Entwurfs

Kern des Konzepts ist nämlich, dass sich die Kosten einer Infrastruktur nicht erst im Betrieb zeigen, sondern von Anfang an Teil des Entwurfs sind. „Die Frage ist in der Cloud immer: Was kostet das eigentlich – pro Stunde, pro Staffel, pro Monat?", sagt Gnad. Weil sich Cloud-Infrastruktur als Code beschreiben lässt, kann LOGIC media solutions genau das schon vor dem Rollout durchrechnen: welche Dienste, Lizenzen und Drittanbieter in einem Setup stecken und was es am Ende kostet. Nach der Produktion – wenn die Infrastruktur wieder deaktiviert ist, um keine Leerlaufkosten zu verursachen – werden die tatsächlichen Ausgaben gegen dieses Budget gehalten.

![Diagramm des Infrastruktur-Kreislaufs von LOGIC media solutions: vom Entwurf bis zum Teardown](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-17-um-14.54.34.jpg)

Der Kreislauf reicht vom Infrastructure-as-Code-Entwurf über die Kostenkalkulation bis zum Teardown nach der Produktion.

Diese Nachvollziehbarkeit ist längst nicht nur ein Anliegen von LOGIC media solutions und war auch in anderen IBC-Gesprächen häufig Thema: Wer heute Produktionen mit token basierten Cloud-Tools kalkuliert, muss belastbare Zahlen liefern können, statt sie grob zu schätzen – etwa wenn Ausschreibungen konkrete Angebote verlangen.

## Right-Sizing statt Parallelbetrieb

Die zweite Konsequenz des Kreislaufmodells betrifft die Dimensionierung. „Früher hieß es: Diese Produktionsform brauche ich einmal, aber vielleicht noch zwei- oder dreimal – dann hat man sie eben mehrfach nebeneinander bestellt und fest installiert“, beschreibt Gnad die bisherige Praxis. Weil sich Cloud-Infrastruktur mit jedem Durchlauf des Kreislaufs neu entwerfen lässt, kann sie laufend auf den tatsächlichen Bedarf zugeschnitten werden: größer, wenn mehr gebraucht wird, kleiner, sobald sich das wieder ändert. Gnad nennt das Right-Sizing – und versteht es nicht als einmalige Entscheidung, sondern als wiederkehrenden Teil des Kreislaufs.

![AWS-Stand auf der IBC](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/09/DSC02404.jpg)

LOGIC media solutions zeigte auf dem IBC-Stand von AWS, warum Cloud-Infrastruktur nie ein abgeschlossenes Projekt ist, sondern ein Kreislauf.

Wie eng beide Prinzipien zusammenhängen, zeigt sich am Ende jedes Durchlaufs: Stellt der Kostenabgleich fest, dass etwa die eingesetzten EC2-Instanzen zu groß dimensioniert waren, fließt das nicht als nachträgliche Korrektur, sondern als nächste reguläre Version in den Infrastructure-as-Code-Entwurf ein – der Kreislauf schließt sich, noch bevor die Produktion für die kommende Staffel überhaupt beginnt.