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Das Streben nach Effizienz und Flexibilität
Olivier Bovis, Head of Media Solutions bei Sony

Das Streben nach Effizienz und Flexibilität

Olivier Bovis ist schon lange Teil der Broadcast-Community. Seit April verantwortet er bei Sony den Bereich Media Solutions. Grund genug, um mit ihm über die aktuellsten Trends in der Branche zu sprechen und zu erfahren, welche Lösungen Sony für den dynamischen Wandel in der Branche anbieten kann. Ein Interview.

Olivier, Sie sind schon lange in der Broadcast-Branche tätig und jetzt seit neuem als Head of Media Solutions bei Sony Europe BV verantwortlich. Welche Trends bewegt die Branche aus Ihrer Sicht aktuell?

Wir sehen, dass sich unser Kundenstamm, der früher nur aus Fernsehsendern bestand, in letzter Zeit durch OTT-Anbieter und andere erweitert. Das Umfeld ändert sich also ständig und sehr, sehr schnell. Dabei geht es um Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, sich in einem angemessenen Tempo zu bewegen.

Außerdem konnten wir aus der COVID-Zeit viel lernen. Etwa, dass sich die Dinge für die Menschen mental verändern und dass viel mehr Menschen mehr von zu Hause aus arbeiten wollen. Es wurden aber auch Schwachstellen in unserer Branche aufgedeckt und müssen in der Lage sein, auf Krisen dieser Art besser zu reagieren. Das wirft viele Fragen über die bestehende Infrastruktur und Technologie-Roadmaps auf. 

Das Streben nach Effizienz und Flexibilität wird als Folge der beiden oben genannten Elemente immer wichtiger. Dazu gehört auch das dezentrale Arbeiten und Remote-Produktion – ganz unabhängig von der Größe der jeweiligen Medienhäuser. Zudem werden Cloud-Infrastrukturen immer wichtiger und als Resultat dessen, sind auch die Themen Sicherheit und Nachhaltigkeit stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Auch wir als Technologieanbieter müssen hier unseren Beitrag dazu leisten. 

Und der letzte große Trend ist sicherlich das Thema New Work. Es gibt eine neue Art zu arbeiten, eine neue Art der Interaktion mit den Arbeitgebern. Oftmals ist auch eine andere Art von Kultur und Wissensbasis erforderlich. Je mehr wir in den IT-Bereich gehen, desto mehr IT-Kenntnisse sind erforderlich. Wenn man als Dienstleister normalerweise Leute vor Ort schickt, um ein Fußballspiel zu produzieren - früher waren es eher Videotechniker, die sich um die Verkabelung kümmerten -, sind es jetzt eher Leute mit IT-Kenntnissen. 

Wie äußert sich das auf die Produktentwicklung bei Sony aus?

Wir haben uns drei Leitprinzipien auferlegt, um bei der Entwicklung von Produkten und Services sicherzustellen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Zunächst konzentrieren wir uns auf alles, was dazu beiträgt, einen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Wenn das nicht der Fall ist, werden wir ein Produkt oder Service nicht auf den Markt bringen. Zweitens versuchen wir immer, Arbeitsabläufe und Infrastrukturen so zu optimieren, dass Kunden Kostenvorteile und mehr Flexibilität davontragen. Wir befinden uns in einem sich ständig verändernden Umfeld, und wir müssen sicherstellen, dass diese Effizienzsteigerungen auch tatsächlich umgesetzt werden. Der letzte Punkt, der erst vor kurzem hinzu kam, ist das Thema Nachhaltigkeit im Sinne von langfristig nachhaltig. Man investiert in etwas, das sich weiterentwickeln können muss. Immerhin weiß keiner wirklich, was als nächstes TikTok um die Ecke kommt, und man muss in der Lage sein, seine Infrastruktur so anzupassen, dass sie diese Entwicklung unterstützt.

Das klingt wie eine Überleitung zu Cloud-basierten Technologien?

Genau, das stimmt schon. Wir hatten mit CI Media Cloud, C3 Portal und anderen schon früh Applikationen in der Cloud. Die liefen aber eher unabhängig voneinander. Jetzt haben wir beschlossen, diese Services auf eine einzige gemeinsame Plattform zu stellen und miteinander zu verknüpfen. Kunden sollen die Möglichkeit haben, mit einem einzigen Log-In alle möglichen Applikationen für Ihre Produktion nutzen und verwalten zu können. Diese Plattform nennen wir Creators Cloud. Die Plattform kann entweder in der öffentlichen Cloud oder in der privaten Cloud aufgesetzt werden und unterstützt mit ihrer offenen Architektur in Zukunft auch die Integration von Drittanbieter-Tools. 

Erster Bestandteil der Creators Cloud wird unser Cloud-Gateway, wo Nutzer alle Inhalte sammeln und in die Cloud schicken können. Dort können dann KI-Engines für Gesichtserkennung, Transkription oder Szenenerkennung genutzt werden. Aber auch Metadaten-Management oder Produktions-Tools, die das dezentrale Zusammenarbeiten ermöglichen, sind damit gemeint. Und dann möchten wir auch eine Multi-Format-Übertragung und eine neue virtuelle Switcher-Plattform integrieren. 

Das heißt, Sony setzt mit seiner neuen Plattform voll auf das Thema Cloud?

Nicht zwangsläufig. Gerade seit der Sony-Nevion-Fusion haben wir viel Energie in Netzwerk- und Ressourcen-Orchestrierung investiert, um einen hybriden Betrieb unserer Lösungen zu ermöglichen. Wichtig wird, dass Medienhäuser in Zukunft dezentralisierte Geräte kombinieren können, um Ressourcen nach Bedarf zu teilen. Das ist sowohl im Umgang mit Files als auch im Live-Bereich sehr wichtig. Wie auf der IBC gezeigt, entwickeln wir auch spezielle Medientransport-Tools und -Technologien, damit die Creators Cloud offen ist, Teil einer globalen Hybrid-Infrastruktur zu sein.

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