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Die richtige Balance

Die Firma Riedel bewegt sich in drei Geschäftsfeldern. Neben der Herstellung von Kommunikationstechnik (Intercom- und Funksysteme) und dem Vertrieb von Funktechnik (autorisierten Motorola Vertriebspartner) ist sie insbesondere im Bereich Rental-Services aktiv.

Die Vermiet-Abteilung umfasst komplette Funk- und Intercom-Lösungen, IT-Infrastruktur, Akkreditierungssysteme sowie funk- und lichtwellenleiterbasierte Audio- und Video-Übertragungssysteme. Ergänzend zur reinen Vermietung bietet Riedel umfassenden Service von der Projektplanung bis zur Realisierung vor Ort.

20 Jahre Riedel
Die Firma Riedel wurde 1987 von Thomas Riedel gegründet. Tätigkeitsschwerpunkt war zunächst der Verleih von Beleuchtung- und Beschallungstechnik im Entertainment-Bereich. Anfang der 90er Jahre änderte sich mit dem Erwerb von Funkgeräten der geschäftliche Fokus in Richtung Kommunikationstechnik.
Als Kunden vermehrt eine Verbindung von Funkgeräten mit Zweidraht-/Vierdraht-Intercom-Anlagen suchten, entwickelte und produzierte Riedel mit dem „RiFace“ sein erstes eigenes Produkt. „Das Funkinterface wurde auch vermietet. Unser Vermietgeschäft erhielt dadurch einen weiteren Push“, berichtet Thomas Riedel. Das war 1992. Riedel entschied sich da, das Licht- und Tongeschäft aufzugeben und sich ganz auf die Kommunikationstechnik zu konzentrieren. Zwei Geschäftsbereiche wurden installiert, die fortan immer Hand in Hand arbeiten und voneinander profitieren sollten: der Verleih und die Herstellung von Geräten.
„Wir haben immer das, was wir hergestellt haben, auch vermietet und immer die Impulse aus den Vermietaktivitäten für die Herstellung genutzt“, betont Riedel. „Daraus ergaben sich einerseits viele wichtige Synergien, andererseits aber auch ein gewisses Konfliktpotenzial“, räumt er ein. Als Hersteller müsse man schließlich immer aufpassen, dass man nicht unversehens Wettbewerber zu seinen eigenen Kunden wird. Riedel: „Wichtig ist da, die richtige Balance zu finden und mit den Marktpartnern zu sprechen.“
Riedel versucht den Spagat im Umgang mit seinen Geschäftspartnern zu meistern, indem er sich auf ganz spezielle Nischen fokussiert und Aufgaben in Angriff nimmt, die andere so nicht erfüllen können. Seit Mitte der 90er beackert er hartnäckig die drei Bereiche Funktechnik, Kommunikationstechnik und Fibre Optic. Sein Unternehmen gehört weltweit zu den wenigen, die hier gebündeltes Know-how anbieten können. Dazu kommt, dass das Unternehmen auch in der Lage ist, selbst größte internationale Projekte zu bedienen.
Allein im Sprechfunktechnik-Vermietpark befinden sich heute 25.000 konventionelle wie digitale Funkgeräte. Auch Riedels Fibre Optic Equipment-Lager sucht seinesgleichen. Kein Wunder, dass Riedel bei Großveranstaltungen von Olympischen Spielen über Papstbesuche bis hin zu Weltjugendtagen immer gefragt ist. „Die jüngste Akquisition von Mediornet ist eigentlich nur der konsequente Schritt, auf dem Herstellersektor mit dem nachzuziehen, was wir im Rental-Bereich schon lange machen“, sagt Riedel. Die im August von Riedel übernommene österreichische Firma hat ein Echtzeit-Netzwerk zur Übertragung von Audio, Video, Daten und Steuersignalen über Lichtwellenleiter (LWL) entwickelt.
Riedel plant indes weitere Expansion auch im Bereich der drahtlosen Videoübertragung. Im Verleih von HD- und SD-Drahtlosstrecken ist das Unternehmen hier schon seit drei Jahren aktiv. Es stellt unter anderem die Onboard-Sendesysteme beim Red Bull Air Race und bei Stefan Raabs Stock Car Rennen. „Ich will nicht ausschließen, dass wir irgendwann auch im Wireless-Video-Bereich zum Hersteller werden. Wir lernen durch das Rental-Geschäft, und es gibt schon die ersten eigenen Entwicklungen, die aber zurzeit nur im eigenen Mietpark zu finden sind und noch nicht groß präsentiert werden“, berichtet er.
Riedel beschäftigt heute über 160 Mitarbeiter an sieben Standorten in Asien, Europa und Nordamerika. Rund die Hälfte davon ist im Vermietbereich aktiv. Die Firmenzentrale ist in Wuppertal.

50 Prozent Vermietgeschäft
Der Anteil des Vermietgeschäfts am Gesamtumsatz beträgt bei Riedel zirka 50 Prozent. Riedel: „Das hat sich fast immer die Waage gehalten. Beide Bereiche sind hoch profitabel.“ Das Kommunikationstechnik-Vermietgeschäft, sagt er, funktioniere nur, wenn man wirklich globales Business mache und große Mengen Materialien rund um die Welt schicken könne. Es reiche nicht aus, nur Deutschland oder Europa zu adressieren, weil hier kein ausreichender Bedarf an Equipment existiere.
„Wir verfolgen deshalb eine klare Internationalisierungsstrategie und schauen uns alle Märkte an, auf denen wir noch nicht aufgestellt sind, zum Beispiel in Australien, um dort die gleichen Services anbieten zu können, wie hier. Entweder allein oder mit Partnern“, betont Riedel.
Der Vermietservice des Unternehmens agiert im 24/7-Modus. Zuständige Techniker sind jederzeit telefonisch zu erreichen. „Wir garantieren unseren Kunden, dass sie auch in schwierigen Produktionssituationen immer kurzfristig von uns Unterstützung erhalten“, sagt Riedel.
In seinem Unternehmen lege man größten Wert auf absolute Zuverlässigkeit und die Erfüllung höchster Qualitätsmaßstäbe. „Wir wollen immer einen Tick besser sein als der Kunde von uns erwartet“, meint er. Nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern sei dieses Ziel zu erreichen. Die Vermietung ist bei Riedel hauptsächlich Projektgeschäft. Dry-hire-Rental (ohne Personal) macht etwa 20 Prozent aus. „Unsere Kunden wissen zu schätzen, was es heißt, mit einem qualifizierten Riedel-Funktechniker zusammenzuarbeiten“, meint Riedel. Neben den fest angestellten Technikern kann das Unternehmen auch auf ein internationales Netzwerk aus Freelance-Ingenieuren zugreifen, die für Riedel-Produkte speziell ausgebildet und zertifiziert wurden.
Riedel arbeitet daran, dass sein Unternehmen künftig nicht nur als Hersteller und Lieferant für Großveranstaltungen betrachtet wird. „Viele kennen uns als Lieferant für Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele. Darüber hinaus vergessen sie, dass sie von unserem geballten Know-how natürlich auch in kleineren Standard-Funk- oder Wireless-Video-Produktionen profitieren können“, ergänzt Riedel. (10/07)
Eckhard Eckstein

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