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Gender-Gap bei Filmproduktionen

Gender-Gap bei Filmproduktionen

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat einen neuen Bericht über weibliche Fachkräfte in der europäischen Filmindustrie veröffentlicht. Eine der zentralen Erkenntnisse: Frauen führen nach wie vor nur bei einem von vier Filmen Regie in Europa.

Die Analyse der Europäische Audiovisuelle Informationsstelle umfasst Fachkräfte, die an mindestens einem europäischen Spielfilm in einer der Schlüsselrollen – Regie, Drehbuch, Produktion, Kamera, Komposition oder Darstellende in einer Hauptrolle – mitgearbeitet haben.

Die wesentlichen Erkenntnisse des Berichts für den Zeitraum 2017-2021 sind:

Frauen sind in Schlüsselrollen immer noch in der Minderheit

Frauen sind unter den Fachkräften, die in Schlüsselrollen hinter der Kamera arbeiten, immer noch schwach vertreten. Zwischen 2017 und 2021 stellten Frauen lediglich 25 % aller Regieführenden bei europäischen Spielfilmen. Noch deutlicher war das Geschlechtergefälle laut des Berichts bei Komposition und Kamera, wo Frauen nur 10 % der Beschäftigten ausmachten. Bei Produktion (34 %) und Drehbuch (28 %) wiederum war der Frauenanteil höher. „Vor der Kamera“ scheint das Geschlechterverhältnis ausgewogener zu sein: 39 % aller professionellen Darstellenden mit mindestens einer Hauptrolle in einem Spielfilm waren Frauen.

In allen Kategorien nimmt der Anteil der Frauen an den aktiven Fachkräften langsam zu und hat sich im untersuchten Zeitraum nicht wesentlich verändert. Es sind erhebliche Unterschiede zwischen den europäischen Ländern zu beobachten.

Frauen sind bei Dokumentarfilmen stärker vertreten als bei anderen Filmgenres

Der Anteil weiblicher Fachkräfte an den Filmteams war bei Dokumentarfilmen höher als bei anderen Filmgenres. So waren zum Beispiel 30 % der Regieführenden von Dokumentarfilmen Frauen, während es bei Spielfilmen 21 % und bei Animationsfilmen 19 % waren. Ebenso zeichneten weibliche Fachkräfte für 31 % der Drehbücher bei Dokumentarfilmen gegenüber 26 % bei Spielfilmen und 23 % bei Animationsfilmen verantwortlich.

Frauen wirkten an weniger Filmen mit und arbeiteten häufiger in Teams als Männer

Im Durchschnitt wirkten weibliche Fachkräfte in Filmteams im untersuchten Zeitraum an etwas weniger Spielfilmen mit als ihre männlichen Kollegen. Betrachtet man den Anteil von Frauen und Männern an der Gesamtzahl der Regieführenden jedes Films, so lag der durchschnittliche Anteil von Regisseurinnen pro Film zwischen 2017 und 2021 bei nur 22 %. Diese Zahl ist niedriger als der Frauenanteil unter allen aktiven Regieführenden (25 %).

Betrachtet man die Zusammensetzung von Filmteams, so zeigen die Daten, dass Frauen tendenziell häufiger mit anderen Kolleginnen und Kollegen in derselben Rolle zusammenarbeiteten als Männer. Daher hatten Frauen geringere Chancen, die alleinige im Abspann genannte Fachkraft in einer bestimmten Rolle für einen Film zu sein. Darüber hinaus arbeiteten weibliche Fachkräfte eher in gemischtgeschlechtlichen Teams als Männer.

Nur eine Minderheit an Filmen wurde von weiblich dominierten Teams gedreht

Zwischen 2017 und 2021 wurden nur für 19 % der europäischen Spielfilme Drehbücher von einem mehrheitlich aus Frauen bestehenden Team (das heißt von einer Mehrheit weiblicher Fachkräfte in der Rolle der Drehbuchschreibenden) geschrieben. Im Bereich Produktion war dieser Anteil etwas höher, da 23 % der Spielfilme in der Stichprobe von weiblich geführten Teams produziert wurden.

Der Bericht Female professionals in European film production (2022 edition) kann hier eingesehen werden.

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