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# GoPro in der Krise: Wirtschaftsprüfer zweifeln am Fortbestand
- URL: https://mebucom.de/business/gopro-in-der-krise-wirtschaftspruefer-zweifeln-am-fortbestand/
- Published: 2026-06-04T09:06:28.000Z
- Updated: 2026-06-04T09:13:27.000Z
- Description: GoPros Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers haben eine Going-Concern-Warnung ausgesprochen. Der Actionkamera-Pionier prüft einen Verkauf, baut 23 Prozent der Stellen ab und sucht nach Geschäftsfeldern jenseits der Actioncam.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Business & Markt, GoPro, #wp, #wp-post, #Import 2026-06-22 21:27

GoPro steckt in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Am 1\. Juni 2026 veröffentlichte das Unternehmen eine aktualisierte SEC-Meldung, in der Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers eine sogenannte Going-Concern-Warnung ausspricht – ein formaler Hinweis, dass erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens bestehen. Es ist die deutlichste Warnung, die ein Wirtschaftsprüfer aussprechen kann, ohne eine Insolvenz zu konstatieren.

## Umsatzeinbruch und negative Eigenkapitalquote

Die Zahlen des ersten Quartals 2026 zeigen das Ausmaß der Schieflage. Der Umsatz fiel um 26 Prozent auf 99,1 Millionen US-Dollar. Der Hardware-Umsatz brach um 33 Prozent ein, die ausgelieferten Kameraeinheiten sanken um knapp 31 Prozent. Die Bruttomarge kollabierte von 32,1 auf 4,3 Prozent. Der Nettoverlust weitete sich auf 80,8 Millionen US-Dollar aus.

Besonders alarmierend ist die Bilanzlage: Zum 31\. März 2026 verfügte GoPro über 40,7 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln bei kurzfristigen Schulden von 72 Millionen US-Dollar. Das Eigenkapital rutschte ins Negative – auf minus 1,9 Millionen US-Dollar, nach noch positiven 76,6 Millionen Ende 2025\. Das kumulierte Defizit stieg auf 855,9 Millionen US-Dollar.

## Verkauf des Unternehmens wird geprüft

Der Vorstand hat eine strategische Überprüfung eingeleitet und einen Finanzberater mandatiert. Zu den Optionen gehören laut SEC-Filing ausdrücklich ein möglicher Verkauf oder eine Fusion des Unternehmens.

Parallel prüft GoPro, seine Kameratechnologie und sein geistiges Eigentum in den Bereichen Verteidigung und Luft- und Raumfahrt zu verwerten. Darüber hinaus evaluiert das Unternehmen den Verkauf nicht-kritischer Vermögenswerte.

## Stellenabbau und drohende Kreditverstöße

Im April 2026 kündigte GoPro einen Restrukturierungsplan an, der den Abbau von rund 23 Prozent der weltweiten Belegschaft vorsieht. Die Umsetzung läuft im zweiten Quartal, die Abfindungskosten werden dabei auf 11,5 bis 15 Millionen US-Dollar geschätzt.

Hinzu kommt die Gefahr von Kreditverstößen. GoPro erwartet, zentrale Finanzkennzahlen in seinen Kreditvereinbarungen nicht einhalten zu können. Die Kreditgeber könnten die Going-Concern-Warnung zudem als Vertragsverletzung werten und eine sofortige Rückzahlung verlangen. Das Unternehmen befindet sich laut eigenen Angaben in aktiven Gesprächen mit seinen Gläubigern.

## Vom Actionkamera-Pionier zur Existenzkrise

Der Niedergang ist bemerkenswert für ein Unternehmen, das eine gesamte Produktkategorie definiert hat. GoPros Aktienkurs fiel von einem Hoch von 6,46 US-Dollar im ersten Quartal 2023 auf ein Tief von 0,48 US-Dollar im zweiten Quartal 2025\. Die Abonnentenzahl sank im ersten Quartal 2026 um acht Prozent auf 2,26 Millionen.

Zuletzt versuchte GoPro mit der MISSION 1 Serie einen Neustart. Ob das reicht, um den Abwärtstrend zu stoppen – oder ob es beim Versuch bleibt –, hängt nun maßgeblich vom Ausgang der strategischen Überprüfung ab.