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Gute Auftragslage für Film- und TV in Berlin-Brandenburg

Gute Auftragslage für Film- und TV in Berlin-Brandenburg

Nach dem Ergebnis der am Montag vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young vorgestellten Studie liegt der Film- und Fernsehstandort Berlin-Brandenburg deutschlandweit an der Spitze.

Die Studie „Film- und Fernsehproduktion in Berlin-Brandenburg – Untersuchung des Standorts im regionalen Vergleich“ wurde im Auftrag der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), der Investitionsbank Berlin (IBB), dem Branchennetzwerk media.connect brandenburg und der Medienförderung Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH in Auftrag gegeben, um die Entwicklung im Film- und Fernsehbereich am Standort Berlin-Brandenburg in den letzten zehn Jahren zu evaluieren.

Verglichen mit anderen großen Medienstandorten liegt die Hauptstadtregion mit 3.800 Kino-Produktionsminuten jährlich deutschlandweit an erster Stelle. Die anderen Bundesländer folgen mit deutlichem Abstand. Auch bei einem Gesamtvergleich Kino- und TV-Film rangiert die Hauptstadtregion laut Studie mit 6.832 Minuten an erster Stelle. Hier arbeitende Produzenten bewerten die Hauptstadtregion gleichauf mit München als insgesamt besten Produktionsstandort.

Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister  spricht denn auch von einer „ sich rasant entwickelnden Film- und TV-Wirtschaft auf höchstem internationalem Niveau“. „Wir sehen aber auch, dass gerade  im TV-Bereich trotz vieler Erfolge auch noch Potential liegt“, konstatiert so Wowereit. „Hier werden wir mit den Wirtschaft- und Medienförderprogrammen, Netzwerken und Stadtmarketing weiter Überzeugungsarbeit leisten.“

Potential zeigt sich in den Umsätzen der Film- und TV-Wirtschaft. Trotz hoher Produktionszahlen und dem im Vergleich größtem Wachstum rangiert Berlin-Brandenburg hier hinter Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg/Schleswig-Holstein. Im TV-Bereich weist Berlin-Brandenburg eine gute Entwicklung auf, aber auch hier ist noch Raum nach oben: Bei den Fernsehfilm-Minuten liegt die Hauptstadtregion auf Platz zwei nach Nordrhein-Westfalen. Die Content-Produktion ist eine wesentliche Stärke des Standortes, was Qualität, Quantität und Vielfalt der Formate betrifft. Positiv ist dabei die Veränderung vom klassischen TV-Geschäft hin zu interaktiven und multimedialen Angeboten. Hier hat Berlin als digitale Gründerhauptstadt stark aufgeholt und große Entwicklungsmöglichkeiten.

„Im Fernsehbereich mussten wir in den letzten 10 Jahren auch Rückschläge hinnehmen. Der Wegzug von Sat1 war schmerzlich, hat aber letztlich nicht die befürchtete Negativspirale gebracht“, erklärt Elmar Giglinger (Foto), Geschäftsführer Medienboard Berlin-Brandenburg . „Obwohl die größten deutschen Sender nicht hier am Standort sind, hat Berlin eine zukunftsweisende Stärke in den Wachstumsbereichen Crossmediale Projekte, Video-on-Demand, Interaktives wie Social TV,… Das alles sind Themen, bei denen Berlin als digitale Gründerhochburg und Kreativhauptstadt punktet.“

Film und Fernsehen sind ein wichtiger Wirtschaftszweig für die Hauptstadtregion, der auch andere Wirtschaftszweige mit unterstützt, so das Ergebnis der Studie. Dienstleister, Handwerk, Hotels, Gaststätten, Autovermietungen. Allein die Medienboard-Förderung erzeugt einen Regionaleffekt von 381% (beispielhaft für das Jahr 2012), das heißt, dass im Schnitt jeder Förder-Euro einen rund vierfachen Umsatz in der Region auslöst. Die Brutto-Wertschöpfung in der Film- und TV-Branche betrug zuletzt 703 Mio. Euro (= durch die direkte Beschäftigung von Mitarbeitern, Miete von Studios, Beauftragung von Dienstleistern etc.). Der volkswirtschaftliche Gesamteffekt lässt sich skizzieren, indem man Zulieferer (255 Mio. Euro), Beschäftigte (143 Mio. Euro) und Tourismus-Effekte (134 Mio. Euro) hinzurechnet. Insgesamt beläuft er sich damit über eine Milliarde Euro. Auch die Berlinale, das größte Publikumsfilmfestival der Welt, zählt als Wirtschaftsfaktor: Festivalgäste und Ticketverkäufe bringen Umsatz – außerdem ist das 10-tägige Festival mit 3.800 akkreditierten Journalisten hervorragende Imagewerbung. (3/14) 

 

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