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Wolfgang Schmiegelt

IPTV & Video-Networking aus einer Hand

Mit seinen innovativen Encoder-, Decoder- und Streaming-Management-Systemen gehört Teracue zu den führenden bundesdeutschen Anbietern von Videoübertragungssystemen für IP-basierte Netzwerke. Gegründet wurde Teracue 1991 als reiner Broadcast-Distributor. Damals firmierte das Odelzhauser Unternehmen noch unter dem Namen inPhase.

Als Karl-Heinz Wenisch und Wolfgang Schmiegelt 1991 in Odelzhausen, rund 30 Km westlich von München, die Firma inPhase Fernseh-Studiotechnik gründeten, war die Rundfunktechnik-Welt noch überschaubar, die Digitalisierung der Medien und ihrer Übertragungswege Zukunftsmusik. Man konzentrierte sich deshalb auf den Vertrieb von Broadcast-Produkten, insbesondere auf die von Leitch und Videotek (heute Harris).

Aber schon bald erkannten Wenisch und Schmiegelt die Veränderung in der Medienwelt. Moderne Netzwerke entstanden und boten vollkommen neue Kanäle zur Übermittlung und Bereitstellung von Videoinhalten in professioneller Qualität. Inspiriert durch visionäre Vorstellungen einzelner Kunden, entwickelte inPhase ab 1998 erste erfolgreiche IPTV-Systeme. Das Unternehmen wurde so zu einem der deutschen Pioniere im Marktsegment der Videoübertragung in IP-Netzwerken.

Im Juni 2005 schließlich wurden die beiden Geschäftsbereiche Broadcast und IPTV unter dem Dach der Teracue AG zusammengeführt. Als Distributor innovativer Hersteller von Systemen für Videomesstechnik, Signal-Processing, Monitoring, Analyse und Glasfaserübertragung ist das Unternehmen heute nach wie vor erfolgreich im Broadcast-Markt tätig. Teracue agiert hier als exklusives Vertriebs- und Serviceunternehmen für die Hersteller Phabrix und MiraVid in der D/A/CH-Region und für Bluebell in Deutschland und Österreich. Im Broadcast-Bereich gehören viele öffentlich-rechtliche und private Rundfunkanstalten sowie Firmen aus den Bereichen Studiotechnik und Postproduktion zu den Teracue-Kunden.
Dennoch hat sich das Firmen-Engagement stark in Richtung IPTV verlagert. „Wir haben unseren Fokus verstärkt auf eigene IPTV-Produkte gelegt, mit eigener Hardwareproduktion und eigener Softwareabteilung“, berichtet Schmiegelt. Ziel sei es, Video Networking aus einer Hand anzubieten.
Gut 80 Prozent der im Vertrieb befindlichen Produkte sind heute selbst ent-wickelte und produzierte Systeme. „Wir haben mittlerweile eine Vielzahl eigener Produkte. Das sind insbesondere Decoder, Encoder, Transcoder der unterschiedlichsten Art, von DVB-to-IPTV Gateways bis hin zu DVI/VGA-Screen-Encodern, mit denen man DVI-Signale direkt vom Screen des PCs mit Auflösung bis zu 2K ins Netz streamen kann“, erklärt Schmiegelt.
Der Teracue-Geschäftsführer betont: „Natürlich ist das Broadcast-Geschäft für uns nach wie vor sehr wichtig. Den größeren Markt sehen wir heute allerdings im IPTV-Bereich.“ Der Transport von Video und Audio über Netzwerke habe in den vergangenen Jahren deutlich an Relevanz zugenommen. „Und dem tragen wir mit unseren Produkten Rechnung“, sagt er.

Die von Teracue angebotenen IPTV-Produktkomponenten wurden laut Schmiegelt speziell für die professionelle Systemintegration und für hochqualitative TV-, Video- und DVI-Übertragungen in LAN und Intranet-Netzwerken entwickelt. Mit den Teracue-Systemen lassen sich unter anderem Live-Streaming, Video-on-Demand, Video-Mitschnitte und –Monitoring oder digitales Unternehmensfernsehen realisieren.
Das Teracue IPTV-Produktspektrum beinhaltet darüber hinaus die notwendigen Softwareanwendungen für die Administration und das komplette Management aller Komponenten in Gesamtsystemen. „Unsere Entwicklungen verstehen sich als Systemprodukte und -komponenten: Die einzelnen Produktbausteine lassen sich kombinieren und beliebig skalieren“, betont Schmiegelt. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass die Produkte des Unternehmens nicht primär auf WebTV-Anwendungen zielen, sondern eher auf Übertragungen in geschlossenen Netzwerken. „Wir bewegen uns in einer Zwischen-Nische, wo es um qualitativ hohe Übertragung von MPEG-2 oder H.264 SD oder HD-Streams in Netzwerken geht“, sagt er.
Zum IPTV-Kundenkreis zählen deshalb vor allem Industrieunternehmen, Banken, Universitäten, Kliniken, Schulungs- und Konferenzzentren, Feuerwehr- und Polizeileitstellen, sowie Luft- und Raumfahrtunternehmen, militärische und andere Bundeseinrichtungen. „Wir sind sehr stark im BOS-Bereich unterwegs“, meint Schmiegelt. BOS steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Strategisch wichtiger Markt
„Der industrielle Markt ist für uns strategisch gesehen wichtiger als der Broadcast-Markt, weil hier einfach sehr große Umsatzzuwächse realisiert werden können“, sagt der Teracue-Chef. Allerdings würden auch immer mehr Rundfunkanstalten die Vorzüge der Audio/Video-Übertragung via IP-basierter Netze für sich entdecken. Und Teracue könne hier mit sehr effizienten, kostengünstigen Lösungen dienen.
Das war zum Beispiel der Fall bei der Winterolympiade 2010 in Vancouver. Mit den ENC-200 H.264 Encodern und DEC-200 H.264 Decodern sorgte Teracue dafür, dass die Mitarbeiter von ARD und ZDF ihre Sendesignale über ein IP-Netzwerk auch in ihren Hotels in Vancouver empfangen konnten. Sie wären dort sonst nicht verfügbar gewesen. Auch die ProSiebenSat.1-Gruppe hat unlängst HD-Encoder/-Decoder der DCH-Serie bei Teracue geordert. Die Systeme werden für die interne HD-Netzwerkverteilung im digitalen Unternehmens-TV eingesetzt. Zudem erzeugen sie die Live-Streams zur Aufzeichnung beim IP-basierten Sendemitschnitt.
Weitere Broadcast-Kunden von Teracue sind unter anderem Plazamedia, der WDR und N24. „Wenn es um das Thema hochqualitatives Video-Networking geht, können wir gut mit End-to-end-Lösungen dienen“, sagt Schmiegelt. Die Broadcast-Aktivitäten habe Teracue heute stärker auf das Wesentliche konzentriert. In den Anfangsjahren habe sich das Unternehmen allgemein mit „professioneller Videotechnik" befasst. Heute biete man hingegen „professionelle Videotechnik für professionelles Video- und Broadcast-Networking.“
Der Vertrieb erfolgt über Systemintegratoren sowie über ein fachlich qualifiziertes und von Teracue zertifiziertes Händlernetzwerk.
„Die Bedingungen auf diesem wachstumsstarken Markt, Wettbewerb, Kundenerwartungen und Technologie ändern sich immer schneller. Wir meistern diese Herausforderungen durch individuelle Konzepte und zuverlässige Systembetreuung“, betont der Teracue-Geschäftsführer.
Vertrauensvolle Kundenbeziehungen würden dem Unternehmen dabei besonders am Herzen liegen. Schmiegelt: „Customer Relationship ist für uns nicht nur ein Schlagwort, sondern Kernpunkt unserer Unternehmensphilosophie und bestimmend für alle Geschäftsprozesse.“ (MB 06/10)
Eckhard Eckstein

Foto: Teracue-Geschäftsführer Wolfgang Schmiegelt  @empresss

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