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Kabelbreitbandnetze werden immer schneller

Kabelbreitbandnetze werden immer schneller

Der Zugang zu sehr schnellen Internetzugängen gilt als eines der Kernziele der Digitalen Agenda der Europäischen Kommission. Solon Management Consulting untersucht in der Studie "Broadband on Demand: Cable's 2020 Vision" den Beitrag der europäischen Kabelnetzbetreiber zur Realisierung der Digitalen Agenda.

Bereits 50% aller EU-Haushalte liegen heute im Bereich von Kabel-Breitbandnetzwerken mit Geschwindigkeiten zwischen 10 und bis über 100 Mbit/s. In den nächsten zwei Jahren können 51% aller EU-Haushalte über Kabelanbieter Zugang zu Breitbandnetzen mit 100 Mbit/s und mehr erhalten.

Dorothea von Wichert-Nick (Foto), Herausgeberin der Studie und Geschäftsführerin bei Solon, sieht Kabelanbieter neben den klassischen Telekomunternehmen als Treiber für den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen. "Kabelnetzbetreiber leisten einen wichtigen Beitrag zur Realisierung der Digitalen Agenda", so von Wichert-Nick, "mit der Aufrüstung der Kabelnetze auf den Breitband-Standard DOCSIS 3.0 kombiniert mit Glasfaser bieten Kabelnetze ultrahohe Internetgeschwindigkeit".

Das derzeit schnellste Angebot liegt bei 200 Mbit/s. Tests ergaben Geschwindigkeiten von 1,2 bis 1,4 Gbit/s. Die Digitale Agenda sieht bis 2020 für alle Europäer Zugang zu Internetgeschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit/s vor. 50% aller EU-Haushalte sollen sogar Internetzugänge mit über 100 Mbit/s aktiv nutzen.

"Bei der Einführung der Zugangsnetze der nächsten Generation (NGA) sind die Kabelunternehmen im Vorteil, weil sie günstiger ausbauen können", sagte von Wichert-Nick. Die damit erreichten Geschwindigkeiten sind deutlich höher als die von herkömmlichen DSL-Anschlüssen. Eine vergleichbare Geschwindigkeit erreichen derzeit nur Glasfasernetze, die bis in den Haushalt reichen (FTTH: Fibre-to-the-Home). Diese Anschlüsse sind aufgrund hoher Investitionskosten weit weniger verbreitet.

Attraktiv sind die Internetanschlüsse über Kabel auch aufgrund ihrer zumeist vergleichsweise günstigen Preise: Ein kombinierter Kabelinternet- und -telefonieanschluss ist in den meisten
europäischen Märkten 20-40% günstiger als das vergleichbare Angebot des dominanten Telekom-Anbieters. Der Wettbewerb der verschiedenen Infrastruktur-Anbieter fördert zudem die Verbreitung von schnellen Internetanschlüssen wie die Solon-Studie zeigt. Westeuropäische Länder, die einen starken Wettbewerb zwischen Infrastrukturen (z.B. DSL und Kabel) aufweisen, hatten 2009 eine durchschnittliche Breitbandverbreitung von 65% versus 55% in Ländern ohne Infrastruktur-Wettbewerb.

"Kabelbreitband ist eine attraktive Option zum schnellen Ausbau und der Verbreitung von Hochgeschwindigkeitsnetzen", erklärte von Wichert-Nick, "die Investitionskosten zum Erreichen sehr hoher Geschwindigkeiten liegen deutlich unter denen von Glasfaseranschlüssen. Die politische Förderung des Breitbandausbaus sollte daher Technologie agnostisch sein und sich nicht allein auf den aktuell viel diskutierten Ausbau der Glasfasernetze bis in die Haushalte verengen." (3/11)

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