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# LANG AG: Vom Projektor-Spezialisten zum europäischen Video-Komplettanbieter
- URL: https://mebucom.de/business/lang-ag-vom-projektor-spezialisten-zum-europaeischen-video-komplettanbieter/
- Published: 2026-02-17T09:30:36.000Z
- Updated: 2026-02-17T09:30:44.000Z
- Description: Auf der ISE 2026 in Barcelona sprach mebucom mit Hubertus Beckmann, CTO der LANG AG, über die Transformation eines Bergischen Familienunternehmens, die Physik hinter der Farbwahrnehmung im Live-Event-Bereich und warum 600 Drohnen über dem Messegelände erst der Anfang sind.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Business & Markt, Events, ISE, LANG AG, #wp, #wp-post, #Import 2026-06-23 12:20

![Hubertus Beckmann, LANG AG](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/02/hubertus-beckmann.1024x1024.jpg)

Hubertus Beckmann, CTO der LANG AG ©privat/LANG AG

Die [LANG AG](https://www.lang-ag.com/?ref=mebucom.de) gibt es seit 1978, doch das Unternehmen, das heute auf der ISE in Barcelona ausstellt, hat mit dem kleinen Betrieb für Dia-Projektionen und Beschallung von damals wenig gemein. Den entscheidenden Wendepunkt markierte eine strategische Grundsatzentscheidung in den 1990er-Jahren: LANG betreute damals Endkunden mit eigener Projektionstechnik, wurde aber zunehmend von anderen Veranstaltungsdienstleistern angefragt, die Equipment zumieten wollten. „Andere Vermieter sagten: Ihr habt immer die richtige Technik, die würde ich gerne bei euch mieten", erinnert sich Beckmann. „Aber im nächsten Moment standen wir mit demselben Vermieter beim gleichen Endkunden im Wettbewerb. Das hat für Misstrauen gesorgt – verständlicherweise."

Die Konsequenz: LANG stellte das Endkundengeschäft komplett ein und setzte auf das Dry-Hire-Prinzip – reine B2B-Vermietung an Wiedervermieter, kein eigenes Projektgeschäft mit Endkunden. Gleichzeitig erweiterte das Unternehmen seinen Fokus von der reinen Projektionstechnik zum Video-Komplettanbieter. „Wir verzichten bewusst auf Rigging, Scheinwerfer, Mikrofone und Beschallung", sagt Beckmann. „Aber alles, was mit Video zu tun hat – von drahtloser Funktechnik über AV-over-IP und Kameras bis hin zu Projektoren, LED-Wänden und Flat Panels – das gibt es bei uns."

## Von Lindlar nach Barcelona, London und Dubai

Vom Hauptsitz in Lindlar aus, den Beckmann als strategisch gut positioniert zwischen Köln, Düsseldorf und den deutschen Metropolen beschreibt, hat LANG in den vergangenen zehn Jahren ein europäisches Netzwerk aus Joint Ventures aufgebaut. Über Partnerschaften – jeweils mit lokalen Unternehmern nach dem Fifty-fifty-Prinzip – ist das Unternehmen heute in der Schweiz, in Barcelona, im Großraum London, in Amsterdam und seit Kurzem auch in Dubai präsent. Das Geschäftsmodell ist überall dasselbe: Dry-Hire für Videotechnik, kein Endkundengeschäft.

Neben dem Kerngeschäft der Vermietung hat sich über die Jahre eine zweite Säule etabliert: der Verkauf. Was als Abverkauf auslaufender Mietgeräte begann – Projektoren etwa, die nach einigen Jahren aus der Hauptmietphase herausfallen, aber für Käufer noch mehrere Jahre nutzbar sind – ist inzwischen ein eigenständiges Distributionsgeschäft. Durch wachsende Einkaufsvolumina bezieht LANG mittlerweile direkt bei den Herstellern und gibt die Vorteile der verkürzten Handelskette an Wiederverkäufer und Vermieter weiter.

## 100 Panasonic-Projektoren: Ein Signal an den Markt

Ein aktuelles Beispiel für diese Doppelstrategie ist die auf der ISE bekanntgegebene [Bestellung von 100 Panasonic-Projektoren des Typs Mevix PT-RQ45K](https://mebucom.de/business/lang-ag-panasonic-mevix-pt-rq45k-projektoren/). Die Geräte sollen in Staffellieferungen eintreffen und sowohl ins Miet- als auch ins Verkaufssortiment fließen – in welchem Verhältnis, ist laut Beckmann noch offen, möglicherweise etwa fifty-fifty.

Das wirtschaftliche Kalkül dahinter ist differenziert. In konjunkturell schwächeren Zeiten werde tendenziell mehr gemietet als gekauft, erklärt Beckmann: „Viele Dienstleister arbeiten projektbezogen – sie bekommen einen Auftrag, mieten die nötige Technik zu und geben einen Großteil des Umsatzes an den Vermieter weiter. Wer langfristig kalkuliert, kauft irgendwann selbst, aber das setzt wirtschaftliche Stabilität voraus." Die aktuelle Lage begünstige daher eher das Mietgeschäft. Für LANG selbst sei eine Bestellung dieser Größenordnung allerdings kein besonders großes Wagnis: Der ARCO 45 baue auf dem etablierten Vorgänger auf, das Risiko sei überschaubar.

![LANG zeigte auf dem Messestand verschiedene LED-Konfigurationen](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-17-um-10.03.51.jpg)

LANG zeigte auf dem Messestand unter anderem verschiedene LED-Konfigurationen für den Veranstaltungseinsatz.

## Warum ein größerer Farbraum nicht automatisch besser ist

Viel lieber als über Geschäftszahlen spricht der Technik-Chef über die Feinheiten seines Fachs. Auf die Frage, welche technologischen Entwicklungen er im ProAV-Video-Markt derzeit für die spannendsten hält, kommt Beckmann schnell auf ein Thema, das auf den ersten Blick akademisch wirkt, in der Praxis aber massive Auswirkungen hat: Metamerien und Farbwahrnehmung im Live-Event-Bereich. Der Begriff Metamerien beschreibt das Phänomen, dass zwei Farben unter einer Lichtquelle identisch aussehen, unter einer anderen jedoch unterschiedlich wirken – abhängig davon, aus welchen Spektralanteilen das Licht zusammengesetzt ist.

Im abgedunkelten Kinosaal adaptiert sich das menschliche Auge an das projizierte Bild, weil es keine andere Referenz hat. Im Veranstaltungsbereich jedoch gibt es immer Umgebungslicht – Messebeleuchtung, Tageslicht, Bühnenlichter. Das Publikum sieht gleichzeitig natürlich beleuchtete Gesichter und elektronisch reproduzierte Bilder. Genau hier stoßen Projektoren mit reinem RGB-Laser an eine Grenze, denn die extrem schmalbandigen Laserwellenlängen treffen auf ein Farbwahrnehmungssystem, das von Mensch zu Mensch leicht variiert. „Zeigt man ein projiziertes Bild mit einem RGB-Laser-Projektor zehn Leuten, sagen drei, es sei zu rot, andere finden es zu gelb, wieder andere zu grün", beschreibt Beckmann. „Im Kino fällt das nicht auf. Auf einer Veranstaltung mit Mischlicht schon."

Die Ursache liegt in der menschlichen Physiologie: Die drei Zapfentypen im Auge – die sogenannten S-, M- und L-Cones, zuständig für kurz-, mittel- und langwelliges Licht – sind von Person zu Person leicht unterschiedlich ausgeprägt. Je schmalbandiger die Lichtquellen, desto stärker fallen diese individuellen Unterschiede ins Gewicht. Als Beispiel verweist Beckmann auf die CES 2026, wo ein Direct-View-LED-Display mit 110 Prozent des BT-2020-Farbraums vorgestellt wurde – einem Farbraum, der den ohnehin schon sehr großen Kinostandard übersteigt. „Technisch ist das möglich, aber im Event-Bereich bringt es nichts, weil man damit keine einheitliche Wahrnehmung mehr hinbekommt."

Beckmanns Fazit ist eindeutig: Schmalbandiges Laser-Licht mit besonders großem Farbraum ist im Kino oder Home-Cinema-Bereich sinnvoll, wo das Auge sich im Dunkelraum vollständig an das projizierte Bild adaptiert. Im Veranstaltungsbereich mit Umgebungslicht hingegen führt es zu einer uneinheitlichen Farbwahrnehmung im Publikum – und damit zu einem Problem, das sich nicht technisch lösen lässt, sondern nur durch die Wahl der richtigen Lichtquelle. Die praxistaugliche Lösung sieht er in einem Mix aus schmalbandigem Laserlicht und breitbandigem Phosphor-Licht. Das ergibt immer noch einen überzeugend großen Farbraum, sorgt aber für ein konsistentes Bild. Entscheidend sei das vor allem bei Hauttönen – dort reagiere das menschliche Auge besonders empfindlich: „Ein leichter Grünstich und sofort denkt jeder: Die Person sieht krank aus. Ein bisschen zu viel Rot und es wirkt wie Sonnenbrand. Bei Hauttönen hat jeder Mensch eine innere Referenz, die sofort anspringt."

![Kreativ geformte LED-Flächen am Stand der LANG AG.](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-17-um-10.02.22.jpg)

Kreativ geformte LED-Flächen am Stand der LANG AG.

## Drohnen-Shows: „Für uns ist das eine Pixel-Show"

Dass innere Referenzen anspringen, ließ sich auf der ISE auch jenseits der Projektionstechnik beobachten – nämlich jeden Abend vor dem Südportal der Fira de Barcelona. Dort inszenierte LANG eine 600-Drohnen-Show, die trotz müder Knochen nach langen Messetagen erstaunlich viele Besucher dazu brachte, noch einmal innezuhalten und den Blick nach oben zu richten. Das Interesse für die Show und die eingesetzten [Damoda V4](https://mebucom.de/technik/lang-ag-damoda-v4-drohnen/) war immens – und für Beckmann ist das kein Zufall, denn auch dieses jüngste Geschäftsfeld folgt der Logik des Video-Komplettanbieters. „Eine Drohnen-Show ist keine Licht-Show, sondern eine Pixel-Show", sagt er. „Jede Drohne ist ein steuerbarer Bildpunkt – das ist im Kern Videotechnik."

Technologisch funktionieren die Shows über redundante GPS-Signale, die jeder Drohne ihre Position im dreidimensionalen Raum zentimetergenau zuweisen. Ein zentrales Funksignal gibt den Startbefehl, dann fliegt jede Drohne ihre vorprogrammierte Route. Zusätzlich können live RGB-Farbdaten an jede einzelne Drohne übertragen werden, sodass auch nicht vorprogrammierter Video-Content in Echtzeit am Himmel erscheint. Als aktuelle Trends nennt Beckmann fliegende LED-Matten, die unter Drohnen befestigt werden und vor allem in Asien zu beobachten sind, sowie drohnengetragene Pyrotechnik, bei der Funken wie ein Wasserfall von oben herabregnen.

Der regulatorische Rahmen ist dabei streng: Show-Drohnen unterliegen der Lizenzierung durch das Luftfahrt-Bundesamt und europäische Aufsichtsbehörden, Piloten müssen ihre Fachkompetenz nachweisen, und Fluggenehmigungen sind sowohl vom Grundstückseigentümer als auch von der Luftaufsicht erforderlich.

Noch ist das Drohnen-Geschäft bei LANG kein reines Dry-Hire – die Piloten werden mitvermietet, LANG bietet auch Ausbildungen für Kundenpersonal an. Aber langfristig soll auch hier das bewährte Modell greifen. „Das wird noch Jahre dauern", räumt Beckmann ein. „Aber wir fahren die Drohnenbestände hoch und bringen unsere Kunden nach und nach in die Lage, die Shows eigenständig durchzuführen."

![](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/02/DSC01630-2.jpg)

600 Drohnen über der Fira de Barcelona: Jeden Abend inszenierte die LANG AG vor dem Südportal eine Drohnen-Show.

## ISE 2026: Aufbruchstimmung trotz Konjunktursorgen

Sein Fazit nach dem ersten Messetag fällt überraschend positiv aus – gerade vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Einschätzung, die sich durch das gesamte Gespräch zieht. „Ich hatte meine Zweifel", gibt Beckmann zu. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland sei stagnierend, unter Berücksichtigung der Inflation faktisch rückläufig, und auch der europäische Markt insgesamt nicht in Bestform. „Aber das Gefühl hier – wie viele Leute da sind, wie interessiert die sind, was die für Fragen stellen – das klingt alles nach echtem Geschäftspotenzial. Das ist hoch motivierend."