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Mehr als die Summe einzelner Bausteine
Khan Odza, Solutions Marketing Manager Europe. Sony Europe B.V.

Mehr als die Summe einzelner Bausteine

Mikroservices- die Abbildung komplexer Prozesse durch modulare Anwendungssoftware - werden oft als Baukasten-System bezeichnet. Manche sehen sie als geeignete Marketing-Strategie, sie sind jedoch mehr als das, meint Khan Odza von Sony. Wie Mikroservices helfen, Komplexität zu beherrschen und Prozesse flexibler zu machen, erläutert Odza im mebucom-Kommentar.

Jeder kennt sie, die bunten Plastik-Klemmbausteine, die uns schon als Kind in den Bann gezogen haben und viele Spielwelten erschaffen haben. Diese Plastik-Klötzchen müssen oft für Analogien herhalten, wenn es um das Erklären und Einordnen von Mikroservices geht. Man begegnet solchen Erklärungen andauernd. Alle haben oft eines gemeinsam: Sie werden schnell falsch verstanden. Mikroservices sind viel mehr als nur statische Bausteine.

Mikroservices wandeln sich stetig

Die Begeisterung in der Content-Kreation und in Rundfunkanstalten für Cloud-basierte Mikroservices ist nur allzu verständlich. Die Möglichkeit, einzelne Dienstleistungen in maßgeschneiderten Konfigurationen nach individuellen Anforderungen zusammenzusetzen, schreit förmlich nach einem Vergleich mit dem Bauklötzchen-Vergleich. Der hinkt allerdings mächtig, denn Bausteine sind und waren schon immer Bausteine, sie haben sich seit ihrer Erfindung oder Patentierung kaum verändert. Mikroservices hingegen schon: Software befindet sich in ständigem Wandel und ist unendlich flexibel.

Mikroservices bieten die Chance, Broadcast-Workflows zu generieren, doch dahinter steckt eine Komplexität und Tiefe, die sehr viel mehr bieten kann und mit einem herkömmlichen Baukasten reichlich wenig zu tun hat – vom Stapeln immer gleicher und unbeweglicher Steine ganz zu schweigen. Die Stärke von Software – und insbesondere von Mikroservices – besteht in ihrer Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Erweiterbarkeit. Mikroservices lassen sich je nach Anforderung zu jedem Zeitpunkt aktualisieren und den individuellen Benutzerbedürfnissen anpassen.

Service Monolithen vermeiden

Sie wachsen zu einem Prozess-Gebilde zusammen und reagieren dynamisch auf den aktuellen Bedarf, der durch die Art des Contents, das Budget, Zeitpläne, Ressourcen und Zuschauer bestimmt wird. So beliebt die bunten Steckbausteine bei großen und kleinen Kindern sind, so sehr unterstützen Mikroservices unsere erwachsene professionelle Welt, immer auf der Suche, die besten Inhalte zu produzieren und Abläufe kontinuierlich zu verbessern. Mikroservices verringern also nicht die Komplexität, aber sie erleichtern den Umgang mit Komplexität. Und der Umgang mit dieser Komplexität erfordert Fachkenntnisse. Selbst das Präfix „Mikro“ in Mikroservices kann in die Irre führen, denn nicht jeder Mikroservice arbeitet auf kleinstem Niveau. Ein Mikroservice muss auf breiter Basis in mehreren Anwendungen funktionieren, um vielseitig nutzbar zu sein. Wenn er sich jedoch übernimmt und anfängt, sich in seinen eigenen monolithischen Dienst zu entwickeln, verliert er an Interfunktionalität mit anderen Diensten und ist weniger nützlich.

Einige Content-Unternehmen beginnen bereits damit, die notwendigen Kompetenzen zu entwickeln, um Mikroservices intern zu nutzen. Sie haben erkannt, dass in Mikroservices mehr kreatives Potenzial steckt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Andere Unternehmen nutzen das Fachwissen externer Lösungsanbieter, um neue Ressourcen für wichtige Geschäftsbereiche zu erschließen. Diese Unternehmen arbeiten zunehmend abseits konventioneller Broadcasting-Pfade, indem sie Mikroservices für spezielle Sendungsanforderungen anpassen und nutzen.

Dynamisch, reaktionsstark, interoperabel

Und hier unterscheidet sich die softwaregetriebene Mikroservices-Welt entscheidend von unserer Steinchen-Welt: Bauklötze reduzieren Komplexität, Mikroservices machen Komplexität beherrschbar. Die passendste Metapher für Mikroservices ist also keine Konstruktion bunter Klemmbausteine, sondern eine Sammlung dynamischer, reaktionsfähiger ineinandergreifender Prozesse. Es ist ein lebendiger Organismus.

Wir wissen jetzt also, welche Metapher für Mikroservices weniger taugt. Und wie beschreiben wir sie dann? Versuchen wir es mit einem Fischschwarm. Jeder Fisch ist ein Individuum, doch im Schwarm kann man beobachten, dass sie alle gemeinsam die Richtung wechseln und ihre Entscheidungen als Einheit treffen. Welchen Vergleich auch immer Sie wählen, letzten Endes handelt es sich um ein lebendiges, kreatives System, das in seiner Gesamtheit mehr produzieren kann, als die einzelnen Bestandteile es könnten. Und wie ein lebendes System können auch Mikroservices wachsen, sich weiterentwickeln und sich anpassen, genau wie das Geschäftsmodell vieler Content-Kreatoren und Broadcast-Unternehmen. Das tun sie am besten mit einer Bibliothek mit cloudnativen Mikroservices, die sich kombinieren, skalieren und in lokalen, Cloud- oder Hybridumgebungen bereitstellen lassen.

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