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Neue TV-Fabrik in Lüneburg

Mit stetig steigenden Quoten und 200 neuen Folgen geht die ARD-Telenovela „Rote Rosen“ nun schon in die dritte Staffel. Sendeplatz: werktags um 14 Uhr 10 im Ersten. Pro Woche stellt das 160-köpfige Produktionsteam seit Juli letzten Jahres fünf Folgen à 48 Minuten komplett – vom Drehbuch bis zur Postproduktion – vor Ort in Lüneburg her, wobei man die Effizienz der industriellen Produktionsweise bis ins kleinste Detail verfeinert hat.

Speziell für diese Produktion mit einem Budget von knapp zehn Millionen Euro pro 100 Folgen hat Studio Hamburg eine neue Unternehmenstochter gegründet, die sich mittlerweile „Traumfabrik Niedersachsen GmbH“ nennt. Warum gerade in Lüneburg? MEDIEN BULLETIN hat vor Ort hinter die Kulissen der neuen TV-Fabrik geschaut.

Wenn man von Berlin aus nach rund 90 Minuten die Autobahn verlässt, um zum Lüneburger Gewerbegebiet zu gelangen, führt der Weg im niedersächsischen Sommer unter weitem blassblauem Himmel durch das saftige Grün der Elbauen. Nach weiteren 45 Minuten ist das lang gestreckte propere Flachgebäude der ehemaligen Konica-Fabrik in Sicht, wo einmal Kopiergeräte am Fließband entstanden. Jetzt werden hier die „Roten Rosen“ industriell produziert, wovon das Einfahrtstor mit einem kleinen romantischen Hinweisschild kündet.

Auf dem gepflegten Parkplatz reiht man sich unter den vielen meist schwarzen Kompaktlimousinen der Marken Audi, Mercedes, BMW und Volvo ein, die entweder aus Hamburg oder aus Berlin laut ihren Kennzeichen stammen. Offensichtlich wird hier TV-Produktions-Know-how aus dem norddeutschen Raum rund um die zwei großen Medienmetropolen zusammengezogen. Lüneburg und Hamburg liegen ja nur 45 Minuten Autofahrt auseinander.

Jedenfalls war es eine der Grundideen der NDR-Redakteurin Angelika Paetow, mit einer neuen Telenovela ein typisches norddeutsches Flair widerzuspiegeln: als regionalen Kontrast zum bayerischen Lebensgefühl, das bereits mit der Telenovela „Sturm der Liebe“ am Nachmittag im Ersten in Planung war, erinnert sich Produzentin Claudia Schröder, die zusammen mit Paetow das Projekt aus der Taufe gehoben hatte, als sie noch Chefin der Studio Hamburg-Tochter Multimedia Film- und TV Produktion (unter anderem „Alphateam“/ Sat.1) war. Ursprünglich waren die „Roten Rosen“ als Nachfolge-Telenovela für die Bavaria-Produktion gedacht. Nachdem die aber mit gigantischen Marktanteilen von teilweise 30 Prozent auf Erfolgskurs blieb, wurde dem neuen norddeutschen Projekt ein eigener Sendeplatz am schwierigen frühen Nachmittag zugeteilt.

Mehr Realität
Die zweite Projektidee von Paetow war, dass die norddeutsche Telenovela eine Mehrgenerationsgeschichte werden sollte, bei der eine erwachsene Frau im Mittelpunkt steht. Es sollte eine neuartige Telenovela werden, die weg vom simplen Aschenbrödel-Prinzip führt, wo à la „Verliebt in Berlin“ sich eine Landpomeranze beim Happy End in einen mondänen schönen Metropolen-Schwan verwandelt. Vielmehr, so erläutert Schröder, wollte man mehr Realität integrieren von Frauen von heute, die trotz aller Widrigkeiten „ihren Weg gehen“.

Zusammen mit den Berliner Konzeptautoren Jörg und Heike Brückner hat Claudia Schröder dann blitzschnell in knapp einer Woche eine Geschichte ausgesponnen, die sich auf 200 Folgen bezog. Hauptplot: Am 50. Geburtstag der Hauptprotagonistin und Hotelfachfrau „Petra“ (Angela Roy) beginnt eine dynamische Lebenswende mit einer ehelichen Katastrophe, die von der besten Freundin „Alice“ (Janette Rauch) emotional aufgefangen wird, die die toughe Geschäftsführerin einer Gärtnerei ist, wo eben auch die „Roten Rosen“ blühen.
Eine Geschichte von Frauen „in den besten Jahren“, wie sie sich zumindest so oder so ähnlich auch in der Wirklichkeit zeigt. Nicht irgendwen, sondern die durchaus auch aufgrund anspruchsvoller Film- und TV-Projekte renommierten Schauspielerinnen Angela Roy und Janette Rauch hatte „Rote Rosen“-Produzentin Schröder für den Hauptcast von Beginn an auserkoren. ARD-Programmdirektor Günter Struve war begeistert, da er in der Geschichte eine unique Telenovela speziell für das Erste erkannte. Der NDR gab grünes Licht für die Produktion.

Jetzt aber musste Claudia Schröder dem Umstand Rechnung tragen, dass für den Sendeplatz am frühen Nachmittag nur ein eher kleineres Budget zur Verfügung stand. Also hat sie die niedersächsische Filmförderung Nordmedia um Unterstützung gebeten. Um die damit geforderten Regionaleffekte zu erzielen, musste ein Produktionsstandort in Niedersachsen aufgetrieben werden. Eine Zeit lang gab es ein „Tauziehen zwischen der Landeshauptstadt Hannover und Lüneburg“, wo man geeignete Hallen für einen Umbau zum TV-Produktionsstudio ausgemacht hatte, sagt Schröder. Letztendlich aber hat das pittoreske Städtchen Lüneburg allein schon wegen seines viel hübscheren Gesichtes den Wettbewerb gewonnen, das beim Außendreh eingefangen wird und nun romantisierend in jeder einzelnen Folge eingewoben ist.

Vom touristischen Marketingeffekt, den Lüneburg mit den „Roten Rosen“ ergattert hat, war die Stadtverwaltung von Anfang an begeistert. Da Nordmedia das Projekt mit rund zwei Millionen Euro bezuschusste, hatte man für die ersten 100 Folgen immerhin ein Budget von rund zehn Millionen Euro einschließlich der Eigenbeteiligung seitens Multimedia/ Studio Hamburg zusammen, so dass man loslegen konnte. Zum Startschuss der zweiten Staffel kam dann sogar der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff höchstselbst gut gelaunt nach Lüneburg. Bekanntlich ist Wulff stark an den Industriefaktor Medien orientiert, so dass beispielsweise auch „Das Wunder von Lengede“ in Niedersachsen entstand und der RTL Shop nach Hannover übersiedelte.

Es war „ein Experiment“, sagt Schröder heute, die wie auch andere Vollblut-Produzenten schon vor rund sechs Jahren unbedingt eine Telenovela – also einen „Fernsehroman“ – auf die Beine stellen wollte. Wobei sie vor allem „von der kurzen Entwicklungszeit“ begeistert ist, „wie schnell die Umsetzung einer Idee“ auf den Bildschirm erfolgt. „Das Entscheidende“, so weiß Schröder, bei einer industriell gefertigten Produktion sei, „dass der Herstellungsprozess die Entwicklung aller einzelnen Geschichten bestimme und nicht umgekehrt“: „Alles ist Ergebnis von Planung, selbst die Kreativität der Autoren“, sagt Schröder, auch die dürfe sich nur aus dem vorgegebenen Regelsystem heraus entwickeln.

Alles genau kalkuliert
Als MEDIEN BULLETIN später mit den Autoren vor Ort über die Drehbuchentwicklung spricht, werden diese genau darüber ein bisschen stöhnen. Man sei in mathematische Regeln eingeklemmt. Bevor ein Dialog aufs Papier kommt, müsse man erst einmal zählen und zählen: Wie viele Szenen sind am Tag, an welchem Ort mit welchen Personen möglich, welches Regelsystem hat die Storyline zu befolgen? All das wird computergenau von der Disposition vorgegeben, die Christoph Schubenz leitet. Eigens dafür hat er – auch abgeleitet von seinen einstigen Erfahrungen bei der industriell produzierten Sat.1-Weekly „Alphateam“ – zusammen mit dem Programmierer Edgar Sperling eine spezielle Software für „Rote Rosen“ entwickelt, die wiederum die Regeln für die Autoren vorgibt. Sie müssen genau die „Bildköpfe für das Drehbuch“ kreieren, die die Software beim Einscannen akzeptiert, und aus denen der Computer die einzelnen Takes des täglichen Produktionsbetriebs von zirka 8 Uhr morgens bis 19 Uhr abends für die jeweils zwei Drehteams errechnet und auf Papier als Tages- und Wochendisposition für jeden verbindlich ausspuckt.

Schubenz kleine Schaltzentrale befindet sich gleich im Entree der TV-Fabrik unauffällig an den Rand gedrängt, aber wie ein elektronisches Hirn, das alle einzelnen Prozesse koordiniert und steuert. Was Schubenz besonders freut, ist, dass der Computer, wenn aufgrund irgendwelcher Umstände – zum Beispiel ein Gerstenkorn bei einem Schauspieler – eine Änderung im Ablauf notwendig ist, per Knopfdruck in Sekundenschnelle alles neu errechnen und auf Papier dokumentieren kann. Die Software funktioniert tatsächlich. Spätestens nach zwei Wochen, so beteuert er, sei jeder Disponent damit vertraut. Man kann die Software namens a-scribo auch von ihm käuflich erwerben. Besonders flink hatten zuallererst russische Filmleute daran Interesse gefunden.

Zurück zum vom von Claudia Schröder erwähnten „Experiment“: Hätten die „Roten Rosen“ nur 100 Folgen lang überlebt, dann wäre das Anfangsbudget „sehr problematisch“ gewesen. Denn erst einmal musste man auch ordentlich in den Umbau der ehemaligen Konica-Fabrik investieren. Um den Fabrikkomplex voll auf die spezifischen Produktionsbedingungen für „Rote Rosen“ umzustellen, wurde der Berliner Filmarchitekt Olaf Rehahn, der unter anderem schon für „Verliebt in Berlin“ tätig war, beauftragt, das entsprechende Konzept zu entwickeln. Es sollte „eine räumliche Einheit wie eine Insel“ entstehen, sagt Schröder. Alles sollte unter einem Dach harmonieren: von den Schreibstuben der Autoren über einzelne Planungsbüros und Buchhaltung, Postproduktion, Kostüm-Lagerung, Ausstattung, Maske bis hin zur Kantine und den rund 36 verschiedenen Sets für den Innendreh, denen mit rund 3.000 Quadratmeter eine stattliche Fläche zur Verfügung steht und die je nach Bedarf auch zu neuen Locations umgespritzt werden. Aus einer großen Halle wurden mit Trennwänden zwei gemacht, um parallele Drehs nicht nur zum Außendreh, sondern auch in zwei Studios zu ermöglichen, in denen ein neuer Fußboden verlegt worden ist.

Wer durch die einzelnen von Studio Hamburg aufgebauten Sets flaniert, die Kulissen für beispielsweise Hotel, Traumazentrum und Gärtnerei repräsentieren, und sie mit den Sets der industriellen Produktionen von „GZSZ“ und „Bianca“ vergleicht, wie sie vor zirka drei Jahren zur Verfügung standen, ist schon von der riesigen Dimension begeistert. Auch von den gigantischen Rücksetzern, Megafotos von Gärten und Lüneburger Stadtperspektiven zu verschiedenen Jahreszeiten, die hinter den Set-Fenstern stehen. Mit diesen Dimensionen lassen sich verschiedenste räumliche Perspektiven kreieren, weshalb man sich, so Schröder, auch für das 16:9-Format entschieden habe, mit dem es „überhaupt keine Probleme“ gab. Allein die Regisseure mussten zunächst die neuen Randbedingungen der Bilder noch konzentrierter im Auge behalten, um sich vom Jahre lang antrainierten 4:3-Guckröhrenblick zu lösen.

HDTV, so ist von Producer Oliver Ossege und Postproduction-Supervisor Joshua Lantow bei einer Kaffeepause am hölzernen Picknicktisch vor dem Fabrikgebäude zu erfahren, sei wegen der langen Rechenzeiten in der Postproduktion nicht in Frage gekommen. Die HD-Server seien noch zu langsam, um mit dem eingetakteten schnellen Tempo der „Rote Rosen“-Produktion Schritt halten zu können. Vielmehr wird mit einer „modernen Postproduktion“ – dem „Unity System“ – gearbeitet, wobei die schon gemischten Bilder mit den Außenaufnahmen zusammengeführt werden. Ganz zum Schluss kommen noch die ganz speziell für „Rote Rosen“ komponierten Musikaufnahmen hinzu.

Beim Brainstorming zur Frage, was denn wohl das ganz Besondere an der Produktion in Lüneburg sei, fallen beiden viele Dinge ein: das ganz bewusst in die Telenovela eingewebte norddeutsche Flair, das romantische Lüneburg, die Tatsache, dass sich die Lüneburger viel mehr als Großstädter für das Filmprojekt interessieren und es regelmäßig in der Regionalpresse thematisieren. Besonders sei aber auch die Buchentwicklung und Disposition, deren eigentliches „Geheimnis“ aber nicht preisgegeben werde. Unique und mutig auch das Thema: „ältere Frauen, die aber noch mit dem Gefühl einer jungen Generation leben“. „Die Telenovela der drei Generationen“, wo man „auch noch mit 70 verliebtes Herzklopfen haben“ dürfe.
Wie gerufen kommt dann auch das lebendige Beispiel dafür winkend auf dem Rücksitz einer silbernen Harley Davidson vorbeigerauscht. Die „Oma Johanna“ alias Brigitte Antonius, Grande Dame in „Rote Rosen“ und in Wirklichkeit eine große mit vielen Preisen geehrte Wiener Theaterschauspielerin, findet es augenscheinlich klasse, in Rocker-Klamotten auf dem heißen Stuhl zu sitzen und sich an ihrem jungen Schauspielerkollegen Roy Peter Marino und an ihrem Hund auf dem Schoß festzuhalten. Den Gag haben sich die Lüneburger „Stadtlichter“ ausgedacht, um ein Titelfoto für ihren Bericht über die „Zweiradbegeisterung“ zu schießen. Sowieso sind sie wie die regionale „Landeszeitung“ Stammreporter auf dem „Rote Rosen“-Gelände und berichten en Detail, wie und mit welchen Berufen eine professionelle TV-Serie entsteht, zum Beispiel wie wichtig der Ton dabei ist. Lüneburg ist mit seiner Universität eine junge Stadt, gemütlich traditionell und gleichzeitig weltoffen und hat jede Menge gastlicher Kneipen anzubieten. Eine prima Atmosphäre für die TV-Produktion, wie Schröder meint.

Viele Nähe für die Autoren
Von dem engen Zusammenleben von Jung und Alt, von den kurzen Wegen und den direkten Kontakten mit dem Cast werden auch die Autoren inspiriert, ist ebenso Headautorin Meibrit Ahrens überzeugt. Interessant dabei die unterschiedlichen Perspektiven, die junge im Gegensatz zu älteren Autoren auf bestimmte Verhaltensweisen haben. Für einen jungen Autor sei es zum Beispiel Ehrensache, dass ein Versprechen, das im Dialog eingebaut sei, dann auch eingelöst werden müsse. Wohingegen die Ältern es ohne Skrupel zu kippen wissen. Trotz der „merkwürdigen Mischung von Zahlen und Kreativität“, so Ahrens, mache dem Autoren-Team das „Zusammenschalten von Köpfen“ in der herrschenden „angstfreien Atmosphäre“ viel Spaß. Dabei sei „die Nähe zur Produktion besonders wichtig“.

Zum Schluss des Besuchs bei den „Roten Rosen“ hat Produktionsassistentin Sigrun Priebusch, die mit nordischem Understatement, aber höchstem Engagement jede kleinste neue Entwicklung im Produktionsbetrieb von ihrem offenen, zentral gelegenen Büro aus im Auge und im Griff behält, noch einen Termin beim Herstellungsleiter Holger Heinßen besorgt. Auf die Frage, warum sich die Produktion eigentlich den Namen „Traumfabrik“ gegeben habe, obwohl man doch durchaus weitgehend realistische Geschichten erzählen wolle, erläutert Heinßen: „Traumfabrik möchte Daily- und Weekly-Formate realisieren, die unsere Zuschauer aus ihren zuweilen tristen Lebenswelten abholen und zum Träumen anregen.“

Sicher wolle sich „Rote Rosen“ „mit Real-Live möglichst stark in die Lebenswelt der Zuschauer verankern“. Es würden auch „keine Wunder erzählt oder dramaturgisch hohe Fallhöhen aufgebaut“. Doch wollen die Zuschauer gerade am frühen Nachmittag im Fernsehen auch nicht nur die Bitteren, manchmal hoffnungslosen Szenen sehen, wie sie das echte Leben zum Beispiel mit tragischen Sterbefällen biete. Das zeige die Zuschauer-Resonanz und auch eine kleine Marktforschung, die man am Anfang des Projektes durchgeführt habe: Die Zuschauer wollen Hoffnung haben. Das müsse man „realistisch sehen“.
Trotz der industriellen Produktionsweise schreibt Heinßen den „Roten Rosen“ auch eine Art „Manufaktur“-Charakter zu, wegen der „Ganzheitlichkeit“ mit der einzelne Produktionsprozesse „unter einem Dach“ ablaufen. Gleichzeitig sei man auch eine Ausbildungsstelle. Insbesondere, so Heinßen, sei es gelungen, einige Mitarbeiter aus Lüneburg zu rekrutieren und in den Produktionsprozess einzubringen. Andererseits sei es durchaus von Vorteil, dass Hamburg nicht weit weg sei. So können die Mitarbeiter hin und her fahren, und geht was kaputt oder wird etwas Spezielles gebraucht, könne man es sich schnell von Studio Hamburg besorgen, was aber so gut wie nie passiere.

Voraussetzung für die Dramaturgie von „Rote Rosen“ sei das pittoreske Lüneburg. Die Telenovela spiele „auf der Oberfläche der Stadt, wo man sich trifft, wo man sich kennt“, sagt Heinßen. Und das werde auf jeden Fall auch in den kommenden Folgen von „Rote Rosen“ so bleiben. Fließend und dramaturgisch harmonisch werde es auch Veränderungen im Cast geben, möglichst ohne eingefleischte „Rote Rosen“-Fans zu vergrätzen. Allerdings, so weiß Claudia Schröder: „Gute Schauspieler kann man für eine bestimmte Zeit, aber nicht lebenslänglich“ an eine Telenovela binden. Beim Fernsehroman gelte das gleiche Prinzip wie bei Tucholsky: „Wenn alle zusammen beim Happy End angekommen sind, geht der Vorhang zu und die Geschichte ist zu Ende.“
Schröder wechselt nun als Geschäftführerin von Bremedia, eine gemeinsame Beteiligungsgesellschaft der Bavaria Film GmbH und Radio Bremen, nach Bremen. Das sei „auch eine schöne Stadt“, sagt sie vieldeutig schmunzelnd.
Derweil feiern einige bislang etablierte Figuren von „Rote Rosen“ auf dem Bildschirm ihr Happy End. Gleichzeitig aber, so betont Heinßen die weitere Projekt-Perspektive, „betreten neue spannende Figuren die Bühne“, wofür nun die Produzentin Pia Goden sorge. Heinßen stellt fest, dass Lüneburg und die „Roten Rosen“ „auf dem besten Weg sind, ein fester Bestandteil im Nachmittagsprogramm der ARD zu werden“. Denn die Telenovela habe als deutscher Fernsehroman „eine neue Form“ gefunden, insofern als das Happy End von einigen Figuren nicht das Ende der Geschichte, sondern zugleich auch der Anfang von weiterführenden Erzählungen unter einem Label wie „Rote Rosen“ sei.
Erika Butzek (MB 09/07)





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