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Europas TV-Gruppen wachsen trotz Rezession

Europas TV-Gruppen wachsen trotz Rezession

Zum Auftakt der MIP-TV hat die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, eine Einrichtung des Europarats in Straßburg, ausgewählte Sendergruppen unter die Lupe genommen; zu der betrachteten Stichprobe gehören 12 Gruppen, im Wesentlichen Pay-TV-Anbieter, und 8 Gruppen, die sich hauptsächlich durch Werbung finanzieren.

In Europa herrscht Rezession – doch das Privatfernsehen widersetzt sich dem Trend: Obwohl das BIP in der EU im Jahr 2012 um 0,3 % schrumpfte, erreichten die 20 führenden Fernsehgesellschaften in Europa insgesamt ein organisches Wachstum von 2,1 %.
Pay-TV-Sender schneiden besser ab als werbefinanzierte Sender: Mit einer organischen Wachstumsrate von insgesamt 3,9 % schnitten die Pay-TV-Sendergruppen besser ab als die hauptsächlich werbefinanzierten Gruppen, deren organische Umsätze insgesamt um 0,9 % zurückgingen.
US-Gruppen erreichen bessere Ergebnisse als EU-Gruppen: 43,8 % der Fernsehgruppen sind hauptsächlich im Besitz US-amerikanischer Anteilseigner, und sie weisen ein höheres organisches Wachstum auf (2,9 %).

Zu den Aktivitäten der Pay-TV-Gruppen zählen der Vertrieb von TV-Paketen, ein Angebot an eigenen Fernseh-Premiumkanälen und audiovisuellen Diensten auf Abruf (VoD und/oder Catch-up-TV-Dienste). Dazu gehören zum Teil auch eigene, durch Werbung oder Produktionstätigkeit finanzierte Fersehprogramme. Bei Gruppen von Kabelnetzbetreibern fallen auch Erlöse aus dem Geschäft als Internetdiensteanbieter (ISP) und Anbieter von Telefondiensten an.
Die Gruppen, die sich im Wesentlichen durch Werbeerlöse finanzieren, bieten frei empfangbare Vollprogramme, haben aber auch ihr Angebot in Form von Pay-TV- oder frei empfangbaren Spartenkanälen erweitert. Darüber hinaus stellen diese Sender audiovisuelle Dienste (VoD und/oder Catch-up-TV) zur Verfügung und sind im Allgemeinen an großen Produktionsvorhaben beteiligt. Die Europäer abonnieren weiterhin neue Pay-TV Angebote, trotz der Wirtschaftskrise

Zu den Pay-TV-Gruppen gehören Kabelbetreiber und Anbieter von Satellitenpaketen (Sky im Vereinigten Königreich, Deutschland und Italien; Vivendi in Frankreich und Polen; Prisa in Spanien; Zon Multimedia in Portugal; Cyfrowy Polsat in Polen). Diese Gruppen verzeichneten im Jahr 2012 insgesamt ein organisches Wachstum von 3,9 %, was zeigt, dass die Privathaushalte selbst in einer Phase der Rezession ihre Abonnements im Allgemeinen nicht kündigen, sondern auch noch Interesse an neuen Angeboten zeigen (Starterpakete, mit denen überall und mit jedem Gerät ein Zugang möglich ist; transaktionsbasierte VoD-Dienste). Die Konsolidierung am Markt für Bezahlfernsehen setzt sich fort. So übernahm Liberty Global 2012 den deutschen Kabelnetzbetreiber Unity Media Kabel BW, stockte seine Beteiligung am belgischen Unternehmen Telenet auf und hat vor kurzem die Übernahme von Virgin Media in Großbritannien und von Ziggo in den Niederlanden angekündigt. Auch am Satelliten-PayTV-Markt in Polen gab es nach der Einigung zwischen Canal+ Cyfrowy, TVN und iti mit dem jüngsten Start der Plattform NC+ Bewegung. Das Jahr 2012 war für Polen ebenfalls das erste Jahr der vollständigen Konsolidierung von Telewizja Polsat durch Cyfrowy Polsat (Telewizja Polsat bietet kostenfreie und thematische Sender an). Darüber hinaus ist Telewizja Polsat dabei, die Polskie Media Group (die die Sender TV4 und TV6 anbietet) zu übernehmen. 

Konsolidierte Erlöse der wichtigsten europäischen privaten Fernsehgruppen (2007-2012) In Millionen EUR
Konsolidierte Erlöse der wichtigsten europäischen privaten Fernsehgruppen (2007-2012) In Millionen EUR

Einige werbefinanzierte Gruppen erreichen Wachstum dank ihrer Diversifizierungsmaßnahmen
Die Gruppen der im Wesentlichen werbefinanzierten Sender weisen gegensätzliche Ergebnisse aus. Die RTL-Gruppe und ProSiebenSat.1 Media AG haben ein deutliches Wachstum erreicht (4 bzw. 7,7%). Dieses Wachstum ist hauptsächlich dem Erfolg der Diversifizierungsmaßnahmen zu verdanken (Spartenprogramme, VoD, Produktion und Verkauf von Programmen auf dem europäischen und amerikanischen Markt). Freemantle, die Produktionsfiliale der RTL-Gruppe, hat Ihren Umsatz um 19.7 % gesteigert. Die ProSiebenSat.1 Media AG hat den Umsatz der Produktion und des Verkaufs von Programmen um 61.8 % und den digitalen Umsatz um 38.1 % gesteigert.

Das Wachstum war bei ITV plc zwar weniger ausgeprägt, wurde aber auch hier durch Diversifizierung, Spartenprogramme und Aktivitäten im Bereich Produktion und Verkauf erreicht. Im Gegensatz dazu stagnieren die Erlöse der französischen TF1-Gruppe im zweiten Jahr in Folge. Ein starker Rückgang des Fernsehwerbemarkts in Italien, Spanien und Osteuropa hatte Auswirkungen auf die Erlöse von Mediaset (-12,5 %), Antena 3 (-7,9 %), CME (-10,7 %) und TVN (-7,8 %).

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle weist darauf hin, dass sich 7 der 20 Gruppen ganz oder teilweise in US-Besitz befinden. Deren Erlöse machten im Jahr 2012 45,8 % der Gesamterlöse der 20 Sendergruppen der Stichprobe aus (gegenüber 44,7 % im Jahr 2011). (4/13)

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