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Qualitätsführerschaft bei Projektoren

Qualitätsführerschaft bei Projektoren

Die norwegische Firma projectiondesign ist ein innovativer Manufakturbetrieb für hochwertige und leistungsstarke Projektoren für die digitale Postproduktion, Lösungen bei kleinen oder ungewöhnlichen Räumen sowie für anspruchsvolle Anwendungen wie rechenstarke Echtzeitsimulationen. Bewerkstelligt wird dies unter anderem mit der Auslagerung der Lichtquelle in einen angrenzenden Raum. MEDIEN BULLETIN besuchte die Firmenzentrale in Fredrikstad.

Projectiondesign wurde 2001 von Jørn Eriksen gegründet. Eriksen begann als Elektroniker bei der ASK AS, die 1998 vom US-Wettbewerber Proxima Corp. aufgekauft und zur ASK Proxima verschmolzen wurde. 2000 wurde das Unternehmenskonzept geändert und Eriksen und fast das gesamte norwegische Management verließen die Firma und gründeten projectiondesign. „Zu dem Zeitpunkt gab es entweder Qualität oder die Marktführerschaft als Betriebswirtschaftslehre“, erklärte Jens Heymans, Country Manager der DACH-Region und mit dem Aufbau des Büros in Düsseldorf beauftragt.

„Jørn wollte keine Massenware fabrizieren“, erklärt Anders Løkke, Marketing Director bei projectiondesign. „Er will Qualität herstellen, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientiert.“ Zuerst entwarf projectiondesign Projektoren für andere Hersteller, hauptsächlich für Philips und Christie's. „Nach zwei Jahren merkte man aber, dass man nur weiter käme, wenn man selber produziert“, erzählt Løkke weiter. Für projectiondesign steht der Endkunde im Vordergrund. „Unsere Marketingprämisse lautet, zu analysieren und zu verstehen was der Markt braucht und dann das gewünschte Produkt passgenau herzustellen und anzubieten“, betont Løkke.

Auch wenn der Endkunde im Fokus von projectiondesign steht, so werden die Projektoren doch über lokale Partner vertrieben. Die technische Betreuung und die Schulungen übernimmt projectiondesign. Seit September 2009 ist Hercules Capital, Norwegens größter Private Equity Fonds zu ca. 54 Prozent an projectiondesign beteiligt. Eriksen hält 24 Prozent, den Rest die Mitarbeiter, deren Zahl inzwischen auf rund 200 angewachsen ist.

Die Projektoren werden ausschließlich in Fredrikstad entwickelt und mit der Hand zusammen gefügt. Lediglich die Einzelteile werden automatisch zusammen gesucht und die Platinen vollautomatisch bestückt. Die Projektoren werden nur auf Bestellung gefertigt, womit man besser auf die Anforderungen der Kunden eingehen kann. Ziel ist es Innovationen kontinuierlich auf einem hohen Niveau zu halten. Ein wichtiger Faktor hierbei ist, dass projectiondesign über ein eigenes zertifiziertes EMV-Messlabor zur Messung der Elektroverträglichkeit der Projektoren verfügt, das es den Norwegern ermöglicht die entsprechenden Zertifikate selber auszustellen. „Wenn man sein Produkt von Anfang bis Ende selber entwickelt, wird man dadurch flexibler“, sagt Anders Løkke.

Immerhin sieht sich die Firma als Nischenanbieter, die sich nur entwickeln und überleben kann, wenn sie sich auf Innovationen fokussiert. Dazu gehört auch, dass alle Mitarbeiter mit viel Verantwortung ausgestattet sind. „Wir wollen, dass die Mitarbeiter das Ganze sehen und im Blick haben und dadurch Verbesserungen erkennen, vorschlagen und forcieren können“, betont Anders Løkke. „Bei uns gilt außerdem das 'Lesson-Learned'-Prinzip, was bedeutet, dass man aus seinen Fehlern lernen darf. Die Hierarchie von projectiondesign ist so flach, dass man Jørn Eriksen jederzeit ansprechen oder sich zu ihm setzen kann, etwa wenn er, wie seine Mitarbeiter auch, ohne Krawatte mit offenem Hemd und Jeans, in die Kantine zum Essen kommt.

Die Projektoren basieren je nach Leistungsstärke auf vier mechanisch-optischen Plattformen, die sich nicht verändern. „So sind Updates möglich, was wir als Investition in die Zukunft sehen“, erklärt Anders Løkke. „Wir können die Projektoren so über mehrere Jahre unterstützen, anstatt sie auszutauschen. Für die US-Armee betreuen wir Projektoren auf diese Art und Weise bereits seit fast neun Jahren.“
Die Projektoren, die alle mit DLP-Technik und Lampen beziehungsweise LEDs von Philips ausgestattet sind, sind mit vier unterschiedlichen Auflösungen und drei verschiedenen Farb-rädern und mit unterschiedlichen Optiken erhältlich. Die Einsatzmöglichkeiten der Projektoren umschließen einfache Präsentationen, wissenschaftliche und medizinische Visualisierungen, Postproduktion, Home Entertainment, Kontrollräume von Fabriken, Ölbohrinseln oder dem öffentlichen Nahverkehr, Freizeitparks und Museen.

Eigenentwicklungen

Die meisten Technologien, die sich in den Projektoren befinden, basieren auf Eigenentwicklungen von projectiondesign, sei es der Einsatz der Lampen, das Farbmanagement oder die Auflösung. So kann beim FR12 die Lichtquelle aus dem Projektorgehäuse mit dem sie über eine bis zu 30 Meter langen, mit Flüssigkeit gefüllte, Leitung verbunden ist, ausgelagert werden – eine Idee, die übrigens von einem Kunden stammt. Dies hat gleich drei Vorteile: in beengten Verhältnissen, wie sie etwa auf Ölförderinseln herrschen, wird damit eine unerwünschte Wärmequelle eliminiert. Auch das Lüftergeräusch, das entweder nur nervt oder schlicht unerwünscht ist, wird dadurch vermieden. Schließlich kann die Lichtquelle an einer leicht erreichbaren Stelle angebracht werden.

Im Museum for Natural History in New York City musste eine begehbare Installation einmal im Monat für zwei Tage geschlossen werden, um ein Gerüst aufzubauen, über das die Projektorenlampen ausgetauscht wurden. Nachdem Projektoren von projectiondesign installiert wurden, wird dies nun über Nacht erledigt.

Neben der vollautomatischen Sortieranlage ('pick & place'), in der die Einzelteile zusammen gestellt werden und dem nach EU-Richtlinien zertifizierten Messlabor, verfügt projectiondesign über ein Akustiklabor zur Messung der akustischen Betriebseigenschaft, einem optischem Labor für die Produktion von Optiken, für den Test von Linsen und der Entwicklung neuer Lichtquellen sowie einer mechanischen Testumgebung aus Klimakammer, Rüttelbett u.ä. zur Überprüfung von Stabilität und Widerstandfähigkeit der Projektoren.

Projectiondesign strebt im Segment Projektoren die Qualitätsführerschaft an. „Es geht uns darum, dass der Kunde sich keine Gedanken darum machen muss, dass die von uns gelieferte Technik auch so funktioniert, wie er es sich vorstellt“, sagt Anders Løkke. Bei seinen Ausführungen benutzte er den Begriff 'Peace of Mind'.
Projektoren von projectiondesign werden von der französischen Marine für die Entwicklung von U-Booten genutzt, von Cassidian, dem Rüstungsarm der EADS, und den US Air Force Research Labs für Simulationen zu Trainingszwecken für Soldaten. British Airways nutzt die Projektoren im 24/7-Betrieb zur Pilotenausbildung bei ihren Boeing 747-400 Full-Flight-Simulatoren und Red Bull hat drei Trainingseinheiten für seine Formel 1-Piloten eingerichtet – eine davon gar in 3D. Die beweglichen Plattformen dieser Simulatoren müssen anders als Flugsimulatoren extreme Bewegungen vollführen, wobei Fliehkräfte entstehen, die die auf den Plattformen montierten Projektoren mit Hilfe des integrierten, proprietären OptiLock-System widerstehen können.

Einsatz in der Postproduktion

Im medialen Bereich besitzt das ZKM in Karlsruhe verschiedene Projektoren für ihre 2D- und 3D-Videoinstallationen und das Fraunhofer Heinrich Hertz Institut hat sein Forschungslabor in Berlin für das Kino von morgen mit sieben projectiondesign-Projektoren ausgestattet, die gemeinsam so auf einen Halbkreis projizieren, dass man dank der aufeinander abgestimmten Kalibrierung keine Naht in dem hochauflösenden Bild sehen kann.
Im Postproduktionsbereich wurden die Tests für den James Bond-Film „Casino Royal“ mit einem projectiondesign-Projektor gegradet. Das Londoner Postproduktions- und VFX-Haus Moving Picture Company ist mit mehreren Projektoren der Norweger ausgerüstet, ebenso OnSight Post, ebenfalls in London, und Pictorion Das Werk hat für den Berliner Standort einen cineo32 DLP angeschafft.

Dieses Modell wurde mit Hilfe der RealColor Management Suite eigens zur Erzielung einer absoluten Farb- und Kalibrierungsgenauigkeit entwickelt. Das bedeutet, dass die Farben, die man bei der Farbkorrektur sieht, genau den Farben der ursprünglichen Aufnahme entsprechen. Die in den Projektoren zu findenden Lichtquellen stammen übrigens von Philips, da sie laut Løkke die korrekte Wiedergabe einer großen Bandbreite von Farben ermöglichen.
Er weist darauf hin, dass sein Unternehmen in engem Austausch mit Postproduktionsbetrieben steht und dort auch Schulungen und Trainings veranstaltet.
Thomas Steiger
(MB 04/12)

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