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Peter Nöthen

Qvest plant mit neuem Hauptgesellschafter

Qvest Media bekommt möglicherweise schon bald einen neuen Hauptgesellschafter. 75 Prozent der Unternehmensanteile will die RAG-Stiftung übernehmen. Bereits am 12. Juli 2016 wurde eine entsprechende Anmeldung beim Bundeskartellamt vorgenommen. Dieses hat am 27. Juli die Freigabe für das Vorhaben erteilt.

Laut Qvest-Sprecher Björn Korb müssen aber bis zum tatsächlichen Vollzug der Übernahme noch einige weitere ungeklärte Fragen aus dem Weg geräumt werden. Qvest Media will die IBC 2016 (Stand 3.B40) dazu nutzen, Kunden und Geschäftspartner über mögliche Veränderungen in der Gesellschafterstruktur und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Geschäfte des Unternehmens zu informieren. 

Die RAG-Stiftung will sich zu den Details der Transaktion nicht äußern. Sabrina Manz, Leiterin Kommunikation, erklärte indes, dass mit Stand am 30. August 2016 noch nicht alle "Closing-Voraussetzungen" erfüllt seien.

Die RAG-Stiftung wurde 2007 zur sozialverträglichen Beendigung des subventionierten Steinkohlebergbaus der RAG AG bis zum Ende des Jahres 2018 gegründet. Ab 2019 soll die Stiftung die sogenannten „Ewigkeitslasten“ (u.a. Grubenwasserhaltung, Grundwasserreinigung, Poldermaßnahmen) des Steinkohlebergbaus der RAG finanzieren. Das geschieht unter anderem mit den Erträgen der ebenfalls 2007 von der RAG gegründeten Evonik Industries AG. Der börsennotierte Industriekonzern mit Sitz in Essen ist in den Bereichen Chemie, Energie und Immobilien aktiv und verzeichnete 2015 einen Jahresumsatz von 13,5 Milliarden Euro. Im April 2014 wurde zudem die RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mbH gegründet. Sie investiert im Rahmen der langfristigen Kapitalanlagestrategie der RAG-Stiftung in nachhaltig erfolgreiche Unternehmen. Wesentliches Ziel der Beteiligungsgesellschaft ist nach eigenen Angaben der Aufbau einer unternehmerisch geführten Industrieholding mit innovativen und wachstumsstarken Beteiligungen. „Wir legen Wert auf eine angemessene Dividendenqualität und unterstützen die kontinuierliche Wertsteigerung unserer Gesellschaften. Im Fokus stehen global agierende Maschinenbau-, Automatisierungs- sowie Industriedienstleistungsunternehmen. Die Beteiligungsgesellschaft ist ein vertrauensvoller und zuverlässiger Partner für geplante Nachfolgeregelungen, Veränderungen der Gesellschafterstruktur sowie strategische Unternehmensentwicklungen. Unser Beitrag konzentriert sich vor allem auf die Beratung und aktive Unterstützung unserer Partner im Hinblick auf Unternehmensführung und Strategie“, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Qvest Media befindet sich seit Jahren international auf Wachstumskurs. Mit 180 Mitarbeitern an den Standorte Köln, Berlin, München, Dubai und Singapur erzielt das Systemhaus für Broadcast- und Medientechnologie einen Jahresumsatz von deutlich über 100 Millionen Euro im Jahr. Gunnar Wellen und Peter Nöthen (Foto), Inhaber der ehemaligen Wellen+Nöthen GmbH, hatten 2008 in Dubai erfolgreich das Unternehmen Qvest Media FZ LLC an den Start gebracht, 2013 die Niederlassung in Singapur gegründet und dann im September 2015 den Namen des Handels- und Systemhauses Wellen+Nöthen international harmonisiert und in Qvest Media GmbH umgewandelt. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass Gunnar Wellen seine Anteile an Qvest komplett abgeben will, um sich aus dem Geschäft zurück zu ziehen. Peter Nöthen indes wird seine Anteile auf 25 Prozent reduzieren, heißt es. Er selbst will sich erst in den nächsten Tagen zum Thema äußern.

Das Leistungsspektrum von Qvest Media umfasst heute Consulting & Development, Systemintegration sowie Service & Support. Im Fokus stehen die Branchen Fernsehen, Medien und Telekommunikation.

Mit Professional Products hat sich Qvest Media außerdem auf die Beratung für sowie die Auswahl und den Vertrieb von AV− und Broadcast−IT−Produkten spezialisiert. Das Partnernetzwerk umfasst in diesem Bereich viele wichtige Hard− und Softwarehersteller. Für sein Handelssegment betreibt das Unternehmen einen Onlineshop für professionelle Medientechnik. Darüber hinaus hat sich Qvest Media als einer der größten Rental-Anbieter von Dry-Hire-Equipment und Systemlösungen für Live-Broadcasting bei Veranstaltungen, Sport und Entertainment etabliert. International zählen heute bekannte Sender und Mediennetzwerke zum festen Kundenstamm von Qvest Media, darunter ARD und ZDF, Sky, RTL, Al Arab, SRG, Al Jazeera, MediaCorp, Dubai Media Incorporated, SES ASTRA, Deutsche Telekom, Etisalat und Turner Broadcasting.

Von Sky Deutschland wurde Qvest Media zuletzt mit dem technischen Neubau des Sendezentrums „Cube“ für alle sportrelevanten Produktionen am Standort in Unterföhring beauftragt. Qvest entwickelt für Sky das technische Design für die Workflows, ein neuartiges IP-Backend sowie für die gesamte Systeminfrastruktur. Dazu zählt auch, die Auswahl und Definition geeigneter Technologien und Hersteller. Bestandteil des Auftrags ist außerdem die anschließende Lieferung der Broadcast, IT und audiovisuellen Lösungen zur und Ausstattung der Studio- und Produktionsräumlichkeiten, die Systemintegration sowie die Inbetriebnahme und Begleitung der On-Air-Phase. Das Unternehmen realisiert damit nach eigenen Angaben eine der derzeit modernsten und größten Broadcast-IT-Infrastrukturen für Live-Sportproduktionen in Europa. Auf mehr als 1.700 Quadratmetern wird das neue Sportproduktionszentrum Platz für zwei Studios mit angeschlossenen Regien, Redaktions- und Produktionsräumen sowie für Sendeabwicklungen und die Broadcast-IT-Installation bieten. Künftig werden hier Live-Sportinhalte von Sky Deutschland produziert. Dazu zählen unter anderem die Sky Bundesliga-Konferenz, die UEFA Champions League, die UEFA Europa League, die EHF Handball Champions League, Golf, Tennis und Formel 1.

„Neben unseren IBC Top-Themen Media Intelligence, IP for Broadcast, OTT sowie Workflow Management & Media Logistics stehen zahlreiche weitere aktuelle Branchen-Entwicklungen auf unserer Agenda“, verspricht Qvest für die anstehende IBC. (8/16)

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