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# RTL Group: Streaming nähert sich der Profitabilität
- URL: https://mebucom.de/business/rtl-group-streaming-naehert-sich-der-profitabilitaet/
- Published: 2026-03-12T08:44:33.000Z
- Updated: 2026-03-12T08:44:39.000Z
- Description: Die RTL Group hat 2025 ihren Streaming-Umsatz um 26 Prozent gesteigert und die Verluste im digitalen Geschäft massiv reduziert. Der Jahresbericht markiert zugleich den letzten großen Auftritt von CEO Thomas Rabe.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Business & Markt, RTL, #wp, #wp-post, #Import 2026-06-23 12:20

Das Geschäftsmodell der RTL Group befindet sich im Umbau – und die Zahlen für 2025 zeigen, wie weit dieser Umbau bereits fortgeschritten ist. Der TV-Werbeumsatz sank um sieben Prozent auf 2,19 Milliarden Euro. Das ist kein Ausreißer, sondern Teil eines anhaltenden strukturellen Trends: Zuschauer wandern vom linearen Fernsehen zu Streaming-Plattformen ab, und die Werbebudgets folgen. Der Gesamtumsatz fiel um 3,8 Prozent auf 6,02 Milliarden Euro, belastet auch durch die Produktionstochter Fremantle, deren Umsatz um 9,4 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro zurückging.

Auf der anderen Seite wächst das digitale Geschäft schnell genug, um die Rückgänge teilweise aufzufangen. Der Digital-Werbeumsatz stieg um 27,7 Prozent auf 517 Millionen Euro und kompensierte damit bereits 68 Prozent des TV-Rückgangs. Noch deutlicher wuchs das Streaming-Geschäft: Der Umsatz legte um 26,3 Prozent auf 509 Millionen Euro zu, die Zahl zahlender Abonnenten stieg um 19 Prozent auf 8,06 Millionen.

Besonders bedeutsam ist die Entwicklung der Verluste. Die Streaming-Anlaufverluste schrumpften von 137 Millionen Euro im Vorjahr auf 47 Millionen Euro. Im vierten Quartal 2025 erreichte das Streaming-Geschäft nahezu die Gewinnschwelle – der Moment, auf den RTL Group jahrelang hingearbeitet hat.

## Wachstum durch starke Vertriebspartner

Dass RTL+ dieses Tempo halten konnte, ist auch das Ergebnis gezielter Vertriebspartnerschaften. Streaming-Dienste kämpfen um Sichtbarkeit in einem überfüllten Markt – RTL setzt deshalb auf Distribution über etablierte Plattformen. Die Partnerschaft mit der Deutschen Telekom, bei der RTL+ Premium bis 2030 in fast allen Magenta-TV-Tarifen enthalten ist, hat das Wachstum in Deutschland wesentlich mitgetragen. Seit Oktober 2025 ist RTL+ zudem als eigener Zusatzkanal bei Amazon Prime Video buchbar. Im Januar 2026 folgte ein gebündeltes Angebot gemeinsam mit HBO Max – zeitgleich mit dem deutschen Marktstart.

RTL Deutschland zählt mittlerweile 7,01 Millionen zahlende Abonnenten, ein Plus von 15,6 Prozent. Die Nutzungsdauer stieg auf 705 Millionen Stunden – ein Indikator dafür, dass Abonnenten die Plattform aktiv nutzen.

Um das Wachstum auch technisch zu unterfüttern, migriert RTL+ bis Ende April 2026 auf die Bedrock-Technologieplattform – dieselbe Infrastruktur, auf der bereits M6+ in Frankreich läuft. Für einen Dienst, der gerade erst die Gewinnschwelle anpeilt, ist Skalierbarkeit keine Nebensache. Der Schritt soll die Betriebskosten langfristig senken.

## Sky Deutschland als nächster Skalierungsschritt

Streaming ist ein Skalengeschäft: Wer mehr Abonnenten hat, kann mehr in Inhalte investieren und wird für Werbepartner attraktiver. Genau in diese Logik fügt sich auch die geplante Übernahme von Sky Deutschland ein. Im Juni 2025 [unterzeichnete RTL eine verbindliche Vereinbarung zum Erwerb des DACH-Geschäfts von Sky](https://mebucom.de/business/rtl-kauft-sky-deutschland/). Kombiniert kämen RTL Deutschland und Sky auf rund zwölf Millionen zahlende Abonnenten – das würde RTL zur klaren Nummer drei auf dem deutschsprachigen Streaming-Markt machen, hinter Netflix und Amazon. Die KEK hat der Übernahme bereits zugestimmt, die Freigabe der Europäischen Kommission wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet.

## Operative Gewinne unter Druck

Die Fortschritte im Streaming konnten das schwächere Kerngeschäft 2025 jedoch noch nicht vollständig kompensieren. Das Adjusted EBITA fiel auf 661 Millionen Euro, gegenüber 721 Millionen Euro im Vorjahr – getrieben vor allem durch den Rückgang im Sendergeschäft. Das Konzernergebnis lag mit 1,03 Milliarden Euro zwar deutlich über dem Vorjahreswert von 555 Millionen Euro, spiegelt aber vor allem den Erlös aus dem Verkauf von RTL Nederland an DPG Media wider.

Für 2026 erwartet RTL ein Adjusted EBITA von rund 725 Millionen Euro. Mittelfristig bestätigt der Konzern sein Ziel von einer Milliarde Euro – getragen durch ein erstmals profitables Streaming-Geschäft, Synergien aus der Sky-Übernahme und höhere Margen bei Fremantle.

## Rabes letzter Jahresbericht

Die Zahlen präsentiert Thomas Rabe in einer besonderen Situation: Es ist sein letzter Jahresbericht als CEO der RTL Group. Im Mai 2026 [übergibt er die Führung an Clément Schwebig](https://mebucom.de/job-karriere/rtl-group-ordnet-fuehrung-neu-clement-schwebig-wird-2026-ceo/), der zuletzt das Westeuropa- und Afrika-Geschäft bei Warner Bros. Discovery verantwortet hat und RTL aus einer früheren Tätigkeit zwischen 2002 und 2013 bereits kennt.

Rabe hinterlässt eine Gruppe im Übergang: Das klassische TV-Geschäft schrumpft, das Streaming-Geschäft steht kurz vor dem Wendepunkt in die Profitabilität. Schwebig übernimmt in dem Moment, in dem sich entscheidet, ob die jahrelangen Investitionen aufgehen – und ob RTL im europäischen Streaming-Markt dauerhaft eine tragende Rolle spielen kann.