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WEB-TV: Musiksender bunch.tv

WEB-TV: Musiksender bunch.tv

Der Websender bunch.tv wurde bereits im Dezember 2005 gestartet und zählte vor knapp drei Jahren zu den hippsten Angeboten im Netz unter dem Motto „Second Live“. Dafür gesorgt hat die von der Berliner Firma exozet entwickelte Software für eine universelle IPTV-Lösung namens „NextTV“, die beim Deutschen IPTV Award 2007 als „innovativste Technologie“ ausgezeichnet wurde. Sie sorgt, wie es exozet formuliert, für „das Verschmelzen von Bewegtbildinhalten mit interaktiven Community-Elementen und neuen Werbeformen zu einem interaktiven Broadcast“. Mittlerweile wurde NextTV weiter entwickelt, und auch bunch.tv erfährt demnächst mit der neuen Version einen Relaunch.

Das aktuelle wie das relaunchte Angebot besteht sowohl aus einem Livestream wie aus einem Video-On-Demand-Archiv, das nach verschiedenen Musikrichtungen unterteilt ist: elektronische Musik, Hip Hop, Heavy Metal, Rock und Reggae einschließlich „Dub und chillige Sounds. In einem „Camp“, wie bunch.tv seine Programmformate nennt, wird das Neueste aus allen Musikrichtungen präsentiert.
Die Anzahl der Online-Besucher beim Start von bunch.tv bei rund 500 und habe sich mittlerweile auf „4.000 bis 5.000 pro Tag“ eingependelt, die „im Schnitt rund 15 Minuten“ beim Web-Sender hängen bleiben, sagt bunch.tv-Geschäftsführer und Gründer Stephan Faber. Er war bis 2005 rund zehn Jahre bei VIVA in Köln – zuletzt als Producer – beschäftigt. Nachdem der amerikanische Medienkonzern Viacom, der die gesamte Viva Media AG gekauft hatte, die VIVA-Sender in Berlin bei MTV konzentrierte, entschloss sich Faber – auch wegen seiner Familie – in Köln zu bleiben und sich selbständig zu machen, wozu er die Webvision International Ltd. gründete.

Zwar wurde bunch.tv mit dem Auge auf eine „Anti-Norm“-Zielgruppe im Alter zwischen 18 und 38 Jahren auf die Beine gestellt. Mittlerweile aber hält Faber von solchen „Schubladen“ nichts mehr. Musik sei alterslos, und die Motivation für bunch.tv entspringe dem „Engagement und der Liebe für Musik“.
Die sei aber nicht auf Mainstream ausgerichtet. Vielmehr versuche man bei den Musikangeboten, einen „Spagat zwischen Nische und breiteren Themen“ hinzukriegen. Grundsätzlich hat sich Faber von Anfang an entschlossen, keine Videoclips von großen Labels wie „Universal“ oder „Warner Bros“ in bunch.tv zu bringen, zumal die auch kostenpflichtig wären. Vielmehr produziert bunch.tv viele Videoclips und Berichte über Musikfestivals und Konzerte selber. Teilweise auch bereits in HD-Qualität, die man so aber noch nicht im Netz übertrage. Faber schätzt, dass die eigene Produktion ein Volumen von bis zu 20 Stunden im Monat habe. Der Livestream werde täglich auf 24 Stunden hin mit verschiedenen Sendungen programmiert.
Zur aktuellen Finanzierung des Senders trägt grundlegend ein dreijähriger Sponsoringvertrag mit der Bier/Tequilia-Marke „Desperados“ bei. bunch.tv kooperiert mit dem Sennheiser Festivalsommer, mit dem Kölner Musikfestival c/o Pop, in der sich die Independent-Szene tummelt, wie auch mit dem Musikverlag „Intro“, der in seinem Online-Auftritt auch bunch-tv-Produktionen zeigt.

Dass plumpe Werbung – etwa Banner – die Internet-User eher nur „nervt“, hat Faber wie alle anderen Web-Plattformbetreiber erfahren. Deshalb setzt man bei der Online-Vermarktung eher auf die so genannten „PreRolls“. Das heißt, der User wird vorgewarnt, dass er beim Abruf eines von ihm gewünschten Beitrags, sich zuallererst einen Werbespot angucken muss.
Überhaupt, so weiß Faber, wollen die User „definitiv Ordnung im Angebot“ haben. Die Nutzeroberfläche müsse übersichtlich informativ gestaltet sein, so dass von Anfang an klar sei, welche Bewegtbild-Inhalte neben dem Livestream über die Website abzurufen sind. Dies werde der Relaunch ebenso berücksichtigt wie eine wesentlich bessere Bildqualität, die man mittlerweile wegen der immer leistungsstärkeren DSL-Bandbreite übertragen könne, über die die Internet-Nutzer heute verfügen. Da sich ebenso der Trend bei den Usern verstärkt habe, selber im Netz aktiv zu werden, indem sie sich zum Beispiel eigene Playlists erstellen wollen, Videos kommentieren und untereinander kommunizieren wollen, werden beim Relaunch auch diese Community-Elemente noch mehr in den Vordergrund gerückt.

TECHNIK
Genau dafür soll die aktuelle Version der TVNEXT Technologie sorgen. Laut exozet-IPTV-Produktmanger Nicolaus Westermann „wird das Frontend eine Kombination aus HTML und Flash mit dem neuen TVNEXT Player für Action Script 3 realsiert“.
Das TVNEXT Studio ermögliche mit der Sendeplanung das interaktive 24/7 Programm, ergänzt durch das Musik Rotationstool Music Master. Das TVNEXT Studio bringe außerdem die Community-Elemente mit ein, „wie Login, Profile und Kommentare“. „Mit der neuesten Version des TVNEXT Players wird bunch.tv außerdem das Videoformat auf H.264 umstellen und dadurch einen großen Sprung in der Bildqualität machen“, sagt Westermann. Das Content- und Media-Asset-Management werde über die neueste Version des exozet.cms Frameworks R4 2.0 auf PHP Basis erfolgen.
Auch Streaming und Playout werden weiterhin von Exozet durchgeführt, und zwar über den neuen Adobe Flash Media Server 3.
Erika Butzek (MB 07/08)

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