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ZDF verbessert Rahmenbedingungen für Auftragsproduktionen
ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler

ZDF verbessert Rahmenbedingungen für Auftragsproduktionen

Das ZDF hat seine Rahmenbedingungen für eine faire Zusammenarbeit mit Fernsehproduzentinnen und -produzenten weiterentwickelt und will nach eigenen Angaben zum 1. Juni 2022 zahlreiche Verbesserungen umsetzen.

"Mit den nun beschlossenen Änderungen stärken wir unsere Zusammenarbeit mit den Produzentinnen und Produzenten", so ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler. "Wir modernisieren die Basis unserer erfolgreichen Partnerschaft mit der Produktionswirtschaft und fördern damit Qualität, Kreativität und Nachhaltigkeit unserer Programme. Besonders freue ich mich, dass wir eine gemeinsame Ausbildungsinitiative an den Start bringen. In Zeiten, in denen der deutsche Produktionsmarkt von Umbrüchen gekennzeichnet ist, bleibt das ZDF größter Einzelauftraggeber in Deutschland und verlässlicher Partner der Produktionsunternehmen."

Die neuen Rahmenbedingungen sehen für die laufende Beitragsperiode eine Verbesserung der Produktionsbedingungen insbesondere für Dokumentationen vor. Gleichzeitig wird die Vergütung für die längerfristige Online-Nutzung von Programmen angehoben. Anpassungen bei den Zahlungsbedingungen verbessern den Cashflow der Produktionsunternehmen. Vorgesehen ist auch die Optimierung von Prozessen. Neuland beschreitet das ZDF mit der Einführung einer Ausbildungspauschale. Mit ihr soll die Ausbildung in Produktionsunternehmen unterstützt und die enge Zusammenarbeit mit der Produktionswirtschaft beim Thema Fachkräfteentwicklung verstärkt werden. Auch das ressourcenschonende und nachhaltige Produzieren wird gefördert.

Flankierend zu den verbesserten Rahmenbedingungen bekräftigt das ZDF die Bedeutung des partnerschaftlichen und kontinuierlichen Dialogs mit den Vertreterinnen und Vertretern der Produktionsunternehmen. "Angesichts der Herausforderungen des kompetitiven Marktes, aber auch mit Blick auf die Anforderungen, die Corona immer noch an die Herstellung von Film- und Fernsehproduktionen stellt, ist eine faire Partnerschaft mit den Produzentinnen und Produzenten wichtiger denn je", so ZDF-Justitiar Peter Weber.

Der Anpassung der Bedingungen ist ein intensiver und konstruktiver Dialog mit der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. Produzentenallianz) vorausgegangen. Die neuen Rahmenbedingungen können unter diesem Link abgerufen werden: https://kurz.zdf.de/rbprod/ 

Sie beinhalten unter anderem, dass der Onlinezuschlag für Produzenten und Produtzentinnen von 1% auf 1,3% angehoben wird und Kosten für Green Consulting und Ausgaben für Social Media ebenso anerkannt wird wie der Rechercheaufwand für Dokumentationen. Außerdem wird ein neuer Sicherungsfonds beim ZDF eingerichtet, mit dem über den Verzicht von Bürgschaften im Rahmen von Projekt- und Stoffentwicklungsverträge für Autorenverträge auch sonstige Vorbereitungsleistungen wie z.B. Vorbesichtigung, Location Scout, Motivsuche oder Reisekosten in Höhe von bis zu 15.000 Euro bürgschaftsfrei gestellt werden.

Produzentenallianz-CEO Björn Böhning erklärt zu dem Ergebnis: „Angesichts des unsicheren Marktumfeldes waren es schwierige, wenngleich konstruktive Verhandlungen mit dem ZDF. Es konnten wichtige Verbesserungen für Fernsehproduzentinnen und -produzenten erreicht werden, die ein weiterer Schritt in Richtung fairer Produktionsbedingungen sind. Besonders freut mich, dass wir bei der Beseitigung des Fachkräftemangels vorangehen. Das ZDF wird einen Fonds für die anteilige Übernahme von produktionsbezogenen Ausbildungskosten der Produzenten und Produzentinnen einrichten.“

Allerdings seien einige Forderungen der Produzentenallianz durch das ZDF nur zögerlich aufgenommen worden. Verhandlungsspielraum habe  das ZDF weder bezüglich der Bedingungen für Koproduktionsbeteiligungen und Vertriebsgarantien für Produktionen, bei denen sich ZDF-Studios als Koproduzenten beteiligen, noch bei den Fragen des wichtigen Rückfalls von Rechten an die Produzenten und Produzentinnen zugelassen. Zusätzlich wolle die Produzentenallianz die Beauftragung von Family Entertainment Produktionen und die Auftragslage für von Frauen geführten Produktionsunternehmen thematisieren.

„Wir haben Verbesserung erreicht, sind aber noch lange nicht am Ziel. Faire Produktionsbedingungen sind der Humus für Kreativität und Innovationen. Es ist daher gut, dass die Produzentenallianz und das ZDF vereinbart haben, sehr zügig über weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen zu sprechen. Das ist für uns unerlässlich, damit der Produktionsstandort Deutschland in schwierigen Zeiten nicht vor die Wand fährt.“

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