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Ausgezeichnete Zusammenarbeit

Ausgezeichnete Zusammenarbeit

Full Service-Provider MEDIA BROADCAST organisiert wie schon bei der FIFA WM 2006 in Deutschland die Signalübertragung zwischen den Stadien und dem International Broadcast Center (IBC). Darüber hinaus werden für zahlreiche nationale und internationale Kunden Kontributionsaufträge erfüllt. ARD und ZDF nutzen ferner fünf SNG-Fahrzeuge von MEDIA BROADCAST für Reisereportagen und Satelliten-Backup.

Im März 2009 konnte die MEDIA BROADCAST GmbH nach dreijährigen Verhandlungen einen wichtigen Vertrag ab-schließen. Das Tochterunternehmen der französischen TDF-Gruppe erhielt vom südafrikanischen Telekommunikationsunternehmen Telkom SA Limited den Auftrag, Übertragungsleistungen für die Spiele des FIFA Confederations Cup Südafrika 2009 und die Spiele der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 bereitzustellen. Auf Basis einer Hochgeschwindigkeits-Glasfaser-Infrastruktur der Telkom SA plante und realisierte MEDIA BROADCAST in der Folge eine hochmoderne IP-basierte Übertragungsplattform. Hierüber erfolgt die sogenannte Venue Contribution, die Übertragung der Fernsehbilder von den zehn WM-Stadien zum International Broadcast Center (IBC) in Johannesburg. Alle Stadien sind jeweils doppelt über Leitungen mit getrennter Trassenführung an das südafrikanische Glasfaser-Highspeed-Netz angebunden. Die Telkom SA stellt STM 64 SDH-Verbindungen und Gibabit-Ethernet-Verbindungen zur Verfügung über die MEDIA BROADCAST seine Adaptionen betreibt. SDH steht für Synchronous Digital Hierarchy und beschreibt eine der Multiplextechniken im Bereich der Telekommunikation, die das Zusammenfassen von niederratigen Datenströmen zu einem hochratigen Datenstrom erlaubt. STM wiederum beschreibt die Bitraten-Hierarchiestufen von SDH. STM-64 steht dabei für eine Bandbreite von knapp 10.000 Mbit/s.

Beim Confederations Cup 2005 und der FIFA WM 2006 in Deutschland hatte MEDIA BROADCAST die TV-Signale aus den Stadien zum IBC erstmals komplett in HDTV übertragen. Dabei wurde das Netz der Deutschen Telekom genutzt. „Die Netzleistung des Netzes der Telkom SA ist vergleichbar mit dem der Deutschen Telekom“, erklärt Christian Olschewski, Geschäftsführer MEDIA BROADCAST SA (South Africa). Das technische Niveau der Signal-Kontribution bei den FIFA-Events in Deutschland und Südafrika sei deshalb identisch wenn nicht gar besser.
Zur FIFA WM 2006 wurde erstmals bei der TV-Signalverteilung mit einer voll redundanten, leistungsstarken Glasfaserinfrastruktur gearbeitet, über die alle Bilder in HDTV übertragen wurden. Der Satellit war nur als Drittweg angebunden. Vom Grundsatz her ist man bei diesem Konzept geblieben. „Eingesetzt wird jedoch deutlich leistungsstärkere Technik für die IP-Audio/Video-Layer“, betont Projektleiter Technik Jürgen Schwingen. Zur IP-Übertragung werden hochinnovative Systeme für die Video Transport Plattform eingesetzt. „Sie verpacken die Signale in IP und übertragen sie dann über das Netzwerk der Telekom SA“, erklärt Schwingen. Bei der FIFA WM 2006 habe man noch auf die Vorgängerversion der Geräte setzen müssen. Damit sei jedoch nur die unkomprimierte IP-Übertragung von HD-Video möglich gewesen. Mit den neuen Systemen sei man heute in der Lage, auch JPEG 2000 komprimierte Signale zu übertragen, sowie Fast Ethernet (100 Mbit/s) und Gigabit Ethernet-Verbindungen zu nutzen. „Mit der neuen Gerätegeneration werden wir multiservicefähig. Wir sind dabei nicht nur auf Video und Audio beschränkt sondern können auch Datenverbindungen anbieten“, betont Schwingen. „Dadurch, dass wir jetzt auch komprimiertes Video übertragen können, sparen wir zudem Bandbreite und können über unsere Plattform insgesamt mehr Services übertragen.“

Die STM-64 Verbindungen zwischen einem Stadion und dem IBC werden nur spieltagbezogen geschaltet. „Es gibt aber auch permanente Verbindungen. Hierzu nutzen wir die Gigabit Ethernet-Schnittstelle der Systeme“, erklärt der Technik-Projektleiter.
Ein weiterer Vorteil der Systeme sei, dass sie Auswahl und Übernahme von IP-Datenpaketen, die über die beiden redundanten Glasfaser-Routen vom Stadion im IBC eintreffen, automatisch erledigten können und dabei das Umschalten zwischen den Leitungen völlig unterbrecherfrei funktioniert. „Dieses Leistungsmerkmal hat dem Hostbroadcaster HBS schon bei der FIFA WM 2006 sehr gut gefallen. 2010 wollte man daher auf diese Technologie nicht verzichten“, berichtet Schwingen.

Kooperation mit DJD Telecom180
Zur Realisierung der Serviceleistungen im Bereich der Venue Contribution hat MEDIA BROADCAST sich mit dem Partner DJD Telecom180 aus Pretoria zusammen getan. Mit ihm hat MEDIA BROADCAST zur FIFA-WM 2010 das Gemeinschaftsunternehmen MEDIA BROADCAST SA gegründet. Das war nach den sogenannten Black Economic Empowerment-Regeln (BEE) der südafrikanischen Regierung Voraussetzung, um überhaupt in Südafrika tätig werden zu können. Die Kooperation mit der DJD Telecom180 soll auch über die FIFA WM 2010 hinaus Bestand haben. Grund dafür ist, dass MEDIA BROADCAST dabei ist, sich den afrikanischen Broadcast-Markt für weitere Geschäftsaktivitäten zu erschließen.
Zur FIFA WM 2010 ist MEDIA BROADCAST mit 70 technischen Mitarbeitern vor Ort, 58 davon kommen aus Deutschland, 12 aus Südafrika. Dazu kommen weitere 40 lokale Support Kräfte, hauptsächlich Fahrer und Sicherheitsleute.

MEDIA BROADCAST SA ist ausschließlich für die Venue Contribution zuständig. „Alle weiteren Dienstleistungen wie die SNG-Bereitstellung, die internationale Kontribution und Wegeführung vom IBC nach Europa erledigt die MEDIA BROADCAST GmbH“, erklärt Olschewski.
Das Unternehmen hat in Südafrika fünf SNG-Fahrzeuge an ARD und ZDF vermietet. Zwei davon dienen als Backup-Fahrzeuge. Eines steht auf der Sat-Farm im IBC und das andere beim DFB-Quartier. Die drei anderen SNGs werden im Land unterwegs sein, um für ARD und ZDF Hintergrundreportagen zu produzieren. Die SNGs sind produktionstechnisch entsprechend ausgestattet. Das Satelliten-Backup am DFB-Mannschaftshotel soll genutzt werden, wenn die von MEDIA BROADCAST bereit gestellte Glasfaserleitung zwischen ARD/ZDF-Technik-Compound am Mannschaftshotel zum IBC ausfallen sollte. Das SNG-Backup im IBC wiederum dient der Ausfallabsicherung der Glasfaserleitungen nach Deutschland. MEDIA BROADCAST hat zwei STM-16-Leitungen gemietet, die sie an ihre Kunden untervermietet. Deren Kapazität war laut Olschewski drei Wochen vor der FIFA WM „so gut wie ausgelastet“. Zu den Kunden die das internationale Kontributionsangebot von MEDIA BROADCAST nutzen gehören ARD, ZDF, RTL, Deutsche Telekom, DFB, ORF, Aldea Solution, China Unicom und Telstra in Australien, Globecast sowie die MEDIA BROADCAST-Schwesterfirma SmartJog. „Hinter manchen Kunden verbergen sich meist mehrere nationale Rechtehalter“, erklärt Olschewski.
Er weist darauf hin, dass MEDIA BROADCAST bereit ist, auch kurzfristige Service-Anfragen noch zu bearbeitet. „Wenn wir in der Lage sind, weitere Aufgaben mit dem vorhandenen Equipment und den verfügbaren Kapazitäten zu regeln, dann machen wir das notfalls auch noch sehr kurzfristig“, betont er.
Die bislang von MEDIA BROADCAST in Südafrika gemachten Erfahrungen würden auf einen absolut reibungslosen Ablauf der Fußball-WM Übertragungen hindeuten. „Die Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern läuft sehr gut, sowohl mit der Telkom SA als auch mit der DJD Telekom180“, betont er. Die Telcom SA sei sehr professionell aufgestellt und verfüge über ein hoch innovatives Netz. „Wir hatten bislang keine Probleme auch nicht mit Blick auf die Sicherheitslage“, sagt er. Allerdings gelte es, wie in jedem anderen Land auch, sich den besonderen Gegebenheiten dort anzupassen. Alle MEDIA BROADCAST-Mitarbeiter seien vor der Reise nach Südafrika entsprechend geschult worden.
Eckhard Eckstein (MB 06/10)

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