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Beste Wachstumschancen

Beste Wachstumschancen

Bei Pay-TV-Plattformbetreibern und TV-Sendern gewinnt die Multiscreen-Distribution zunehmend an Bedeutung. Das wurde auch wieder auf der Consumer Electronic Show (CES) 2013 in Las Vegas deutlich. Hier präsentierte unter anderem Cisco eine umfassende Multiscreen-Lösung.

Mit Videoscape Unity hat Cisco auf der Consumer Electronic Show (CES) 2013 in Las Vegas eine Distributionsplattform für Multiscreen Video- und TV-Services vorgestellt. Sie integriert Lösungen aus dem Portfolio von Cisco und NDS. NDS war im März 2012 für fünf Mrd. US-Dollar von Cisco übernommen worden. Die neue Plattform soll Programmanbietern den Einsatz neuer synchronisierter und intuitiv bedienbarer Multiscreen-Services ermöglichen. Sie verbindet cloud-, netzwerk- und clientbasierte Komponenten über offene Schnittstellen. Die Cloud- und Netzwerk-Komponenten erlauben das Angebot von optimierten personalisierten Services wie einen cloudbasierten Multiscreen Digital Video Recorder (DVR) mit dessen Hilfe der Anwender aufgezeichnete Inhalte überall und jederzeit auf allen Bildschirmen konsumieren kann.

Die Client-Komponenten beinhalten Cisco Snowflake Interface Design-Modelle und NDS Media Highway Multiplatform Clients.

Videoscape wird von Cisco erstmals auch als „Software-as-a-Service“ (SaaS) angeboten. Das bedeutet, dass Programmanbieter ihre komplette Videodistributionsinfrastruktur von Cisco bauen, überwachen, bedienen und hosten lassen können. Dadurch sollen die Betriebskosten für die Anbieter deutlich reduziert werden können. Cisco lockt mit seinem umfassenden Multiscreen-Know-how und seinen über 7.500 angestellten Video-Ingenieuren. Die offene Plattform soll außerdem auch mit Komponenten von Drittherstellern gut zusammen spielen.

Im Rahmen der Cisco-Pressekonferenz auf der CES 2013 veranstaltete Cisco auch eine Paneldiskussion zum Thema „The Future of TV: Above and Beyond TV Everywhere" mit Marthin De Beer, Senior Vice President von Ciscos Video and Collaboration Group und führenden Vertretern von Fox Broadcasting, Cox Communications, Major League Baseball Advanced Media, Liberty Global und BSkyB. Die Industrievertreter lobten das Zusammenspiel von Cisco und NDS und hoben die daraus resultierenden Vorteile für die Entwicklung von innovativen Lösungen für Service-Provider und Programmanbieter hervor.

Jesper Andersen, Senior Vice President und General Manager der Cisco Service Provider Video Technology Group, erklärte hier: „Service-Anbieter, die eine neue, moderne Videodistributionsinfrastruktur aufbauen wollen, können in der Regel nur zwischen einer kundenspezifischen Lösung oder einer Standardprodukt-Lösung wählen. Beide für sich haben gewisse Einschränkungen. Mit Videoscape Unity ist das nicht mehr der Fall. Unser Angebot kombiniert die Vorteile beider Lösungswege.“

Viele Unterschiedliche Player

Multiscreen steht auch bei vielen anderen Lösungsanbietern ganz oben auf der Agenda. Dazu gehören unter anderem die Firmen Anevia, Appear TV, ATEME, Edgeware oder Elemental Technologies, Ericsson, Harmonic, Irdeto, Motorola, Nagra, RGB Networks, Rovi, Visual Unity oder Wowza Media Systems. Sie bieten TV-Sendern und -Plattformbetreibern für IP-basiertes Videostreaming optierte Mediaserver an oder komplette Software-Plattformen mit Transkoding-Funktionalitäten, Asset- und Rechte-Management sowie automatisiertem Playout. Ihre Geschäfte verzeichnen dabei steile Wachstumskurven. Beispielhaft dafür steht Elemental. Im letzten Jahr konnte das US-Unternehmen, dessen Produkte in Deutschland seit kurzem von Logic vertrieben werden, seine Kundenzahl auf über 250 in 40 Ländern mehr als verdoppeln. Neue Kunden sind unter anderem BBC, NHK, Red Bee Comumbus Communications und Media Prima. Umsatzmäßig legte Elemental nach eigenen Angaben um 200 Prozent zu. Dabei geholfen hat sicherlich auch das umfangreiche Engagement zu den Olympischen Sommerspielen 2012. Hier unterstützte Elemental Unternehmen wie HBO, Comcast und ESPN bei ihren Multiscreen-Distributionsaktivitäten. Wegen der starken Expansion im internationalen Markt und im Bereich der Pay-TV-Anbieter wurden neue Niederlassungen in Europa, Asien-Pazifik und Lateinamerika gegründet. „Elementals Wachstum wird klar getrieben vom sich ändernden Nutzerverhalten der Medienkonsumenten. Sie schauen sich immer öfter gestreamte Inhalte auf dem Fernseher, auf Smart-Phones, Tablets oder Computern an“, sagt Elemental-CEO und -Mitbegründer Sam Blackman. „Das Jahr 2012 war für uns ohne Zweifel einzigartig und letztlich auch eine Bestätigung unserer nachhaltigen Wachstumsstrategie und unserer überlegenen Produktlinie.“ Insbesondere der Elemental Server und die Elemental-Live-Systeme würden sich ausgezeichnet verkaufen. Auch die neue Elemental-Stream-Lösung sei vielversprechend gestartet.

Die Marktforscher IHS und Informa Research prognostizieren für den OTT Markt im Jahr 2016 ein Umsatzvolumen von 34 bis 37 Milliarden US-Dollar bei jährlichen Wachstumsraten von über 30 Prozent. „Multiscreen Video Delivery bietet aktuell die besten Wachstumschancen in der Medienindustrie“, erklärte Tom Morrod, Director Consumer und Media Technology von IHS. „Bei der Untersuchung der 40 innovativsten Pay-TV-Anbieter konnten wir einen rasanten Anstieg aktiver Multiscreen-Client-Systeme verzeichnen – von nur einigen Tausend in 2008 auf rund 155 Millionen in 2012. Wir gehen davon aus, dass dieses Wachstum mit über 40 Prozent im Durchschnitt bis 2015 anhält. Dann wird bei den Pay-TV-Betreiberplattformen auch die Zahl der eingesetzten Multiscreen-Soft-Clients größer sein als die der Set-top-Boxen.“

Automatisierte Publishing-Lösung

Den Multiscreen-Trend unterstützen mittlerweile auch immer mehr Unternehmen aus dem klassischen Broadcast- und Postproduktionsmarkt. Dazu gehören unter anderem auch Avid, EVS, Harris und Sony. So hat Avid der NAB 2012 mit „Multi-Platform-Distribution“ (MPD) eine automatisierte Publishing-Lösung vorgestellt. Damit müssen Inhalte nur einmal erstellt werden und können anschließend in den richtigen Formaten an die jeweiligen Ausgabekanäle geliefert werden. MPD soll aktuellen und künftigen Anforderungen an die Inhalte-Bereitstellung auf allen Ausgabekanälen gerecht werden und Medienunternehmen so bei der Kundengewinnung und -bindung helfen. Avid sieht in der Multiplattform-Distribution vor allem Vorteile bei der Stärkung der Markenbekanntheit, dem Ausbau der Publikumsbasis, der Werbeeinnahmen, des Umsatzes und der Marktanteile. „Die Mediennutzung hat sich stark verändert. Das erhöht den Druck auf unsere Kunden, mehr Inhalte für verschiedene Bildschirmgrößen zu liefern“, betonte Chris Gahagan, Senior Vice President of Products and Solutions bei Avid. „Unsere Multiplattform-Distributionslösung unterstützt die Medienproduzenten, indem sie ihnen die Flexibilität bringt, ihre Inhalte wesentlich einfacher und schneller als bislang möglich zu integrieren, zu managen und bereitzustellen.“

Auf Basis von Avid Interplay, iNEWS und Webservices-APIs gestaltet die neue Lösung den Ressourcen- und Metadatenfluss auf intelligente Weise – von der Erstellung über die Transkodierung zur Bereitstellung in Web-Content-Management-Systemen, Online-Videoplattformen und sozialen Netzwerken – und erlaubt so eine kosteneffiziente Anpassung an diverse Kundenanforderungen und -umgebungen.

„Der Markt macht es notwendig, dass Medienunternehmen ihre Netze weiter auswerfen und mit ihren Inhalten die maximale Anzahl an Benutzern erreichen – in einem Umfeld, in dem Content überall und jederzeit, auf jedem beliebigen Gerät und auf Abruf konsumiert wird. Gleichzeitig müssen sie dafür sorgen, dass die Content-Ersteller, beispielsweise die Journalisten, agil und flexibel agieren können bei der Produktion, Verwaltung und Veröffentlichung der Inhalte. Lösungen, die all das bieten, sind zurzeit noch rar gesät“, meinte Mukul Krishna, Global Director der Abteilung Digital Media bei Frost & Sullivan. Avids Multiplattform-Distributionslösung stelle einen bedeutenden Schritt in der Erweiterung des Asset-Management-Portfolios des Unternehmens dar, denn sie versetzte ihre Anwender in die Lage, eine immer größere Vielfalt an Content-Veröffentlichungsoptionen und damit eine größere Anzahl an Kunden zu bedienen.
Eckhard Eckstein
(MB 02/13)

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