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Rasante Entwicklung bei Kino-Digitalisierung

Rasante Entwicklung bei Kino-Digitalisierung

Nach einem neuen Bericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle und MEDIA Salles waren Ende 2011 europaweit rund 18.500 Kinoleinwände digitalisiert. Dies bedeutet, dass der Anteil der digitalen Leinwände in den letzten drei Jahren von gerade mal 4 Prozent auf mittlerweile über 52 Prozent der Leinwände in Europa angewachsen ist (siehe Grafik). Probleme mit der Umrüstung haben vor allem kleine Vorort oder Provinztheater, die oftmals nur eine Leinwand bespielen.

Während die erste Phase der Massendigitalisierung in den Jahren 2009 und 2010 fast ausschließlich von 3D getrieben worden war, sind 2011 vor allem 2D-Leinwände für die digitale Projektion umgerüstet worden. Dies weise darauf hin, dass die Digitalisierung der europäischen Kinos in ihre zweite Wachstumsphase eingetreten ist und vor allem von der - meist VPF finanzierten vollständigen Umrüstung aller Kinosäle größerer Kinoketten sowie von öffentlichen Initiativen getragen wird. Letztere reichen von gesetzlichen Regelungen (Frankreich) über öffentlich finanzierte branchenweite Digitalisierung (Norwegen und Niederlande) bis hin zu direkten Fördermaßnahmen, von denen in dem Bericht 60 Programme auf nationaler, subnationaler und paneuropäischer Ebene benannt werden, darunter das neue Förderprogramm von MEDIA 2007.



Kleine Kinos und Betreiber haben allerdings bei der Umrüstung auf Digitaltechnik große Schwierigkeiten. Bis Ende 2010 waren nur 11 Prozent der Einzelkinos mit nur einer Leinwand digital umgerüstet worden, wohingegen 89 Prozent der Multiplex-Kinos mindestens eine Leinwand digitalisiert hatten (siehe Tabelle). Kleine Kinos stellen aber einen charakteristischen Teil der europäischen Kinolandschaft dar: fast 60 Prozent aller europäischen Kinos bespielen nur einen Kinosaal. Die wirtschaftliche Bedeutung solcher Kinos für das Gesamteinspielergebnis an den Kinokassen ist eher gering zu bewerten, doch spielen diese kleinen Kinos in vielen kleineren Orten eine wichtige gesellschaftliche und kulturelle Rolle, nicht selten sind sie der einzige Kulturträger. „Der Umstand, dass die Digitalisierung dieser kleinsten Kinoform so eindeutig hinterherhinkt, scheint die Befürchtung zu bestätigen, dass kommerzielle Finanzierungs-Modelle für die Digitalisierung nicht alle Kinos in Europa abdecken können und für 15 bis 20 Prozent der Leinwände in Europa eine Finanzierungslücke besteht“, heißt es in dem Bericht.

Gleichzeitig ist angesichts des hohen Digitalisierungsgrades mehrerer europäischer Märkte das baldige Ende des 35-mm-Verleihs abzusehen. Mitte 2011 hatten insgesamt elf Länder bereits mindestens die Hälfte ihrer Kinosäle digitalisiert, darunter auch große Länder wie Frankreich oder England. Norwegen hat als weltweit erstes Land die vollständige Digitalisierung aller Kinos abgeschlossen. Es wird erwartet, dass die Verleiher in Belgien, Luxemburg und Norwegen bereits 2012 den Verleih von 35-mm-Filmen einstellen. (1/12)

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