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Web-TV-Angebot legt zu

In Deutschland gibt es aktuell 1.418 Web-TV-Angebote, auf denen täglich 166 Millionen Videos abgerufen werden. Die Videoabrufe haben damit gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Prozent zugenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die auf den MEDIENTAGEN MÜNCHEN 2011 vorgestellte Untersuchung BLM Web-TV-Monitor 2011.

Noch dominieren dabei die drei bis fünf-minütigen Kurzclips der Videosharing-Plattformen. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich laut BLM jedoch auch längere Formate, die von professionellen Inhalte-Produzenten zunehmend online angeboten werden.

Die BLM gibt an, dass auch die Empfangsmöglichkeiten für Videos im Internet immer vielfältiger werden. Zu PC und Smartphone kommen diverse neue Geräte wie etwa Tablets, Spielekonsolen oder internetfähige Hybrid-Fernseher hinzu.

Die Video- und Onlineportale der klassischen Medien stellen mit 43 Prozent die Gruppe mit der höchsten Angebotszahl. Rund ein Drittel (33 Prozent) sind Web-TV-Sender, die ausschließlich für das Internet produziert wurden - sogenannte Internet-Only-Channels. Zum Web-TV-Markt gehören zudem Corporate-TV- und Videoshopping-Portale (9 Prozent), nichtkommerzielle Web-TV-Sender (5 Prozent), Mediatheken und Video-Center (zusammen 4 Prozent) sowie Video-Sharing-Plattformen (3 Prozent).

Gegenüber 2010 hat insbesondere die Anzahl der Internet-Only-Sender (insgesamt 36 Angebote mehr als im Vorjahr) und der Onlineangebote der klassischen Medien (insgesamt 35 zusätzliche Angebote) zugenommen. Daneben wird das Wachstum vor allem durch Unternehmensfernsehen und durch nicht kommerzielle Angebote vorangetrieben.

Verbreitungswege für Web-TV: Mobile immer wichtiger

Die Verfügbarkeit auf allen Verbreitungswegen wird für den Erfolg der Web-TV-Angebote immer wichtiger. Entfielen 2010 erst drei Prozent der Video-Abrufe laut Angaben der im Web-TV-Monitor 2011 antwortenden Anbieter auf mobile Angebote, erwarten die Anbieter bis 2013 eine deutliche Steigerung und einen Abrufanteil von dann 25 Prozent.

Auch Hybrid-TV am heimischen Fernsehgerät gewinnt für Web-TV an Bedeutung. Aktuell sind Abrufe hierüber noch kaum messbar. Die antwortenden Anbieter selbst jedoch erwarten schon 2013 einen Abrufanteil von sechs Prozent. Besonders profitieren dürften hiervon nach Goldmedia-Analysen die Mediatheken, Videocenter und Online-Video-Angebote der TV-Sender. Von der Entwicklung in den USA allerdings, wo Netflix rund 60 Prozent des Traffics allein über die internetfähigen Spiele- und Mediakonsolen Playstation und Xbox erzielt, ist Deutschland noch weit entfernt. Ein Grund dafür ist das Fehlen eines Content-Aggregators, der auf allen Plattformen vertreten ist.

Ein wichtiger Treiber für Online-Videoangebote ist Social Media. Die Befragungsteilnehmer gaben an, dass 2010 immerhin schon fünf Prozent der Web-TV-Zugriffe über Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter generiert wurden. Bis 2013 erwarten sie einen Anstieg auf 13 Prozent (zzgl. Youtube). Empfehlungen im Bekannten- und Freundeskreis sind als Orientierungsgeber im Universum der Online-Video-Angebote immer wichtiger. Mit den jüngsten Schritten von Facebook, sich als Empfehlungsplattform auch für Medieninhalte zu etablieren, steigt die Bedeutung von Social-Media als Vermittler von Medienangeboten. (10/11)

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