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Zurück auf der Erfolgsspur

Zurück auf der Erfolgsspur

Beim Internationalen Presse Kolloquium in Berlin erklärte Telekomchef René Obermann, wie sich die Deutsche Telekom in der digitalen Welt positionieren will. Er machte deutlich, dass der Ausbau der Breitbandnetze auf Basis von VDSL sowie die Vermarktung des IPTV-Angebots T-Home Entertain bei der Deutschen Telekom oberste Priorität hat.

„Nach einem katastrophalen Jahr 2006 sind wir zurück auf der Erfolgsspur im Breitbandgeschäft“, erklärte Telekomchef René Obermann anlässlich des Internationalen Presse Kolloquium des Konzerns in Berlin. Der Telekom-Marktanteil bei DSL-Neukunden in Deutschland lag demnach für das Gesamtjahr 2007 bei rund 44 Prozent. „Im Jahr zuvor war es nicht einmal jeder fünfte Kunde, der sich für unser Angebot entschied, mittlerweile ist es fast jeder zweite“, berichtete Obermann. Auch das Internet-Fernsehangebot „T-Home Entertain“ sei am Markt erfolgreich. „Zur IFA im September 2007 haben wir eine massenmarktfähige Version des interaktiven Internet-Fernsehens an den Start gebracht“, erklärte Obermann. „Per Jahresende hatten wir 150.000 T-Home Entertain Pakete verkauft, wovon bereits knapp 120.000 bereitgestellt – also angeschlossen – wurden. Damit liegen wir voll im Korridor unserer Zielsetzung. Für das Jahresende 2008 peilen wir rund 500.000 Kunden an.“

Der Ausbau der Breitband-Infrastruktur geht laut Telekomchef zügig voran: Bis Jahresende 2007 wurden demnach in 27 deutschen Städten VDSL-Netze aufgebaut. „Rechnet man die 750 Städte mit ADSL2+ hinzu, ist unser Highspeed-Internet damit in mehr als 17 Millionen Haushalten verfügbar – rund die Hälfte der Haushalte in Deutschland“, rechnete Obermann vor.
Er sprach sich erneut „gegen zuviel Regulierung“ aus. „Das Wettbewerbsfeld der Zukunft wird breitbandbasierte Kommunikation jeder Art sein – ob klassisches DSL, VDSL, Kabel, Mobilfunk oder demnächst Standalone-Breitband-Anschlüsse. Um so wichtiger ist es, dass Politik und Regulierung auch dieser veränderten Marktdynamik und Wettbewerbsintensität angemessen, das heißt, durch eine weniger interventionistische Linie Rechnung tragen, um Innovationen und Investitionen zu ermöglichen. Ich wiederhole meine These, dass Deutschland und die EU insgesamt bei Investitionen in die modernen Netztechnologien gegenüber den USA oder Asien sonst noch weiter zurückfallen werden“, betonte er.

Strategische Ausrichtung
Laut Obermann hat die Deutsche Telekom auch deutliche Fortschritte hinsichtlich ihrer strategischen Ausrichtung in den nächsten Jahren gemacht. „In Verbindung mit immer schnelleren Netzzugängen entstehen internetbasierte Produkt- und Serviceangebote für den digitalen Lifestyle – das ist der Kern unseres Ansatzes eines ‚connected life and work’, des vernetzten Lebens und Arbeitens“, sagte er. Obermann nannte vier Kernkompetenzen, auf die sich die Telekom konzentrieren will, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren: breitbandige Netzzugänge, IP-basierte Kommunikations- und Mehrwertdienste, ein optimiertes Content-Management sowie bestangesehenen Endkunden-Service.

Die Telekom werde auch in Zukunft keine eigenen Inhalte produzieren, stellte Obermann klar: „Wir werden unseren Kunden lediglich den bestmöglichen Zugang zu ihren digitalen Inhalten sowie die Verwaltung und Speicherung ermöglichen, indem wir die notwendigen Plattformen wie IPTV, web'n'walk 3.0 und entsprechende Endgeräte bereitstellen.“ Um sich in einem dynamischen und wettbewerbsintensiven Umfeld durchsetzen zu können, reiche es nicht aus, sich auf bisherige Stärken – wie Netze und Kommunikationsservices – zu konzentrieren. Service und Content-Management würden weiter an Bedeutung gewinnen.
In einer Talkrunde des Internationalen Presse Kolloquiums diskutierten die Teilnehmer, wie sich das Thema „connected life“ in Zukunft konkret gestalten wird. Christopher Schläffer, Group Product and Innovation Officer des Konzerns, nannte drei zentrale Trends, die prägend für die Telekommunikationsbranche der nächsten Jahre sind: Personalisierung, Digitalisierung und Mobilisierung. „Diese Trends greifen wir auf - mit eigenen Angeboten wie Scout24, mit strategischen Investments und durch die enge Zusammenarbeit mit innovativen Unternehmen.“
Eine positive Bilanz des Jahres 2007 zog auch Timotheus Höttges, Vorstand T-Home / Sales&Service. „Wir haben ein Jahr nach dem begonnenen Umbau zu alter Stärke zurückgefunden“, erklärte er. Das Geschäftsfeld habe alle selbst gesteckten Ziele erreicht. „T-Home konnte zum Beispiel den Marktanteil im DSL-Neukundengeschäft nahezu verdreifachen, fünf Quartale hintereinander konnten wir einen Marktanteil von über 40 Prozent realisieren. Wir sind die Nummer Eins auf dem deutschen Breitbandmarkt. Auch die Kundenzufriedenheit ist deutlich gestiegen.“

Als wichtigstes Ziel für 2008 nannte er den weiteren Ausbau der Breitbandmarktführerschaft. In einem ersten Schritt sollen 13 weitere Städte mit VDSL ausgestattet werden. Bis Ende des Jahres soll zudem in rund 1.000 Städten Hochgeschwindigkeits-Internet auf Basis von ADSL2+ verfügbar sein. „Das ist die Basis, um für unser IPTV-Produkt Entertain einen Massenmarkt zu erschließen“, sagte Höttges. Dafür gebe es ein klares Ziel. Ende 2008 sollen rund 500.000 Entertain-Pakete verkauft sein. Zur CeBIT 2008 werde T-Home dafür neue Inhalte und Funktionen präsentieren.
Eckhard Eckstein (MB 03/08)



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