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Anregungen für die eigene Produktion
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Anregungen für die eigene Produktion

Digitale Cinematography Zum sechsten Mal ging in München (29. bis 30. Mai) die „Digitale Cinematographie“ über die Bühne. Die auf digitale Film- und Produktionstechniken spezialisierte Veranstaltung bietet eine Kombination aus Messe, Screenings und Workshops. Top-Thema in diesem Jahr war die 3D-Stereoskopie. Erstmals in Deutschland gezeigt wurden einige Produkte wie die neue digitale High-End-Kamera F35 von Sony. Veranstalter und Aussteller zeigten sich mit dem Verlauf der Show sehr zufrieden.

Zuletzt wurde die Digitale Cinematographie in München immer parallel zum Filmfest München veranstaltet. In diesem Jahr ging das nicht. Die Veranstaltungsräumlichkeiten im Forum am Deutschen Museum standen zum anvisierten Termin nicht zur Verfügung. Die auf digitale Film- und Produktionstechniken spezialisierte Show wurde einfach um einen Monat vorgezogen (29. bis 30. Mai). Von Nachteil war das nicht. Auch ohne die sonst umworbenen Filmfest-Gäste zeigte die Digitalen Cinematographie 2008 mit über 1.100 Besuchern und 40 Ausstellern, dass sie als Branchen-Event mittlerweile fest etabliert ist. Ihre Akzeptanz hat in den vergangenen Jahren beständig zugenommen.

Die zum High-Definition Competence Center zusammengeschlossenen Gründerväter und Veranstalter Band Pro Munich, Ludwig Kameraverleih und MKMedia Production registrieren das mit Freude und schrauben ihre Ansprüche an die Veranstaltung beständig nach oben. MKMedia Production-Chef Martin Kreitl sieht die Digitale Cinematographie dann schon als Wegbereiter für aktuelle Branchentrends und Orientierungspunkt für die europäische Film- und TV-Landschaft. Er glaubt, dass die Veranstaltung der Entwicklung von HDTV und digitaler Kinoprojektion in Deutschland neuen Schub verleihen kann. „In Deutschland ist man dabei, die HD-Entwicklung zu verschlafen. Mit der Digitalen Cinematographie wollen wir dem entgegenwirken“, erklärte er. Die technischen Möglichkeiten für HDTV seien schließlich in der gesamten Kette von der Produktion bis zum Konsumenten vorhanden. Schon 34 Prozent der Haushalte seien hierzulande mit HD ready-Displays ausgestattet.

Praxisnaher Charakter
Die Zahl der Aussteller auf der Digitalen Cinematographie ist in diesem Jahr auf 40 gewachsen. Neu dabei waren unter anderem Snell & Wilcox, Cinegate, Kamtek, Assimilate, Panther, QFilm & Video GmbH und SDT Dr. Seitner GmbH.
Auf der rund 2.000 qm großen Ausstellungsfläche konnte man viel über den aktuellen Stand und die zukünftige Entwicklung von Produktion und Postproduktion digitaler Bewegtbilder erfahren. „Praxisnaher Charakter und enger Realitätsbezug mache den Erfolg aus“, meinte Gerhard Baier von Band Pro Munich. Nicht die Ausstellung stehe im Mittelpunkt der Veranstaltung, sondern die Abbildung der kompletten digitalen Wertschöpfungskette.
Für viele Unternehmen sei es heute durchaus attraktiv, mit ihren neuen Produkten und Lösungen zwischen den großen Branchenevents NAB und IBC nach München zu kommen. Es sei mittlerweile einfach wichtig, auch „große Namen“ als Aussteller zu gewinnen. Und die in und um München ansässigen Technikausrüster wie ARRI, P+S Technik und Chrosziel könnten auf der Digitalen Cinematographie gut ihren Heimvorteil nutzen.

Baier: „Hier wird ein gesundes Miteinander praktiziert. Selbst direkte Mitbewerber kommen gerne.“ Die kleine Veranstaltung biete schließlich „viel freien Raum zum Austausch ohne irgendwelche Business-Zwänge“. Das spiegele sich auch bei den Screenings wider.
Darauf sind die Veranstalter der Digitalen Cinematographie besonders stolz. Die Screenings reichen vom Dokumentarfilm bis zum Blockbuster und decken die komplette Bandbreite der digitalen Produktionsmöglichkeiten ab. Gezeigt wurden unter anderem der mit zwei Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis in Silber preisgekrönte Film „Kirschblüten-Hanami“ von Doris Dörrie sowie ein Ausschnitt aus dem kurz zuvor in Cannes für beste Regie gekürten Film „Three Monkeys“ („Üc Maymum“) von Nuri Bilge Ceylan. Auch die 3D-Screenings gehörten zu den Programm-Highlights.
Als der Verleiher und Besitzer eines Postproduktionshauses Martin Ludwig zusammen mit Gerhard Baier und Martin Kreitl vor sechs Jahren die Initiative ergriff und der digitalen Film- und TV-Produktion Gehör in der Branche verschaffte, hatte er vor allem eines im Sinn: Den Besuchern aufzuzeigen, wie wichtig es im digitalen Produktionsprozess sei, von Anfang an darüber nachzudenken, was am Ende einer Produktion herauskommen soll. „Die digitale Cinematographie hat sich auf die Fahnen geschrieben, aktuellen Trends in Form von praktischen Anwendungen, wie dieses Jahr beispielsweise das Workflow-Szenario der RED One, zu begegnen“, erläutert Martin Ludwig.
Er macht indes auch klar, dass die Digitale Cinematographie sich als Business-Modell für die Veranstalter nicht rechne. Man sei schon froh, wenn man nicht drauf zahlen müsse. „Wir machen das hier auch ein wenig zum Selbstzweck“, räumt er dann auch ein. Eine Ausweitung der Veranstaltung sei vor diesem Hintergrund weder möglich noch erwünscht.

Lob aus USA
Aus den USA zur Digitalen Cinematographie eingeflogen war auch Bandpro-Chef Amnon Band. „Vor einigen Jahren haben wir nicht damit gerechnet, das HDTV überhaupt noch mal nach Deutschland kommt“, meinte er. Umso erfreulicher sei es, dass die positive Entwicklung der Digitalen Cinematographie heute eine ganz andere Sprache spreche.
Bandpro befasset sich seit 1984 mit der elektronischen Cinematographie. „Die meiste Technik dazu kam aus Deutschland. Für mich war es deshalb unverständlich, dass gerade hier die Einführung dieser Technologien sich als so schwierig darstellte“, sagte er. Die Digitalen Cinematographie habe von ihrer ersten Veranstaltung mit „no interest“-Ergebnis bis zur aktuellen Show mit über 1.000 Besuchern einen gewaltigen Schritt getan, lobte er. Amnon Band: „Deutschland ist nach wie vor führend in der Filmtechnik. Man sollte sich hier aber besser sputen, um auch bei HD-Entwicklung Anschluss zu halten.“
Die Digitale Cinematographie bot wie gewohnt auch wieder eine ganze Reihe Workshops und Vortragsveranstaltungen zu aktuellen Themen, „Das Programm ist wieder so dicht, dass man alles gar nicht machen kann“, meinte Baier.
Das Top-Thema Stereo 3D-Projektion und -Produktion wurde insbesondere am zweiten Tag der Veranstaltung in Workshops und Screenings gewürdigt. In den vielen Diskussionen mit Produzenten und Experten ging es unter anderem darum, welche Regeln bei der Stereo-3D-Produktion zu beachten sind und wie man 3D-Effekte optimal gestalten kann.

In weiteren Workshops ging es um neueste Produkte, Workflow-Szenarios, Vergleiche zwischen Cine- und HD-Objektiven, Schnittsysteme, Film- und Video Restaurations-Software, Farbkorrektursysteme und Studiorekordertypen. Die Hochschulen HFF und BAF hatten zudem Hands-on-Kamerasets aufgebaut.
Hauptsponsor der diesjährigen Digitalen Cinematographie war Sony. „Die Präsentation des kompletten digitalen Workflow-Spektrums sowie die Möglichkeit mit den Medienschaffenden in direkten Kontakt zu treten, machen die Veranstaltung auch für einen Komplettanbieter wie Sony sehr wertvoll“, betonte Goran Hantschel, Divisional Director Professional Solutions Europe.
Erstmals in Deutschland zeigte Sony auf der Digitalen Cinematography seine neuen Kameras PDW 7000 HD XDCAM, EX3 und das neue High-End-Modell F35. Im Screening gezeigt wurde der in Babelsberg mit der F23 gedrehte Film „Speed Racer“. Baier resümiert: „Die Stärke dieser Veranstaltung ist, dass man hier die Produkte, mit denen Produktionen gemacht wurden, anfassen und vergleichen kann und zugleich die dabei entstandenen Bilder sehen kann. Daraus ergeben sich viele Anregungen für die eigene Produktion.“
Eckhard Eckstein (MB 07/08)




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