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Denkanstöße aus Babelsberg bei der MTH 2021
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Denkanstöße aus Babelsberg bei der MTH 2021

Am 10. und 11. November fand im Studio Babelsberg die dritte Ausgabe der Mediatech Hub Conference (MTH) statt. Mehr als 80 internationale Speaker berichteten über Möglichkeiten und Anwendungen von MediaTech für Industrie und Entertainment.

Das hybride Format mit 35 Stunden Programm wurde von 650 Teilnehmern live oder online auf der interaktiven Konferenzplattform verfolgt. Dabei wurden Best Practices, neueste Innovationen und Zukunftsvisionen rund um Medientechnologien in Industrie, Entertainment und Wissenschaft auf drei Bühnen diskutiert.

Ziel der MTH (Konferenzsprache Englisch) ist es laut Peter Effenberg, Leiter der MediaTech Hub Conference, nachhaltige Denkanstöße mit internationaler Strahlkraft für den Einsatz von produktionstechnologischen Innovationen im Broadcast-Bereich Entertainment, wie auch in Industrie und Wissenschaft zu geben und die Verbindungslinien zwischen den einzelnen Bereichen aufzuzeigen. Sowohl in den Räumlichkeiten von Studio Babelsberg als auch auf der Online-Plattform gab es mannigfache Gelegenheit zum Networking.

Wie schon in den Vorjahren standen neueste digitalen Entwicklungen rund um Virtual Reality, Künstliche Intelligenz, Generierung von Metadaten und Workflow-Technologien im Mittelpunkt. Mehr als zuvor rückten aber ökologische und gesellschaftsrelevante Aspekte hinsichtlich eines sozialen Umgangs mit MediaTech in den Vordergrund.

Neben Effizienz und Geschwindigkeit gehe es insbesondere um die „digitale Verantwortung“ eines qualitativen inhaltlichen Outputs. So referierten Kulturwissenschaftler Michael Seemann und die politische Beraterin Nina Schick in den beiden Eröffnungs-Keynotes der MTH über die neue Macht der Internet-Plattformen, Deepfakes und Synthetic Media. Seemann illustrierte, wie die Entertainment-Industrie zum „Frontrunner“ für die weltweite Plattformisierung der Wirtschaft wurde und wie sich daraus eine Infrastruktur der Kontrolle entwickelte: eine neue Form von Macht.

Keynote-Sprecherin Schick erwartet gar über Medienmanipulation durch Künstliche Intelligenz eine bedrohliche gesellschaftliche Situation: „Wir befinden uns in einer KI-Revolution der Medienmanipulation. Durch KI erzeugte synthetische Medien – auch bekannt als Deepfakes – sind eine sehr mächtige Waffe für Desinformation“ sagte sie. Nach ihrer Analyse werden 2030 bereits 90 Prozent der Online-Videoinhalte synthetisch sein. Schick: „Wir betreten das Zeitalter der Infokalypse.“ Um der Medienmanipulation entgegenzuwirken, fordert Schick, dass Inhalte zukünftig authentifiziert werden, zum Beispiel durch Video-Provenienz-Technologie. Zum Ende ihrer Keynote setzte Schick allerdings einen positiven Ausblick: „Synthetische Medien können zwar von böswilligen Akteuren als Waffe eingesetzt werden, sie werden aber auch eine kambrische Explosion an kreativen Inhalten auslösen.“

Als MTH-Leiter resümierte Effenberg: „Die Diskussionen der Konferenz zeigten, wie groß der Einfluss von MediaTech auf Unternehmen ist – aber auch auf die kreativen Köpfe dahinter, die mit Medientechnologien Zukunft gestalten. Es wird immer wichtiger, technische mit menschlichen Kompetenzen zu verbinden und zugleich verantwortungsvoll mit Technologie umzugehen“.

Erika Butzek

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