Cookie Consent by TermsFeed
      event-news
      mebucom
                
Die Zuversicht wächst
News: Events

Die Zuversicht wächst

Die NAB 2010 verzeichnete neben einem leichten Besucherzuwachs vor allem wieder gute Stimmung. Vor dem Hintergrund neuer Hype-Themen wie 3D macht sich in der Medien- und Entertainment-Branche Zuversicht breit, dass es wirtschaftlich bald wieder aufwärts geht. Zudem wurde deutlich, dass viele Medienunternehmen großen Investionsbedarf mit Blick auf filebasierte, vernetzte Workflows haben. Auch hier rechnet man mit guten Geschäften.

Einen leichten Besucherzuwachs registrierten die Veranstalter der weltgrößten Kongressmesse für elektronische Medien, NAB, in Las Vegas. Insgesamt sollen rund 88.000 Gäste in den Hallen des Convention Centers unterwegs gewesen sein. Die Zahl der internationalen Besucher lag laut National Association of Broadcasters (NAB) bei 23.900. Sie kamen aus 156 Ländern. Insgesamt berichteten 1.170 Medienvertreter über die Rundfunk-Show in der Spielerstadt.
„Wir haben ein außerordentlich gutes Feedback von Besuchern und Ausstellern erhalten“, berichtete NAB Executive Vice President Dennis Wharton. Der Besucherzuwachs und die vorgestellten eindrucksvollen Technologie hätten die anhaltende Popularität der Messe und ihren Status als führende globale Veranstaltung der Content-Produktion über alle Medien hinweg unter Beweis gestellt. Das Urteil der Aussteller über die NAB 2010 fiel indes nicht ganz ungeteilt aus. In einigen Hallenbereichen, insbesondere in der North Hall, hätte man gerne mehr Gäste gesehen, in anderen zeigte man sich mit Quantität und Qualität der Besucher sehr zufrieden. Insgesamt wurde jedoch ein deutlich verbessertes Geschäftsklima konstatiert. „Im Gegensatz zum letzten Jahr ist die Stimmung auf der Messe wieder richtig gut“, meinte auch Michael Schüller, Geschäftsführer der Münchner Annova Systems, der mit seinem Unternehmen als Partner auf dem NAB-Stand von Hewlett Packard vertreten war. Man merke, dass viele Besucher mit hoher Erwartungshaltung angereist seien. Auf der NAB 2010 seien viele mit konkreten Projekten und Investitionsvorhaben unterwegs. Dies sei auf der NAB 2009 lange nicht so gewesen. Schüller lobte auch die besonders an den ersten beiden Messetagen sichtbare Besuchermenge. „Hier in der South Hall war es teilweise schon recht voll. Wir hatten sehr viele für uns wichtige Kontakte“, berichtete er.
Grund dafür sei sicher auch das gegenwärtig stark zunehmende Interesse an medienübergreifenden Asset Management-, Redaktions- und Sendeplan-Systemen wie OpenMedia „Wir merken, dass unser Produkt, das wir hier auf der NAB 2010 in der Version 3.7 vorstellen, auch international sehr gut ankommt“, sagte Schüller.
Viele Kunden hätten das Problem, im eigenen Haus vorhandene Legacy Produkte miteinander verbinden zu müssen. Sie wollten Planung und Workflows hierfür optimieren oder auch die Arbeit von Hörfunk- und Fernsehredaktionen besser miteinander zu verzahnen. Schüller: „Das sind dann auch die Key-Anforderungen an unser System.“ Die verschiedenen internationalen Märkte würden indes ganz unterschiedliche Erwartungen mit OpenMedia verbinden, die es zu erfüllen gelte. Insofern sei die Diskussion auf der NAB sehr hilfreich. „Unsere Präsenz hier in Las Vegas verbessert auf jeden Fall unsere Bekanntheit auch außerhalb von Deutschland“, meinte Schüller.
Keine Frage - die Verbindung und Vernetzung von Workflows und einzelnen Produktionsinseln mit Hilfe intelligenter IT-basierter Lösungen war auf der NAB 2010 wieder einmal ein Thema von allerhöchster Relevanz. Das wurde nicht nur bei Annova deutlich.
Gesucht waren funktionierende Infrastrukturlösungen. Vertreter von TV-Sendern oder Produktionshäusern interessierten sich in den NAB-Messehallen vor allem für Tools zur Effizienzsteigerung ihrer Prozesse und zur Realisierung durchgehender, filebasierter Workflows. „Viele Broadcaster haben in HD-Equipment investiert und fühlen jetzt den Schmerz, dass die Produktionen aufwendiger geworden sind als bei SD", sagte Joachim Bause, General Manager Central Europe von Signiant. Sie seien jetzt auf der Suche nach Systemen zur Vernetzung ihrer Insellösungen und zur Automatisierung ihrer Prozesse. Auch die Signiant-Produkte für Content-Kontribution und -Distribution würden vor diesem Hintergrund auf wachsende Akzeptanz der Kunden stoßen. Derzeit sei unter anderem ProSiebenSat.1 dabei, Signiant-Systeme für 400 Clients zur Content-Verteilung in Betrieb zu nehmen.

Media Backbone
Auch bei vielen anderen Unternehmen versuchte man den erkennbaren Bedarf an besser vernetzten Systemen durch entsprechende Lösungen zu begegnen. Besonders interessant war diesbezüglich der Sony-Stand auf der NAB. Der japanische Elektronik-Konzern hatte das Thema „Media Backbone“ mit zukunftsweisenden Lösungen zur vernetzten Produktion in das Zentrum seiner Messepräsenz gerückt. „Das Thema gewinnt auf dem Markt stark an Gewicht", betonte Goran Hantschel, Divisional Director von Sony Professional Solutions Europe.
Das Media Backbone von Sony Professional verknüpft mehrere Geräte und Lösungen, die im Content-Creation-Workflow verwendet werden und ermöglicht die netzwerkbasierte Verwaltung von AV-Dateien und Metadaten, damit Unternehmen die Vorteile des filebasierten Betriebs voll ausschöpfen können. Das Ganze ist natürlich SOA-orientiert. Das Kürzel SOA für Service Orientierte Architektur stand auf der NAB für das Versprechen, dass die IT-basierte Vernetzung künftig auch wirklich funktioniert und die Frustration vergangener Jahre (bei zahlreichen gescheiterten Versuchen proprietäre Systeme zu verbinden) der Vergangenheit angehört.
Schließlich ist SOA eine offene Plattform, die nicht von einem bestimmten System oder einer Umgebung abhängig ist. Sie nutzt standardisierte Schnittstellen, um unterschiedliche Anwendungen und Dienste zu integrieren und kann somit flexibler an die Anforderungen eines Kunden angepasst werden. Jede Anwendung und jeder Dienst innerhalb einer SOA kann als eigenständige Komponente gesehen werden. SOA lässt es dem Anwender offen, diese Komponenten nach Bedarf miteinander zu kombinieren. „Dies vereinfacht und beschleunigt die Anpassung an Technologieveränderungen im IT-Bereich. Die Anwender können neue Komponenten schnell und mit geringem Aufwand hinzufügen und alte, überholte Komponenten entfernen“, heißt es bei Sony. Der SOA-Ansatz sei nicht nur für Broadcast-Unternehmen eine hervorragende Wahl, sondern für all jene Unternehmen, die ein neues IT-System implementieren wollten. NAB-Besucher wie Herbert Tillmann, Direktor Produktion und Technik des Bayerischen Rundfunks, die solche Lösungen im Visier hatten (siehe Video Blog auf mebucom.de), haben sich Sonys Media Backbone-Angebote auf dem NAB-Stand sicherlich sehr genau angeschaut.
„Die NAB 2010 stellt für Sony eine Wendepunkt dar. Künftig sollen stärker Kundennähe und Kompetenz im Mittelpunkt stehen und weniger die Produkte“, sagte Sonys Goran Hantschel. Im Vordergrund stünde künftig das Lösungsangebot von Sony für die komplexen Probleme der Kunden in Sachen Workflow.
Einfache IT-basierte Workflow-Lösungen propagierte auf der NAB auch OASYS. Das britische Unternehmen (ehemals On-Air-Systems) zeigte wie sich mit seinem computerbasierten „Channel-in-a-Box“-System Ingest, Asset Management, Editing, Shared Storage, Archive, Newsroom Automation, Master Control und automatisiertes Playout realisieren lassen. „Alles ist mit unserer Technik individuell konfigurierbar. Man kann damit sehr einfach und flexibel, automatisierte Prozesse für komplette Broadcast Workflows anlegen und rundfunktechnische Hard- und Software anderer Hersteller integrieren“, erklärte Glyn Bartlett von OASYs. In Deutschland werden die OASYS-Produkte über die Logic Media Solutions GmbH vertrieben.

Mehr Offenheit
Auf der NAB 2010 wurde von vielen Anbietern auch die neue Offenheit ihrer Systeme und Lösungen propagiert. Das galt auch für Omneon. Der Anbieter von Video-Server und –Speicherlösungen präsentierte auf seiner NAB-Pressekonferenz eine positive Geschäftsentwicklung und sieht sich im Bemühen bestätigt, verstärkt Anforderungen wie Format-Kompatibilität, Offenheit der Plattform und Bandbreitenausbau zu bedienen. Unter anderem wurde eine wichtige Kooperation mit EVS bekannt gegeben. Sie soll das reibungslose Zusammenspiel der Produktionsserver von EVS mit dem Omneon MediaGrid Speichersystem gewährleisten. EVS-Editoren können für den Highlight-Schnitt bei Live-Sport-Events nun direkt auf MediaGrid zugreifen. Die Kombination mit Live-Schnitt auf EVS-Maschinen vom Typ XT[2] und Highlight-Schnitt auf MediaGrid wurde bereits von NBC Olympics bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver genutzt.
Auch die nahtlose Omneon-Server-Anbindung mit Final Cut Pro- und Avid-Systemen ist möglich. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat zum Beispiel file-basierte Workflows von Ingest bis zur Übertragung auf dieser Basis eingeführt.
Suresh Vasudevan, Präsident und CEO von Omneon, zeigte sich auf der NAB 2010 sehr zufrieden mit der derzeitigen Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Omneon habe derzeit über 1.800 Server-Installationen in 85 Ländern, erklärte er. Das durchschnittliche jährliche Wachstum in den vergangenen Jahren habe bei rund 28 Prozent gelegen. Und selbst 2009, im härtesten Jahr der Wirtschaftskrise, habe man sehr profitabel gewirtschaftet und Marktanteile ausbauen können. Dazu beigetragen hätte die rasant wachsende Kundenbasis in den neuen Märten wie Mobile-TV, IPTV, WebTV und Video on Demand. Auch der Ausbau von HD-Infrastrukturen habe sich finanziell positiv bemerkbar gemacht. Hier erwartet Omneon noch weitere Wachstumschancen. Vasudevan: „In manchen Ländern wie in Russland oder Indien hat der HD-Ausbau der Rundfunk- und Produktionsinfrastrakturen schließlich noch gar nicht richtig begonnen.“ Viele Kunden müssten zudem ihre vorhandenen Omneon-Infrastrukturen upgraden. „Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung von Omneon sind wir deshalb sehr optimistisch“, betonte Vasudevan. Neu auf der NAB 2010 präsentierte Omneon den Omneon MediaDirector 2201, den Omneon MediaGrid ContentServer 2124, Omneon Media Server Support für XDCAM HD Recording und die Clip- und Metadaten Management Application Omneon ProXplore.
Die Kernbotschaft des Unternehmens zur NAB 2010 umriss Jeff Stedman, Omneons Senior Vice President Marketing und Business Developement. „Wir wollen hier auf der Messe vor allem zeigen, wie unsere Media-Storage-, Processing- und Distributions-Infrastruktur Produktionsworkflows und Multiplattform-Distribution effizienter machen“, sagte er. Dabei ziele man darauf ab, Marktanforderungen wie höhere Bandbreite, die Offenheit der Plattform und Format-Komaptibilität weiter auszubauen.

EVS und Quantel
Neben Omneon gab auch Quantel auf der NAB eine Kooperation mit EVS bekannt. Das Unternehmen stellte eine brandneue Netzwerk-Technologie vor, die noch in diesem Jahr unter dem Namen Quantel-EVS-Gateway auf den Markt gebracht werden soll. Das Gateway, heißt es, sei das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Quantel und EVS mit dem Ziel, einen beiderseitigen Austausch von Files und Metadaten zwischen den Quantel-Servern und den EVS XS sowie XT[2]-Servern zu ermöglichen. Sobald ein Clip auf dem EVS-Server produziert worden ist, kann er mit Hilfe des EVS IP Director identifiziert und auf den Quantel-Server exportiert werden. Das Material wird als MXF-File und die Metadaten als XML-Files übertragen. „Die Dateien mit den XML-Metadaten enthalten alle Logging-Informationen, die in der EVS-Umgebung erstellt wurden, um sie auf dem Quantel-Server für den Schnitt wieder auszulesen“, erläuterte Nicolas Bourdon, EVS-Direktor Marketing und Kommunikation.
Die Übertragung erfolgt dabei schneller als in Echtzeit. Schon während die Daten in das Quantel-System übertragen werden, kann an allen Workstations, die darauf Zugriff haben, mit dem Schnitt des Materials begonnen werden. Die geschnittenen Sequenzen können unmittelbar vom Quantel sQ-Server ausgespielt werden. Genauso ist es aber auch möglich, das gewünschte Material samt aller Metadaten wieder auf den EVS-Server zurück zu spielen. Der Austausch erfolgt im DVCPro HD-Format in Form einer MXF OP1A-Datei.
„Viele unserer Kunden, die Quantel-Systeme einsetzen, arbeiten auch mit EVS-Geräten“, meinte Quantels Marketing-Chef Steve Owen. „Jetzt besitzen sie die Möglichkeit, ihren Content nahtlos zwischen diesen beiden aufeinander abgestimmten Systemen auszutauschen.“

AVID
Auch auf der Avid-Pressekonferenz war viel von „Offenheit“ die Rede. Das Unternehmen stellte dort die neuen Versionen seiner Editing-Systeme Media Composer (v5), NewsCutter (v9) und Symphony (v5) vor, die ab 10. Juni erhältlich sein sollen. Nach eigenen Angaben will Avid damit höhere Maßstäbe in Sachen Formatflexibilität, Offenheit und Geschwindigkeit setzen. Die neuen Versionen ermöglichen unter anderem native RED-, QuickTime- und Canon XF-Workflows und Unterstützung für Hardware von Drittanbietern und RGB 4:4:4. Damit sollen Nutzern künftig zeitaufwendige Transkodierungs-, Neuverpackungs-, Logging- und Übertragungsprozesse erspart bleiben. „Die erweiterte Formatunterstützung erlaubt mehr Flexibilität und Wahlfreiheit für Avid Media Access (AMA) Anwender und erhöht damit die Produktivität“, betonte Arne Petersen, Geschäftsführer der Avid Technology GmbH. Alle Medien, die sich im QuickTime-Player wiedergeben lassen, können jetzt direkt bearbeitet werden. Dazu zählen unter anderem der Apple ProRes-Codec und MOV-Dateien, die mit digitalen Spiegelreflexkameras wie Canon 5D und 7D erstellt wurden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Daten von Geräten zu importieren, die nativ QuickTime- und ProRes-Dateien aufzeichnen und erstellen, zum Beispiel vom AJA Ki Pro oder vom Omneon Spectrum Server. Anschließend lassen sich Inhalte zwischen Avid-Anwendungen und Anwendungen von Drittanbietern weitergeben.
RED ermöglicht einen direkten Zugriff auf R3D-Material bei vollständiger Erhaltung der Metadaten, so dass Anwender während des gesamten Produktionsprozesses mit voller Medienqualität arbeiten können. Auch werden RLX- und RSX-Dateien unterstützt, um eine farbtreue Wiedergabe zu gewährleisten. Zudem werden Bilder für die TV-Produktion auf HD-Bildgrößen skaliert. Auch der neuesten, auf der NAB 2010 vorgestellten Canon-Camcorder werden unterstützt ebenso wie XDCAM-Proxys. Durch den Zugriff auf Proxy-Dateien (Videodateien und hochwertige Audiodateien) können Nutzer ihre Entscheidungen beim Offline-Schnitt auf mehr Informationen stützen und zum Abschließen von Projekten problemlos zu XDCAM-Clips mit voller Auflösung zurückkehren. Darüber hinaus geben Media Composer-, NewsCutter- und Symphony-Systeme Anwendern jetzt die Möglichkeit, mit dem AVCHD-Format zu arbeiten. Avid Media Composer Nitris DX unterstützt jetzt Dual-Link-HD-RGB und ermöglicht so die Digitalisierung von RGB 4:4:4-Material aus Videoquellen wie Sony HDCAM SRTM. Die Unterstützung von RGB-Playern und der Verarbeitung mit vollem Effektumfang erlauben eine größere Präzision bei der Farbkorrektur, Keying und Effekten für anspruchsvolle Produktionen.
Auch in der North Hall bei Harris spürte man den „Wind of Change“. Ähnlich wie Sony orientiert sich das Unternehmen verstärkt in Richtung Lösungsgeschäft. Mathias Eckert, Direktor Nord- und Zentraleuropa, erklärte: „Harris setzt große Erwartungen in seine neue Business-Ausrichtung, in Managed Services, Software-Integration, Workflow-Optimierung und Integration mit Drittanbietern wie Avid “, berichtete Mathias Eckert, Director Nordic & Central Europe. Harris habe deshalb zur NAB 2010 ein umfangreiches Managed Service-Angebot gestartet. Es soll Kunden die Realisierung von New Media- und Multiplatform-Services erleichtern und die Einstiegskosten dafür reduzieren helfen. Eckhard Eckstein
(MB 05/10)

Zurück


Relevante Unternehmen
Ähnliche Artikel