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Digital schlanker und jünger
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Digital schlanker und jünger

Auf einer Pressekonferenz anlässlich der jüngsten Sitzung des ZDF-Fernsehrats haben der Vorsitzende des Fernsehrats Ruprecht Polenz und ZDF-Intendant Thomas Bellut vor allem zur zukünftigen Digitalstrategie des Mainzer Senders Stellung bezogen. Das ZDF will bekanntlich seinen Digitalkanal ZDFkultur einstellen und gemeinsam mit der ARD einen trimedialen Jugendkanal aufbauen.

Ruprecht Polenz, Vorsitzender des ZDF-Fernsehrats, betonte, dass das Gremium die geplante neue Digitalstrategie des Senders einschließlich des gemeinsamen Engagements mit der ARD für einen Jugendkanal unterstütze. Desweiteren sehe der Fernsehrat keinen Bedarf die Telemedienangebote des ZDF einem neuen Dreistufen-Test zu unterziehen.

Beim Thema Jugendkanal wies Intendant Thomas Bellut darauf hin, dass bereits ein erstes Konzept zur Ministerpräsidenten-Konferenz am 23. Oktober vorliegen werde. Wenn die Politik grünes Licht gebe, könne das gemeinsame Angebot laut Bellut Mitte 2015 auf Sendung gehen; er bleibt da etwas vorsichtiger als der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor, der schon Anfang 2015 mit dem Jugendkanal loslegen will. Rund 45 Millionen Euro ist der Finanzbedarf, der zu einem Drittel, also mit 15 Millionen Euro vom ZDF gedeckt werden müsse. Vorbild sei die BBC mit einem vergleichbaren Projekt, wofür allerdings rund das Doppelte also 90 Millionen Euro zur Verfügung stünden. Die Federführung werde bei der ARD (SWR) liegen, das ZDF werde aus seinen Redaktionen Programme zuführen und auch gestalterisch mitarbeiten. Bellut will vor allem Inhalte von ZDFkultur vorübergehend bei „3Sat parken“, um sie in das gemeinschaftliche Unternehmen einzubringen. Eine Kopfstelle für den Kanal werde voraussichtlich im Sendegebiet des federfühenden SWR entstehen und werde sicher mit einem sparsamen Personalaufwand gefahren. Bellut hofft, einen Teil der Redakteure von ZDFkultur dort einbringen zu können. Auf Nachfragen von Journalisten erneuerte der Intendant seine Ankündigung, dass eingespart werden müsse. Bellut verspricht sich vor allem Synergiepotenziale über die künftige Plattformstruktur. Das heißt, dass die Redaktionen künftig sendeplatz- und kanalübergreifend sowie crossmedial produzieren sollen. Sendungen, die für den Jugendkanal entstehen könnten ebenso auf anderen Plätzen der Sendefamilie verwertet werden. Konzeptionell seien für den Jugendkanal vor allem junge Musiksendungen vorgesehen und eigene Unterhaltungsangebote wie auch fiktionale Sendungen, die eventuell eingekauft werden müssen. Zudem sollen die Informationsanteile nicht zu kurz kommen. Mit der Entwicklung der Digitalkanäle sieht ZDF-Intendant Bellut vor allem die Chance wieder jüngere Zielgruppen zu erreichen. „ZDFinfo begeistert zunehmend jüngere Menschen für Dokumentationen und Information. Genau das war der Auftrag. Wir können dort experimentieren und das mit Erfolg. Und wir haben festgestellt, dass sich Phoenix und ZDFinfo keine Zuschauer wegnehmen.“

Auch ZDFneo habe im laufenden Jahr weiter zugelegt und im September mit 1,1 Prozent Marktanteil eine neue Höchstmarke erreicht. In den Digitalhaushalten lag der Marktanteil in der Kernzielgruppe des Senders, den 30- bis 49-Jährigen, sogar bei 1,7 Prozent. Mit den beiden Kanälen ZDFneo und ZDFinfo habe der Rückgang bei den 14- bis 49-Jährigen gestoppt und sogar umgekehrt werden können. Die ZDF-Senderfamilie verzeichnete im ersten Halbjahr 2013 wieder so viele jüngere Zuschauer wie zuletzt 1998. Sehr zufrieden ist Bellut auch mit dem Kinderkanal. Im vergangenen Jahr erreichte der Kinderkanal von ARD und ZDF mit einem Marktanteil von 20,8 Prozent bei den 3- bis 13-Jährigen das beste Jahresergebnis seit Bestehen. In seinem Jubiläumsjahr – der KiKA feierte 2012 seinen 15. Geburtstag – war der Kinderkanal mit 35,1 Prozent Marktanteil Marktführer bei den Vorschülern (3 bis 5 Jahre).

Das Sportjahr 2014 werde im ZDF ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele von Sotschi und der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien stehen. Das ZDF wird im Wechsel mit der ARD von diesen beiden herausragenden Sportereignissen berichten. „Dabei arbeiten wir in den Bereichen Redaktion, Produktion und Technik eng mit der ARD zusammen. Sowohl in Russland wie auch in Brasilien nutzen wir gemeinsame Studios“, erläuterte der ZDF-Intendant. Schließlich bescheinigte der Intendant dem Online-Markt eine rasante Entwicklung. Seit Veröffentlichung der „heute"-App im Frühjahr 2013 haben sich die Zugriffe auf dieses Online-Format im Vergleich zum Januar und Februar um 89 Prozent deutlich auf über 11,7 Millionen Visits im März 2013 gesteigert. Seit 12. Februar 2013 sind das ZDF-Hauptprogramm und die Digitalkanäle rund um die Uhr als Livestream abrufbar.

Beim Ereignis- und Dokumentationskanal Phoenix liegt der Schwerpunkt auf einer umfassenden Verschmelzung von Internet und Fernsehen. Angestrebt wird, das lineare Programm in einem 24-Stunden-Livestream anzubieten.
Bernd Jetschin

(MB 11/13)

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