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Globaler Sender mit scharfen Bildern
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Globaler Sender mit scharfen Bildern

Auf der TV-Programm-Messe Mipcom in Cannes startete der holländische Programmanbieter TERN den Factual Entertainment-Kanal Insight. Gesendet wird in Ultra HD (UHD). Auch UHD-Live-Übertragungen sind geplant.

Tern gehört zur russischen General Satellite Group. Der Hersteller von TV-Empfangsanlagen nutzt den Insight-Start als Vehikel, um seine UHD-Receiver zu verkaufen. Hier sieht man ein großes Marktpotential. „Wir starten im Internet trotzdem erst einmal mit HD 1080“, sagt der technische Leiter von Insight, Rian Bester, „unsere Infrastruktur ist zwar auf UHD ausgerichtet, aber für 80 Prozent unserer Nutzer reicht der HD-Standard. Wenn sie über ihre heimischen Fernseher schauen, bieten wir auch das UHD-Signal.“ Die größte Herausforderung bei der UHD-Produktion mit 50 BpS besteht laut bester in der Bewältigung der dabei anfallenden riesigen Datenmengen. Speichermedien mit hoher Kapazität seien hier unerlässlich. Auch die zeitlichen Abläufe bei Übertragung und Zusammenfügung der Dateien seien deutlich länger als bei HD-Produktionen. „Das, was vorher Minuten und Sekunden dauerte, braucht jetzt teilweise Stunden, genauso wie die Übertragung der Daten in unsere Playout-Zentren, beispielsweise in Deutschland zu SES“, sagt Bester. Dafür werde ACTV-Encoding genutzt. Eine neue Technologie werde zudem eingesetzt, um Grafiken zu bearbeiten und einzufügen. Bester: „Wir nutzen zudem die DIT-Box, die die Daten von der Kamera übernimmt. Sonst müssten wir stundenlang aufzeichnen.“

Miriam Zamaray, Geschäftsführerin von Tern und Insight, erklärt gegenüber MEDIEN BULLETIN weitere Hintergründe des Senderstarts. „Factual Entertainment als Inhalt reicht nicht aus, um das Publikum zu interessieren. Der Markt ist überfüllt mit entsprechenden Kanälen. Um damit Erfolg zu haben, muss man mehr bieten, zum Beispiel UHD. Insight ist die Verbindung aus Inhalt und Technologie“, betonte sie. Als Zielgruppe bezeichnete Zamaray die Sport und Entertainment affine junge Zielgruppe: „Wir bieten deshalb Live-Sport-Events und Hintergrundberichte zu sportlichen Ereignissen an, werden dabei aber keine kostspieligen Rechte erwerben, etwa die einer Fußballliga.“

Die Möglichkeiten für UHD-Programme bewertet die Geschäftsführerin insgesamt sehr positiv. „Der Markt wächst rapide. Der UHD-Fernseher-Verkauf legt zu. UHD-Set-top-Boxen sind aber noch nicht so verbreitet. Plattformen, die unseren frei empfangbaren Sender anbieten, werden aber entsprechende Boxen mit-vermarkten“, berichtet sie. Neben Satellit werde Insight auch über eine OTT-Plattform verbreitet. Wer über einen entsprechenden Monitor verfüge, könne ihn an seinen Computer anschließen und dann in UHD-Qualität schauen. In Europa seien heute schon 25 Millionen Haushalte in der Lage, den Kanal über Satellit zu empfangen. „Was die OTT-Plattform angeht, sind wir gerade dabei, diese für die verschiedenen Weltregionen verfügbar zu machen“, kündigt die Managerin an.

Was die weiteren Pläne angeht, speziell auch für Deutschland, orientieren sich die Verantwortlichen bei Tern an einem Dreijahresplan. „In diesem Rahmen bereiten wir auch einen UHD-Frauenkanal vor. Teil unserer globalen Strategie ist es, auch lokale Inhalte für die einzelnen Märkte anzubieten. Und natürlich soll der Sender für so viele Haushalte wie möglich erreichbar werden. In Deutschland sind wir mit SES als Partner gut aufgestellt. Dazu kommen Ooyala und Joiz“, betont Zamaray.

„Global gesehen wollen wir vor allem junges Publikum erreichen, dem wir interaktive Möglichkeiten bieten möchten, um es zum Teil des Programms zu machen. Parallel dazu möchten wir den Sender auf allen möglichen Endgeräten verbreiten. Technologie und Inhalte zusammenbringen und dem jungen Publikum zugänglich machen – das ist unsere Hauptstrategie.“ Finanziert werde Insight von ausländischen Investoren, die dem Sender „einen gewissen Freiraum“ ermöglichen würden. Zamaray: „Der Hauptanteil unserer Ausgaben geht in die Inhaltentwicklung, ein weiterer Anteil geht in die Technologie. Wir fokussieren uns aktuell darauf, Werbung und Sponsoren für das nächste Jahr zu gewinnen. Die Investitionen sind natürlich sehr hoch und im nächsten Jahr werden wir dazu Zahlen bekannt geben. Nach drei Jahren soll der Break Even erreicht sein.“ Dabei wolle man vorzugsweise mit großen Produzenten zusammen arbeiten, weil nur sie in der Lage seien, UHD-Inhalte zu produzieren. Partner sind hier Strix, Zodiak und Off the Fence. „Die Reality- und Entertainment-Inhalte werden ausschließlich für uns erstellt“, sagt die Insight-Managerin. Mit den indischen Partnern des Senders habe man die Rechte der Wrestling-Liga übernommen, die live übertragen werden solle. Die hohen technologischen Anforderungen bei UHD-Live-Übertragungen betrachtet Zamaray als das größte Problem. „Alles ist hier erst einmal sehr teuer. Wir sind deshalb froh, mit der Firma United eine gute technische Unterstützung gefunden zu haben, mit der wir Sport- und Livekonzerte in UHD übertragen können“, meint sie. Die größte Herausforderung des Senders sei mit der Auswahl von Equipment und Technologie verbunden gewesen. Zamaray: „Speichermöglichkeiten für UHD verursachen hohe Kosten, da hier hohe Kapazitäten benötigt werden.“

Wilfried Urbe

MB 8/2015

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