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Innovative Technik für Live-Produktionen
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Innovative Technik für Live-Produktionen

Das Thema Live-Produktion stand zur NAB 2019 bei vielen Herstellern und Lösungsanbietern ganz oben auf der Prioritätenliste. Am deutlichsten machte das Ross Video mit seinem Slogan „Ross – Living Live“. Hintergrund: Sender und Dienstleister benötigen für Live-Produktionen im härter werdenden Wettbewerb permanent neue leistungsstarke Lösungen und Workflows.

Die Live-Produktion ist in unserem Business der wichtigste Treiber“, machte David Ross, CEO von Ross Video bei seiner Keynote zur NAB 2019 auf einer Bühne vor beeindruckend großer Bildwand mit über 20 Metern Länge deutlich. Entsprechend seien alle Ross-Produkte mehr oder minder mit diesem Marktsegment verbunden und würden dazu beitragen, dass Ross Video 2018 im 27. Jahr in Folge auf Wachstumskurs sei. „2018 war das umsatzstärkste Jahr, das wir jemals hatten“, betonte Ross. Sein Unternehmen konnte in Las Vegas mit einer großen Vielfalt an Innovationen aufwarten. Dazu zählten unter anderem: Furio Sky Dolly, Voyager Render Engine (auf Basis der Gaming-Engine Unreal 4 von Epic Game), Mira und Tria Replay-Server, Acuity 12G-Mischer, Carbonite Ultra (David Ross: „der kleinste, große Switscher der Welt“), das All-in-One Production Tool Graphite und der Ultrix-FR5 12G-SDI Router mit integrierter AV-Processing-Plattform und Multiviewer (Ross: „It´s In- and Out-Put and Magic between“), der mit vielen neuen Features ausgestattet ist und mit Hilfe der neuen Ultrix IP I/O-Karte (SMPTE ST2110) IP- bzw. SDI/IP-hybrid-tauglich gemacht werden kann. Im Juli soll „Ultrix ready for IP“ in Kombination mit Arista-Switchen an erste Kunden ausgeliefert werden, sagte Ross. Neben Piero hat Ross Video unlängst den Workstation-Integrator Portella in Salt Lake City übernommen. Und zur wachsenden Kundenbasis gehört jetzt auch Servus TV/Red Bull Media House.

 

Produkte für 8K-Produktion

 

Ebenfalls mit zahlreichen Neuigkeiten für die Live-Produktion konnte Blackmagic Design in Las Vegas aufwarten. Präsentiert wurde eine komplette Produktreihe für 8K-Produktion, die auch heute schon in der HD- und UHD-Produktion genutzt werden kann. Dazu gehören das HyperDeck Extreme HDR, HyperDeck Extreme Control, der Atem Constallation 8K Mischer und Teranex Mini Konverter SDI zur HDMI 8K HDR. Der ATEM Constellation 8K ist ein neuer High-End-Liveproduktionsmischer mit 8K-Kapazität in einem kompakten 2-HE-Rackmountdesign mit integriertem Bedienfeld. Er bietet vier M/E-Ebenen, 40 x 12G-SDI-Eingänge, die jeweils mit einem eigenen Up- und Crosskonverter versehen sind, 24 x 12G-SDI-Aux-Ausgänge, vier DVE, 16 Keyer, vier Media Player, vier Multiviewer, zwei SuperSources und Normwandler an allen SDI-Eingängen. Im 8K-Betrieb können zehn Quad Link 12G-SDI-Quellen in 8K in allen Videoformaten bis zu 4320p/60 angeschlossen werden. Mit dem HyperDeck Extreme 8K HDR wurde ein Broadcast-Deck vorgestellt, das mit H.265 in 8K aufzeichnet und eine Touchscreen-Bedienoberfläche sowie traditionelle MAZ-Bedienelemente mitbringt. Es vereint laut Blackmagic Design-Chef Grant Petty die Zuverlässigkeit der HyperDeck MAZ-Familie mit aktuellen Innovationen wie dem Aufzeichnen in platzsparenden H.265-Dateien, einem optionalen internen Zwischenspeicher, 3D-LUTs sowie Unterstützung für natives 8K und HDR. Petty betonte, dass sich das HyperDeck Extreme durch seine Vielseitigkeit ideal für Live-Produktionen eigne, ebenso als Masterrekorder, Clip-Player und für ISO-Aufzeichnungen einzelner Kameras. Dank seiner HDMI-, SDI- und Analogeingänge mit integrierten Scopes und 3D-LUTs eignet sich der HyperDeck Extreme sogar als Field-Recorder.

 

Leistungsstarke Replay-Server

 

Grass Valley präsentierte sich auf der NAB ebenfalls als Spezialist für Live-Produktionen. Vorgestellt wurde unter anderem das Replay-Produktionssystem LiveTouch mit erweiterten Möglichkeiten. Die neueste Version enthält 4K UHD Zeitlupenwiedergabe, Direct Playout und volle Super-Zeitlupenunterstützung (2x, 3x, 4x, 4x, 6x, 8x). Die neuen Super-Slomo-Geschwindigkeiten sowie der HDR-Support (Internes konvertieren von HDR zu SDR ) machen es laut Klaus Weber von Grass Valley ideal für die Kombination mit den High-End-Funktionen der Grass Valley LDX-Kameras in Remote- oder Home-Produktionen. Die neue integrierte LiveTouch HDR-Funktionalität ermöglicht eine einfache Farbzuordnung von jedem Format auf das gewünschte Produktionsformat, so dass kein externes HDR-Processing mehr erforderlich ist. Benutzer können auch über mehrere Formate hinweg arbeiten. Darüber hinaus bietet diese neueste Version von LiveTouch eine erweiterte Audiobearbeitungssuite mit intuitiven Bedienelementen für schnelles, einfaches Bearbeiten und reibungslose Playout-Sequenzen während eines Live-Events. „LiveTouch ist das Herzstück eines kompletten Sportworkflows, welches unübertroffen schnelle Replay- und Highlight-Erstellungen erlaubt und mit seinem verteilten Produktionsmodell wesentlich niedrigere Kosten verursacht als jedes andere System auf dem Markt. Kollaborative Workflows in SDI oder IP waren noch nie so einfach und schnell wie mit LiveTouch“, erklärte Chris Merrill, Director of Product Marketing, Grass Valley. Nach der Übernahme von SAM pflegt Grass Valley bei den Replay-Servern zwar seine Dyno-Server-Produktlinie weiter, setzt bei Neuentwicklungen aber auf SAMs LiveTouch, berichtete Weber.

 

Das beste Preis-/Leistungsverhältnis aller 4K-Replay-Server auf dem Markt bietet der neue Fulcrum AT/12G 4K Instant Replay Server. Das betont zumindest der Hersteller Slomo.tv. Die neue Version des Slomo.tv-Flaggschiffs bietet nun zehn Kanäle im Replay-Modus bei 4K-Auflösung und bis zu 16 Kanäle im Replay-Modus für 3G/HD/SD. Das kompakte 4K-Serversystem ermöglicht erweiterte Zeitlupen- und Sofortwiedergabefunktionen sowie die direkte Aufzeichnung von NLE-eigenen Videodateien zur Bearbeitung vor Ort. Die Suche ist auf allen aufgezeichneten Kanälen gleichzeitig verfügbar, während die Aufnahme und Wiedergabe von zwei Kanälen mit Übergangseffekten erfolgt. Die automatische Erstellung von Clips während der Sofortwiedergabe ist eine von Slomo.tv entwickelte Funktion, die es ermöglicht, im Sofortwiedergabemodus schnell Highlight-Pakete zu erstellen. Fulcrum AT/12G unterstützt jetzt neben dem 442-Modus für 4K auch die 662- und 772-Modi (mit einem physikalischen SDI-Ausgang) und Konfigurationen für 3G/HD. Das bedeutet, dass das System sechs oder sieben 3G/HD-Kanäle aufzeichnet, zwei Kanäle mit dem Übergangseffekt wiedergibt und gleichzeitig auf allen sechs oder sieben aufgezeichneten Kanälen sucht. Die Kanalzahlerhöhung ermöglicht die Option SuperMo. Ein Fulcrum AT/12G kann bis zu drei SuperMotion-Kamerasignale verarbeiten. 

 

VIZRT und NewTek präsentierten NDI 4 mit zahlreichen neuen Funktionen, die Videoproduktion via IP schneller und effizienter machen, indem sie Live-Video- und Postproduktion durch uneingeschränkte Aufzeichnung von NDI-Video-Kanälen und echte Multi-Kamera-Bearbeitung mit voller Synchronisierung verbinden. Highlight am Stand von VIZRT war die Präsentation der Viz Engine 4. Diese neueste Version der VIZRT-Rendering-Engine für Live-Medien, bietet eine bislang nicht erreichte Echtzeit-Performance, sehr niedriger Latenz, beeindruckende fotorealistische Effekte und neue Compositing-Funktionen. Das innovative Design von Viz Engine 4 umfasst drei Render-Pipelines. Neben der bisherigen, die Auf- und Abwärtskompatibilität vorhandener Szenen sicherstellt, und einer Pipeline für die Integration von Drittanbieter-Rendering-Engines, gehört dazu vor allem die neue Reality Fusion Render-Pipeline. 

 

ChyronHego hatte mit Fresh ebenfalls eine neue Grafik-Rendering-Lösung dabei, die die Unreal Engine 4 (UE4) von Epic Games mit der Augmented Reality (AR) und Virtual Set (VS) Software von ChyronHego kombiniert. Fresh erlaubt eine sehr fotorealistische Darstellung, da die AR-Grafiken – einschließlich Text und Titel – vollständig in die Unreal-Szene integriert werden.

 

Dejero zeigte auf der NAB mit CuePoint einen neuen Return-Feed-Server mit niedriger Latenz (weniger als 250 ms), der für die Synchronisation von Live-Produktionen und Remote-Teams sorgt. Der neue Server unterstützt die Live-Produktionsteams vor Ort mit Teleprompter-Feeds, Videos und Audiodaten aus dem Sendezentrum. 

 

FOR-A hat nach der Einführung seines Single Links 12G-SDI Produktionsmischers HANABI HVS-6000 im vergangenen Jahr auch auf der NAB 2019 die Entwicklung der 12G-Technologie in den Vordergrund gerückt. Mischer, Videoserver, Keyer und Testsignalgeneratoren, die sowohl die 12G-SDI/4K- als auch die 3G-SDI/HD-Auflösung unterstützen, waren die Highlights am FOR-A-Stand. „Mit der vierfachen Bandbreite von HD ist 12G SDI ideal für hochauflösende 4K-Produktionen. Wir treiben diese Technologie offensiv voran und integrieren sie in unsere bestehenden und neu zu entwickelnden Produkte“, erklärte Kazuya Eguchi, Senior Manager Overseas Sales & Marketing von FOR-A. Ein Highlight am Stand war die neue FT-ONE-SS4K Super-Slomo-Kamera für den 12G SDI-Einsatz. Sie liefert bis zu 1.000 fps im 4K- und bis zu 2.000 fps im HD-Modus. Neben Single-link 12G-SDI-Lösungen zeigte FOR-A auch erste IP-basierte Lösungen wie die SOM-100 Media Orchestration Plattform, das USF-10IP IP Gateway, und den MBP-1000VS-IP Videoserver. 

 

LiveU stellte für seine hardwarebasierten HEVC-Produkte Erweiterungen wie 4K-SDI-Optionen, Video-Rückkanal und globale Roaming-Fähigkeit vor, die IP Cloud Video Management Plattform Matrix und Sport-Remote-Produktionsoptionen. Thema am Stand war auch die Kollaboration mit Formel G1-Rennwagen-Hersteller Griip. Die Rennautos haben künftig LiveUs LU300 System an Bord und liefern selbst bei höchster Geschwindigkeit Multi-Kamera-Live-Streams, aus denen die Fans auswählen können.

 

LYNX Technik zeigte zur NAB das von der Mehrzweck-Signalprozessing-Plattform GreenMachine unterstützte System HDR Evie (Enhanced Video Image Engine). Zur NAB 2019 erhielt es einen Best of Show Award. HDR Evie ist das weltweit erste System mit Algorithmen, die automatisch optimale Korrekturen in Echtzeit auf Einzelbildbasis analysieren und anwenden. Diese einzigartige Fähigkeit macht HDR Evie, so LYNX CEO Stefan Gnann, zum perfekten Echtzeit-Produktionswerkzeug für Sport- oder jede andere Live-Übertragung, die eine qualitativ hochwertige Echtzeit-HDR zu SDR-Konvertierung erfordert.  

 

EVS stellte mit XNET-VIA erstmals ein neues Ethernet basiertes Live-Streaming-Netzwerk zum schnelleren Austausch hochauflösender Videos zwischen EVS XT-VIA- und XS-VIA-Servern vor. XNET-VIA ist laut EVS dreimal schneller als die bisherigen SDTI-basierte EVS-Netzwerke und eignet sich so perfekt für 4K/UHD-, 1080p- und HDR-Produktionsumgebungen sowie für IP-Workflows. Über die neue XHub-VIA-Netzwerk-Appliance lässt sich XNET-VIA laut EVS einfach konfigurieren. Die automatische System-Erkennung und IP-Adressierung reduziere die Komplexität von IP-Workflows, heißt es. Eine XNET-VIA-Unit unterstützt bis zu 18 Server und bietet Erweiterungsoptionen zur Verbindung von bis zu 30 Servern im selben Netzwerk. Die kompakte Bauform macht XNET-VIA gut für den Einsatz bei Außenübertragungen geeignet.  

Eckhard Eckstein

MB 2/2019

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