Cookie Consent by TermsFeed
      event-news
      mebucom
                
Konkurrenzfähige Alternative
News: Events

Konkurrenzfähige Alternative

Die Digitale Cinematographie 2009 in München wird ein Erfolg. Da ist sich das Veranstaltertrio Band Pro Munich GmbH, Ludwig Kameraverleih GmbH und MKMedia Production, alle drei Pioniere der HD-Technologie, ziemlich sicher. Er hat in der Tat wieder beste Voraussetzungen dafür geschaffen. Besucher erwartet ein interessanter Mix aus Fachmesse, Workshops, Hands-On-Kamerasets sowie eine offene Plattform zum interaktiven Austausch.

Auf mehr als 2.000qm Ausstellungsfläche zeigen internationale Hersteller und Dienstleister den neuesten Stand der High-Definition-Produktion und Innovationen aus den Bereichen Kamera-, Objektiv-, Postproduktions-, Archivierungs- und Produktionszubehör.

„In der Ausstellung werden wir den neuen Sony HDCAM SR-Camcorder SRW-9000 zeigen und erstmals in Europa den neuen Solid State Recorder für Sonys F23/F35 und für Arris D21, den OB-1 von S.two. P+S Technik zeigt den optischen Sucher für die SI 2K-Kamera. Zudem werden auch neue Objektive von Zeiss, die Compact Primes mit 35 mm PL-Mount, sowie Ultra Primes und Master Primes zu sehen sein“, verspricht Gerhard Baier, Geschäftsführer von Band Pro Munich.
„Bei unseren Ausstellern steht das Thema Workflow ganz oben auf der Agenda. Alle zeigen Lösungen für den Übergang hin zu filebasierten Aufzeichnungen oder für Mischformen bei der Produktionen mit Band und Festspeicher. Das ist der Trend“, sagt Baier. Die Digitale Cinematographie sei in jeder Hinsicht bemüht, die Film- und Fernsehschaffenden fit zu machen für den digitalen Produktionsweg. Baier: „Die digitale Produktion ist immer ein individuelles Geschäft. Wir haben deshalb von Beginn an gepredigt: Denkt vom Ende weg. Man muss zuerst das Endprodukt kennen, um danach Workflow und Akquisitionsformat bestimmen zu können.“
Wie schon im vergangenen Jahr wird der zweite Veranstaltungstag ein Schwerpunktthema haben. Es lautet diesmal „File basierter Workflow – Backup – Archive – Restore“. Präsentiert werden hier Lösungen zur Verarbeitung und Organisation unterschiedlichs­ter Datenformate und großer Datenmengen. Rund um diese Thematik wird es in der Sony Lounge (Planetarium) ein Symposium mit kompetenten Referenten der Branche geben. Auch das Thema 3D soll laut Baier wieder eingebunden werden.

Viele Highlights
Die Digitale Cinematographie 2009 verspricht mit ihrem Rahmenprogramm und Diskussionsforen tiefe Einblicke in eine sich wandelnde Film- und TV-Branche. Auch an die Nachwuchsförderung wird gedacht. So präsentieren sich die HFF (Hochschule für Film und Fernsehen München), die BAF (Bayerische Akademie für Fernsehen) und die Filmhochschule Salzburg mit einem eigenen Set.

In den mit der modernsten digitalen Kinotechnik ausgestatteten Forumkinos kann der Besucher die digitalen Film und Kinowelten live erleben. Von der Dokumentation bis zum Hollywood-Blockbuster überzeugen diese Screenings von der Leistungsfähigkeit der neuesten Technologien. Die Bandbreite der Filmbeiträge reicht von Kamera-Vergleichtests bis hin zu Previews noch nicht veröffentlichter internationaler Filmproduktionen.
„Die Screenings bilden aus meiner Sicht das Herzstück der Veranstaltung. Hier werden nicht nur gute, sondern auch schlechte Erfahrungen bei bestimmten Produktionsmethoden mitgeteilt“, meint Baier. Gezeigt werden unter anderem Ausschnitte von „Slumdog Millionair“, „In Berlin“, „Le Ocean“ und RED-Produktionen. Auch den in Cannes für die Goldene Palme nominierten, digital produzierten Film „Der Antichrist“ von Lars von Trier möchte man auf der Digitalen
Cinematographie gerne präsentieren.
„Wir haben auch wieder sehr schöne Beiträgevon Fachhochschule Salzburg im Programm. Die machen da mit P2 AVX200- und EX3-Kameras unglaublich kreative Sachen, die durchaus Kinoqualität haben“, erklärt Baier.

Hochkarätige Gäste
Die Besucher des Münchner Events dürfen sich wieder auf einige hochkarätige Gäste freuen. Angekündigt ist zum Beispiel Ted Schilowitz von RED Digital Cinema. Er will am Donnerstag die aktuelle RED Reel, eine Auswahl wichtiger Produktionen, die auf RED gedreht wurden, zeigen.
Ihr Kommen angekündigt haben außerdem Michael Ballhaus (ASC) und Ciro Capellari (DOP und Regisseur). Im Gepäck haben sie ihre Dokumentation „In Berlin“. Sie wurde mit Sonys EX1, EX3 und F21 gedreht. „Die Format-Mischform hat hier sehr gut funktioniert“, sagt Baier. Capellari arbeite bereits an einem neuen Projekt, bei dem mit EX3 und F35 produziert werden soll. „Auch das ist wieder ein interessantes Workflow-Thema“, meint Baier.
Weitere Highlights sind die Präsentation des digitalen Kamerasystems SI-2K vom Ottobrunner Kamerahersteller P+S Technik. Mit dieser Kamera wurde der diesjährige Oscar Gewinner „Slumdog Millionaire“ zum Großteil gedreht. Als Special Guests werden Anthony Dod Mantle, Kameramann von „Slumdog Millionaire“ und Stefan Ciupek, zweiter Kameraoperator und DIT, erwartet, die mit ihrem Oscar-reifen Erfolg gezeigt haben, dass gerade die digitale Technik ganz neue Möglichkeiten der Kameraführung eröffnet. Von Lucas Film wird der HD Supervisor Fred Meyers („Star Wars II + III“) erwartet.

Kamera-Gespräch und Produzentenworkshop
Am Donnerstag (25. Juni) ist in der Sony Lounge im Planetarium des Deutschen Museums ein Kamera-Gespräch mit Mitgliedern des BVK (Bundesverband Kamera) geplant. Teilnehmer werden voraussichtlich Michael Ballhaus, Ciro Capellari, Stefan Ciupek und Anthony Dod Mantle sein. Baier: „Es geht hierbei weniger um technische Dinge, als vielmehr um allgemeine Veränderungen der Arbeitsumgebung durch die digitale Produktion. Dabei stellt sich auch die Frage: Nehmen wir die DITs in unsere Kameraassistenten-Gilde auf? Soll der Verband auch ihre Interessen vertreten? Meiner Meinung nach kann man analoge und digitale Produktion nicht mehr trennen. Es geht überall nur darum, Bilder zu machen.“

Martin Ludwig plant indes einen kleinen Produzentenworkshop zum Thema Produktion mit digitalen Formaten. „Wir wollen den Produzenten die Angst nehmen, digital zu drehen. Da gibt es noch viel Aufklärungsbedarf“, betont er. Auch die Produktion mit Red One-Kameras will er auf der Digitalen Cinematographie in einem kleinen Workshop für Kameraleute und weitere Interessierte thematisieren.

„Wir wollen hier zeigen, wie mit Red gearbeitet werden kann und welche Veränderungen sich dabei im Laufe des Jahres ergeben haben. Hierbei spielen natürlich neue Workflows eine wichtige Rolle“, erklärt Ludwig. Die Entwicklung verlaufe hier recht rasant. „Ich behaupte mal, dass wir spätestens in einem Vierteljahr über Red-Produktionen in Realtime und schneller rendern werden und zwar hinsichtlich Transcoding und Ausspielung. Lange Renderzeiten gehören dann der Vergangenheit an“, meint er. Red werde im Sommer noch Red Rocket, eine hardware­basierte PCI-Karte auf den Markt bringen, mit der man im Prinzip in allen Formate hin- und herspielen könne. „Man gibt RAW-Material ein und kann dann in allen möglichen Formaten ausspielen. Großer Vorteil dabei ist, dass ich nicht mehr vorher Festlegung treffen muss, was ich will und Format-Entscheidungen verlagern kann“, erklärt er.

Studio Hamburg wird laut Baier einen Kameratest auf der Digitalen Cinematographie präsentieren, der auch schon auf der BVK-Jahrestagung zu sehen war. Der Test spiegelt einen normalen Produktionsablauf wider. Eingesetzt werden dabei unterschiedliche Kameratypen aus den zwei Sektionen 16mm analog und digital und 35mm analog und digital. In der ersten Sektion werden unter anderem eine 16mm Kamera, eine XDCAM PDW 700 und eine EX3 von Sony sowie eine Red mit 2K und in der zweiten Sektion eine 35mm Filmkamera, die D21, die F35 und die Red One in 4K getestet. „Die Tests sind sehr neutral gehalten. Bewertungen obliegen dem Nutzer selbst“, erklärt Baier.

Lebhafte Veranstaltung
Die Veranstalter der Digitalen Cinematographie erwarten wieder ein „lebhaftes Ereignis“ im deutschen Theater. Letztes Jahr verzeichnete man 40 Aussteller und rund 1.000 Besucher. In diesem Jahr soll das ähnlich sein. Die Ausstellungsfläche zumindest war schnell ausgebucht. „Die Digitale Cinematographie zeigt, dass die Veranstaltung fernab von großen Messen gut ankommt. Unser Event hat eine besonders geschätzte Atmosphäre, ist kleiner, regionaler, findet aber trotzdem auch großen überregionalen Zuspruch“, betont Baier.
Die gegenwärtige Wirtschaftskrise fürchten er und seine Mitstreiter nicht. „Wir ziehen vielleicht sogar Nutzen daraus, weil vielen die großen Messen einfach zu teuer geworden sind. Die Ausstellerkosten stehen nicht mehr in Relation zu den auf den großen Messen zu erzielenden Ergebnisse“, sagt er. Ein Event wie die Digitale Cinematographie rechnet sich für viele Unternehmen hingegen deutlich besser. „Das hören wir immer wieder“, betont Baier.
Die „Digitale Cinematographie“ verstehe sich nicht als kommerzielle Produktshow. Die Veranstalter sowie die beteiligten Partner, legten viel Wert auf den kommunikativen Charakter dieser Veranstaltung. „Der Erfahrungsaustausch mit namhaften Spezialisten der Filmbranche, der umfassende Ausblick auf alle Bereiche der HD Technologie und nicht zuletzt die vielen kreativen Ideen, machen die „Digitale Cinematographie“ für den Fachbesucher zu einer konkurrenzfähigen Alternative zur NAB in Las Vegas und zur IBC in Amsterdam“, meint Baier.

Einziger Sponsor der „Digitalen Cinematographie“ ist wieder Sony. „Sony hat auf der Pressekonferenz im letzten Jahr bereits erklärt, dass man die Veranstaltung so wertig findet, dass man wieder als Sponsor einsteigen wird“, erklärt Baier. „Das macht mir besondere Freude, weil Sony ja seinen IBC-Auftritt abgesagt hat. Vielleicht gewinnt unsere Veranstaltung auch deshalb eine kleine Aufwertung“, hofft er. Die „Digitalen Cinematographie“ liege auch von Terminierung nicht schlecht. Neben Sony hätten auch weitere Unternehmen ihre IBC-Teilnahme abgesagt, seien aber in München vertreten.

„Wir machen uns nicht abhängig von Sponsoren. Das unterscheidet uns auch von vielen Open House-Veranstaltungen. Wir zeigen hier alles und sind herstellerunabhängig“, betont auch Ludwig. Und natürlich habe er auch keine Probleme damit, dass Mitbewerber wie FGV Schmiedle, Camelot, Panther etc. als Aussteller auf der Digitalen Cinematographie Flagge zeigten. Jeder solle schließlich von der Veranstaltung profitieren.
„Die Digitale Cinematographie ist wichtig, weil hier ein intensiver Austausch zwischen den Filmschaffenden möglich ist und sehr gut angenommen wird“, betont Ludwig. Das belege auch die große Akzeptenz des Münchner Events von Kameraleuten aus ganzen Republik ebenso wie aus dem benachbartem Ausland.
Eckhard Eckstein (MB 06/09)

Zurück


Relevante Unternehmen
Ähnliche Artikel