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Neue 3D-Dimensionen
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Neue 3D-Dimensionen

Bei den 63. Internationalen Filmfestspielen in Cannes rollte die anhaltende 3D-Welle mit voller Wucht über die Croisette. Während die Produktions- und Vertriebsfirmen werbewirksam ihre neuen Filmprojekte anpriesen, präsentierten die technischen Hersteller ihre jüngsten Entwicklungen für 3D-Anwendungen.

Nachdem das Filmfestival in Cannes im vergangenen Jahr bei der Eröffnung mit dem stereoskopischen 3D-Animationsfilm „Oben“ von Disney den Startschuss in das dreidimensionale Medienzeitalter gegeben hatte, ist in der Branche ein rasanter Einsatz der digitalen Technologie erfolgt. Internationale 3D-Kinohits wie „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ und „Alice im Wunderland“ haben weltweit die digitale Aufrüstung der Projektionssysteme und die Nachfrage nach lukrativen 3D-Filmen beschleunigt. Der Projektorenhersteller Christie, der als technischer Partner der Filmfestspiele in Cannes für die komplette Digitalprojektion verantwortlich war, hat dort elf der insgesamt 22 digital ausgestatteten Kinosäle mit den Projektoren CP2220 und CP2230 der neuen Christie Solaria-Serie bestückt. Allein für den Filmmarkt ließ Jerome Paillard, Leiter des Marché du Film (MIF) in Cannes, zehn Kinosäle mit digitaler 3D-Projektionstechnik ausrüsten.

Insgesamt wurden auf dem größten Filmmarkt der Welt rund 2.500 fertige Filme sowie 1.800 Filmprojekte präsentiert, darunter 65 stereoskopische 3D-Vorhaben. „Bisher waren die 3D-Filmprojekte vor allem auf den Animationsbereich beschränkt“, erklärt Paillard, „doch mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Ansätze, um 3D-Filme zu produzieren. Die Entwicklung neuer Software ermöglicht es, sowohl Animations- und Live Action-Elemente miteinander zu kombinieren als auch in 2D aufgenommene Filme in 3D zu konvertieren.“
Die vielfältigen neuen technischen Möglichkeiten, die sich für die stereoskopische 3D-Filmproduktion eröffnen, stellen eine große künstlerische Herausforderung für die Regisseure dar, die dafür neue Erzählweisen und auch eine ganz andere Bildsprache entwickeln müssen.
Während Hollywoodstars wie Russell Crowe, Cate Blanchett, Helen Mirren oder die „Desperate Houswife“-Ikone Eva Longoria Parker bei der Eröffnung der 63. Internationalen Filmfestspiele in Cannes vor der „Robin Hood“-Premiere über den roten Teppich flanierten, gab der Regisseur Ridley Scott erste Details für sein geplantes 3D-Kinofilmprojekt preis. Sein Prequel zu dem Science-Fiction-Klassiker „Aliens“ soll im Jahr 2085 angesiedelt werden und die erste Mission der Raumschiffbesatzung auf dem Planeten Zeta Reticuli schildern. Dabei will Scott einige der Technologien einsetzen, die James Cameron für „Avatar“ entwickelt hat wie die virtuelle Kamera, die es dem Regisseur bereits beim Dreh ermöglicht, die Darsteller in den digital kreierten Welten zu sehen.

In Cannes nutzten zahlreiche Produktions- und Vertriebsfirmen den Filmmarkt, um erste Vorverkäufe für ihre 3D-Projekte abzuschließen. Zu ihnen gehörte die russische Central Partnership, die den 90 Millionen Dollar teuren 3D-Film „Der Nussknacker“ produziert, mit dem der russische Regisseur und dreifache Palmen-Anwärter Andrei Konchalovsky den magischen Nussknacker erstmals in dreidimensionalen Format auf die Kinoleinwand bringt. Diese klassische Weihnachtsgeschichte hat bereits im 19.Jahrhundert den berühmten russischen Komponisten Piotr Tschaikowsky dazu inspiriert, die Musik zu dem weltbekannten Ballett zu schreiben.
Zu den unzähligen stereokopischen 3D-Filmvorhaben, die auf der Croisette angekündigt wurden, gehören eine ganze Reihe von Genrefilmen. Bereits vorab in 24 Territorien verkauft wurde der Actionthriller „Bait“, in dem eine Gruppe von Einheimischen und Touristen nach einem Tsunami in einem unterirdischen Supermarkt eingesperrt ist, in den hungrige Tigerhaie eindringen. Die Dreharbeiten zu diesem effektgeladenen Actionabenteuer von Russell Mulcahy beginnen im Juli in den Warner Roadshow Studios in Australien. In 3D gedreht wird auch der Actionthriller „Universal Soldier IV“, für den Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren nach 18 Jahren erstmals wieder gemeinsam vor die Kamera treten. Die Regie übernimmt John Hyams, auf dessen Konto bereits „Universal Soldier: Regeneration“ geht. Ein weiteres großes 3D-Projekt ist die 45 Millionen Dollar teure Comic-Verfilmung „Judge Dredd“, die Ende des Jahres in Johannesburg gedreht werden soll. Finanziert wird diese aufwändige 3D-Produktion von dem indischen Medienkonzern Reliance Big Pictures, der Steven Spielbergs Studio DreamWorks aus der Finanzklemme geholfen und strategische Partnerschaften mit den Produktionsfirmen bekannter Hollwoodstars wie George Clooney, Tom Hanks, Chris Columbus, Nicolas Cage, Brad Pitt und Julia Roberts geschlossen hat.
In Cannes präsentierte sich auch die Tochterfirma Reliance Media Works, die auf digitale Filmrestaurierung und die Konvertierung von 2D in 3D spezialisiert ist. Begonnen hat Reliance Media Works zunächst mit der digitalen Restaurierung der Bond-Filme, George Lucas’ „Star Wars“-Produktionen sowie der Disney-Klassiker. „Wir haben für die digitale Filmrestaurierung eine Software entwickelt, mit der wir auch Negativschäden beheben können, die durch das Röntgen der Filmrollen auf dem Flughafen entstanden sind“, erläutert Patrick Von Sychowski, Head of Strategy bei Reliance Media Works „Wir entwickeln für jedes Problem eine entsprechende Lösung.“ Die Software ist in der Lage, auch unscharfe Flächen nachträglich zu schärfen.

Zu den über 1.000 Filmen, die damit bereits digital restauriert worden sind, gehört der indische Spielfilm „Khandahar“ von dem 86-jährigen Regisseur Mrinal Sen, der in der Reihe Cannes Classics präsentiert wurde. Ursprünglich sollte das 1983 entstandene Werk bereits ein Jahr zuvor in Cannes laufen, konnte aber aufgrund der schlechten Kopienqualität nicht vorgeführt werden. Nach der Restaurierung von Reliance Media Works wurde der Film nun als Sondervorführung auf dem Festival gezeigt.

Konvertierung von 2D auf 3D
Als ein wachsendes Geschäftsfeld erweist sich die Konvertierung von Filmen von 2D in 3D. Um diesen neuen Markt zu bedienen, hat Reliance Media Works im vergangenen Jahr ein Joint-Venture mit der amerikanischen Firma In-Three geschlossen, die für den US-Blockbuster „Alice im Wunderland“ sowie für rund 25 Szenen von „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ die Umwandlung von 2D in 3D vorgenommen hat. „Wir planen künftig, zehn bis fünfzehn Filme pro Jahr in 3D zu konvertieren“, berichtet Patrick Von Sychowski. „Zu diesem Zweck haben wir in Mumbai ein Studio aufgebaut, das bis zum Jahr 2012 über rund 3.000 Mitarbeiter beschäftigen soll.“
Der Konvertierungs-Prozess, bei dem ein 2D-Film in stereoskopische 3D-Bilder verwandelt wird, verläuft in drei Stufen. „Zunächst müssen die individuellen Objekte definiert werden, die eine bestimmte Tiefe, Schattierung und Perspektive erhalten sollen“, erklärt Damian Wader, Vice President of Business Development bei In-Three. „Anhand dieser Vorgaben berechnet unsere Software die Algorithmen für diese drei Bereiche und stellt in den ausgewählten Frames die entsprechende Tiefe her. Diese Werte dienen unserer Software als Grundlage für die gesamte Einstellung.“ Nach diesem automatischen Konvertierungsprozess beginnt die manuelle Feinbearbeitung der 3D-Bilder durch die Digital Artists. „Dabei ziehen wir die Pixel in bestimmten Bereichen auseinander, um Oberflächen zu kreieren, welche die Kamera nicht aufgenommen hat. Diese Oberflächen müssen wir durch echte Bilddaten ersetzen, indem wir andere Teile aus dieser Bildsequenz kopieren und sie an anderer Stelle implementieren. Wenn wir auf keine Bilddaten zurückgreifen können, müssen wir diese völlig neu generieren. Durch die Herstellung dieser stereoskopischen Bildern kreieren wir die 3D-Illusion.“
Die 3D-Konvertierungs-Software von In-Three ist bereits im Jahr 2000 entwickelt und in den letzten Jahren für den kommerziellen Einsatz optimiert worden. „Wir haben uns dieses Konvertierungs-Verfahren als Dimensionalization (DZN) patentieren lassen.“ Nach einem Test anhand des „Star Wars“-Material sind als erste Produktionen „G-Force“ und „Alice im Wunderland“ von 2D in 3D umgewandelt worden. Pro Film veranschlagt Wader dafür etwa 20 bis 24 Wochen Bearbeitungszeit. „Es gibt auch Firmen, die eine 3D-Umwandlung in kürzerer Zeit anbieten, die in einem komplett automatisierten Verfahren erfolgt.“ Dabei werden allerdings nicht alle Aspekte berücksichtigt, die beachtet werden sollten. „Es ist ein zentraler Unterschied“, weiß Wader, „ob ein Digital Artist die Tiefe eines Objektes definiert oder diese automatisch durch einen Algorithmus berechnet wird.“ Zudem muss eine perfekte Übereinstimmung zwischen den Einzelbildern hergestellt werden, damit keine schädlichen 3D-Effekte entstehen, welche das Auge des Betrachters irritieren.

Aus diesem Grunde hat In-Three es abgelehnt, den Kinofilm „Kampf der Titanen“ in nur zehn Wochen in 3D umzuwandeln. „Wir setzen auf einen bestimmten Qualitäts-Standard, der eine gewisse Zeit erfordert.“ Pro Einstellung kalkuliert In-Three eine Bearbeitungszeit von acht bis zehn Wochen. Die komplette 3D-Umwandlung eines Kinofilms nimmt etwa 20 bis 24 Monate in Anspruch, kann aber schon während der Postproduktion eines Films beginnen. Die Kosten für die 3D-Konvertierung liegen bei 80.000 bis 100.000 Dollar pro Minute. Um einen kompletten Film in 3D umzuwandeln, muss ein Produzent rund acht bis zehn Millionen Dollar investieren.

Wachstumsmotor der Kinodigitalisierung
Angesichts des gigantischen Booms mit 3D-Filmen im Kino kann sich eine derartige Investition durchaus rechnen. Die 3D-Filme fungieren derzeit als der wichtigste Wachstumsmotor bei der Digitalisierung der Kinos. Die Anzahl der digitalen Kinosäle in Europa lag Ende 2009 bei 4.693, was einem Zuwachs von über 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, erläuterte Martin Kanzler von der Europäischen Informationsstelle in Straßburg bei der Podiumsdiskussion „Digitalkino-Tango“ in Cannes. Europaweit ist der Box Office im Kino um zwölf Prozent gestiegen, was teils auf die durchschnittlich sechsprozentige Preiserhöhung für 3D-Filme zurückzuführen ist.
Doch aus dieser Entwicklung resultiert zugleich ein höherer Konzentrationsprozess auf dem Kinomarkt. „Der Marktanteil der Blockbuster ist in der EU im vergangenen Jahr von 69 auf 75 Prozent gestiegen, während der europäische Film seinen niedrigsten Marktanteil seit 2005 verzeichnet hat“, berichtete Kanzler. Besonders deutlich ist dieser Trend in Frankreich zu beobachten, wo die Digitalisierung der Kinos bisher am stärk-sten fortgeschritten ist. „Von den höheren Kinoeinspielergebnissen profitieren vor allem große Verleihfirmen, während die kleineren Verleiher keine Zuwächse verzeichnen.“ In dieser Entwicklung sieht Christine Eloy vom unabhängigen europäischen Verleiherverband Europa Distribution ein Risiko. „Wenn die Kinos zunehmend 3D-Filme spielen, bleibt kein Platz mehr für europäische Filme. Das trifft am Ende der Auswertungskette auch die Produzenten, weil sie dann keine Rückflüsse aus der Kinoauswertung mehr erhalten.“ Eine ähnliche Auswirkung könne auch der zunehmende Einsatz von alternativem Content im Kino mit sich bringen. André Lange, der Chef der Informationsstelle berichtete in diesem Zusammenhang, dass die unabhängige Cannes-Sektion Quinzaine des Réalisateurs deshalb einen Kinospot mit dem Claim „Alternativer Content killt das Kino“ plane.
Im Zuge der Finanzkrise war in Cannes deutlich spürbar, dass es für die Produzenten immer weniger Geldtöpfe gibt, um ihre Projekte zu finanzieren. Da gängige Quellen wie TV-Beteiligungen, Presales und Bankkredite zunehmend versiegen, wächst der Druck auf die Förderungen. Diese Entwicklung war Thema beim Europäischen Rendevouz in Cannes, zu dem das MEDIA-Programm unter dem Titel „Shaping the Future of European Cinema“ eingeladen hatte. „Die Rolle der Filmförderung und die Bedürfnisse der Produzenten müssen im Zuge der digitalen Revolution und der finanziellen Krise neu definiert werden“, erklärte Androulla Vassiliou, die neue EU-Kommissarin für Erziehung, Kultur, Vielsprachigkeit und Jugend. Bei der Fortsetzung des MEDIA-Programms, das 2013 ausläuft, spiele das EU-Parlament eine Schlüsselrolle. „Die digitale Revolution ist die größte Herausforderung für die Branche seit der Einführung des Tonfilms“, betonte der FFA-Vorstand Peter Dinges. „Welchen Vorteil bringt dies der Branche und was riskieren wir dabei, was wir in der Vergangenheit gewonnen haben“, gab Dinges zu Bedenken.
Seit dem gigantischen Box-Office-Erfolg von James Camerons 3D-Actionabenteuer „Avatar – Aufbruch nach Pandora“, das weltweit inzwischen 2,7 Milliarden Dollar in die Kinokassen gespült hat, herrscht in der Kinobranche eine regelrechte Goldrauschmentalität. Doch „Avatar“ und 3D dürfen nicht gleichgesetzt werden, denn James Cameron hat in „Avatar“ nicht einfach eine 2D-Geschichte dreidimensional erzählt, sondern eine eigene Bildsprache dafür entwickelt. Das 3D-Storytelling gehört auch zu den zentralen Themen des internationalen 3D-Fachkongresses „Dimension 3“ in Paris, für den der Geschäftsführer Stephan Faudeux in Cannes die Werbetrommel rührte.

Nachdem das Kino als Lokomotive den rasenden 3D-Zug in Schwung gebracht hat, arbeiten sowohl die Hersteller von 3D-Systemen als auch die internationalen Elektronikkonzerne fieberhaft an Lösungen, um mit dem 3D-Phänomen neue Potenziale auf dem lukrativen Consumer-Markt zu eröffnen. Zu diesem Zweck hat der 3D-Anbieter XpandD in Cannes die erste universelle 3D-Brille vorgestellt, die mit ihrer aktiven Shutter-Technologie nicht nur für sämtliche 3D-Projektionssysteme im Kino, sondern auch für 3D-fähige LCD-Laptops und -Computermonitore, LCD-Fernseher, 3D-DLP-TV sowie für Plasma Fernseher einsetzbar ist. „Unsere aktive Shutter-Brille X103 ist darauf ausgerichtet, im Fernsehbereich alle gängigen Kommunikationsprotokoll-Standards wie IR, RF und Bluetooth zu bedienen“, erklärt Maria Costeira, CEO of XpanD. Die neue XpanD X103-Brille kann von den Nutzern somit für sämtliche 3D-Anwendungen wie Filme, Videospiele, Fernsehen und sonstige Vorführungen eingesetzt werden.
Die aktiven Shutter-Brillen von XpanD funktionieren auf der Basis von speziellen, schnell reagierenden Flüssigkeitskristallen, die wie ein Schalter jeweils abwechselnd das linke und das rechte Auge blockieren. Durch das schnelle Umschalten, die optimale Polarisation des Lichtes und den weiten Blickwinkel ermöglichen die aktiven Shutter-Brillen ein klares, komplett flimmerfreies 3D-Erlebnis.

Mit dieser neuen Universal-Brille will XpanD seine Position als globaler Marktführer von 3D-fähigen aktiven Shutter-Brillen weiter ausbauen. „In der 3D-Display-Technologie bricht jetzt eine neue Ära an“, versichert Costeira. „Mit unserer neuen aktiven Shutter-Brille X103 möchten wir den Konsumenten nicht nur die höchste Qualität, sondern zugleich auch die schicksten Brillen bieten.“ Zu diesem Zweck plant XpandD, den Prototyp dieser rund 120 Dollar teuren 3D-Brille weltweit zu vermarkten und an namhafte Unternehmen der Modebranche zu lizenzieren. „Wir führen bereits Gespräche mit verschiedenen Markenherstellern, die ihr eigenes Design für die 3D-Brillen entwickeln.“ Brillenträger können sich die 3D-Universalbrille sogar mit ihrer entsprechenden Sehstärke anfertigen lassen.
„In der Industrie werden 3D-Anwendungen schon seit 20 Jahren benutzt, um Autos zu entwerfen, Teppiche zu designen oder Flugzeuge in der Luft aufzutanken“, sagt Ami Dror, Chief Strategy Officer bei XpanD. „Wir setzen diese Technologie, die wir zunächst im Kino implementiert haben, jetzt auch im Home-Entertainmentbereich für Computer-Applikationen ein.“ In Zukunft wird das S3D TV sogar ohne Brille funktionieren. „Dafür werden mindestens 30 verschiedene Bildansichten mit jeweils 2.000 Zeilen in vollem HD-Umfang benötigt. Für die Übertragung ist ein Fernsehgerät mit 64 K Auflösung und den entsprechenden optischen Tools für die 3D-Betrachtung erforderlich“. Der Xpand-Ingenieur hält es nur noch für eine Frage der Zeit, bis eine neue Generation von Fernsehern auf den Markt gebracht wird, für die keine 3D-Brille mehr erforderlich ist. „Da XpanD mit 3D-Brillen beträchtliche Umsätze erzielt, investieren wir viel in die Forschung in diesem Bereich.“
Eine weitere Entwicklung steht der Branche mit den organischen Leuchtdioden OLED (Organic Light Emittings Diode) ins Haus, die langfristig die herkömmlichen Displays ablösen könnten. „Der große Vorteil von OLED ist, dass es sehr hohe Kontrastwerte, lebensechte Farben und flexible, nahezu unverwüstliche Displays besitzt und sich aufgrund seiner hohen Übertragungsraten sehr gut für den Einsatz von 3D TV eignet.“ Während die herkömmlichen Fernsehgeräte heute über Übertragungsgeschwindigkeiten von 120 FPS (Frames per Sekunde) verfügten, arbeitet OLED mit weitaus höheren Übertragungsraten. „Dadurch wird eine erheblich bessere Bildqualität erreicht, weil die Sender ihre Programme nicht mehr 24, sondern mit 200 Frames pro Sekunde ausspielen können“. Bisher kann OLED nur für relativ kleine Displays eingesetzt werden und besitzt noch eine kurze Lebensdauer. „Das ist die technologische Barriere. Alle großen Elektronikkonzerne wie Samsung, Panasonic oder Sony arbeiten bereits an dieser Entwicklung“, bestätigt Ami Dror. „Wenn sich diese zukunftsweisende Technologie durchsetzt, kann sie im Kino langfristig sogar die Leinwand ablösen, wodurch dann die komplette Projektion überflüssig wird.“ Nach dem Digital Roll-Out könne damit in nicht allzu ferner Zukunft schon die nächste Umrüstungswelle auf die Kinos zukommen.
Birgit Heidsiek (MB 06/10

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