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Neuer Markt für TV-Serien
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Neuer Markt für TV-Serien

Bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin erhalten Produzenten von Fernsehserien im kommenden Jahr erstmals die Möglichkeit, ihren TV-Content zu präsentieren und zu verkaufen. Zu diesem Zweck werden beim European Film Market (EFM) am 9. und 10. Februar 2015 spezielle Market Screenings für TV-Content angeboten. zudem wird eine Business-Lounge für die Einkäufer und Anbieter von Fernsehproduktionen eingerichtet.

Auch der Berlinale Co-Production Market öffnet sich für neue Serien-Projekte und wird sein Programm um einen Tag (10. Februar 2015) verlängern. Als Partner für den TV-Tag fungiert das Forum des Images, welches das Séries Mania-TV-Festival und das damit verbundene TV-Koproduktionsforum in Paris organisiert. „Diese neuen Initiativen würdigen die Tatsache, dass Erzählen in Serienform dieser Tage fester Bestandteil der audiovisuellen Kultur geworden ist”, erklärt Matthijs Wouter Knol, Leiter des European Film Market. „Wir wollen den Bedürfnissen unserer in Serien-Projekte involvierten Fachbesucher in den nächsten Jahren besser entgegenkommen.“ Auch für die Nachwuchsplattform Berlinale Talents können sich erstmals junge Kreative aus dem Bereich der Serienentwicklung und -produktion qualifizieren.

Darüber hinaus sind EFM-Veranstaltungen mit TV-Experten geplant, die für erfolgreiche Serien verantwortlich zeichnen. Der Schwerpunkt soll auf Produktionen aus Nordamerika und Europa liegen, denn es sollen die neuesten Serien von deutschen, britischen und skandinavischen Sendern vorgestellt werden. „Da viele unserer Festivalgäste und Filmemacher gleichermaßen bei Kinofilmen wie bei Fernsehserien aktiv sind, ist die neue EFM-Initiative das Ergebnis einer natürlichen Entwicklung“, betont der Festival-Direktor Dieter Kosslick. Bereits 2010 wurde auf der Berlinale die deutsche Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“ von Dominik Graf präsentiert. 2013 folgte „Top of the Lake“ von Jane Campion. In diesem Jahr liefen auf der Berlinale einige Folgen der zweiten Staffel von „House of Cards“, bei denen Carl Franklin Regie geführt hat. Auch in Deutschland setzen immer mehr renommierte Kinofilmregisseure und -Produzenten auf das lukrative Seriengeschäft. Die Berliner Produktionsfirma X Filme Creative Pool, auf deren Konto große internationale Kinofilme wie „Das Parfum“ oder „Der Wolkenatlas“ gehen entwickelt gemeinsam mit der ARD, Sky Deutschland und Beta Film die deutschsprachige TV-Serie „Babylon Berlin“, bei der Tom Tykwer die Regie übernimmt. „Babylon Berlin“ basiert auf der international erfolgreichen Krimi-Reihe von Volker Kutscher über einen Polizeikommissar, die im Berlin der zwanziger Jahre angesiedelt ist. Das Konzept für diese TV-Serie hat Tom Tykwer zusammen mit den Filmemachern Hendrik Handloegten, Achim von Borries und dem Produzenten Stefan Arndt entwickelt. „‚Babylon Berlin‘ ist ein breit angelegter, facetten- und figurenreicher Polizeifilm in historischem Kontext, der auf verblüffende Weise die deutsche und europäische Gegenwart spiegelt“, berichtet Tykwer. „“Genrekino, epischer Atem und politische Spurensuche finden in diesem detailliert recherchierten und packenden Stoff auf einzigartige Weise zusammen.“

Der Krimi-Autor Kutscher freut sich, dass Tykwer seinen Stoff verfilmt, zu dem er durch die „Sopranos“ inspiriert worden ist. „Die neue Art, Geschichten zu erzählen, die diese Fernsehserie aufbrachten, und mit der sie eine neue Tradition begründete, hat mit Sicherheit auch mein Schreiben beeinflusst, jedenfalls mein fiktionales Denken“, versichert Kutscher. „Und wenn die Welt von Gereon Rath in genau dieser Tradition von Serien wie ‚The Wire‘, ‚Mad Men‘, ‚Breaking Bad‘, ‚Six Feet Under‘, ‚Boardwalk Empire‘ adaptiert werden soll, ist das genau das, was ich mir für diesen Stoff immer gewünscht habe.“

Der Drehstart für „Babylon Berlin“, wofür Beta Film den Weltvertrieb übernommen hat, soll Mitte 2015 beginnen. Als Redakteure dafür verantwortlich zeichnen Sascha Schwingel und Carolin Haasis von ARD Degeto, der WDR-Fernsehfilmchef Gebhard Henke WDR und der Sky-Programmchef Marcus Ammon. „Um dieses anspruchsvolle und aufwendige Projekt realisieren zu können, möchten wir einen neuen Weg der Kooperation mit Sky ausprobieren“, betont der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor. „Dies könnte auch ein Modell für die Zukunft sein.“

Birgit Heidsiek

MB 7/2014

© Oliver Möst

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