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Olympische Sommerspiele in Japan auf der Kippe
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Olympische Sommerspiele in Japan auf der Kippe

In den letzten Tagen verdichten sich die Hinweise, dass die Olympischen Sommerspiele in Japan auf Grund der anhaltenden Corona-Pandemie zum Opfer fallen könnten. Jetzt schlägt auch die Londoner Times in diese Kerbe. Demnach neigt die japanische Regierung dazu, die Großveranstaltung in Tokio abzusagen.

Die britische Tageszeitung zitiert eine anonyme Quelle aus der Regierungsspitze. Die Absage der Spiele sei in diesem Stadium der Pandemie die einzig mögliche Lösung. Laut Times spiele man in Japan auch mit dem Gedanken, die Spiele in Tokio auf das Jahr 2032 zu verschieben. So könnten die Wettkampfstätten, die für die Spiele in Tokio 2020 gebaut wurden, zwölf Jahre später auch noch genutzt werden.

"Niemand will der Erste sein, der es sagt, aber wir sind uns einig, dass es zu schwierig geworden ist, die Spiele durchzuführen", sagte die von der Times zitierte Quelle. "Persönlich glaube ich nicht, dass die Spiele stattfinden werden".

Die Organisatoren der Spiele erklärten am 22. Januar indes erneut, dass die Veranstaltung zu den geplanten Terminen stattfinden wird. "Alle unsere Partner, einschließlich der nationalen Regierung, der Stadtregierung von Tokio, des Organisationskomitees für Tokio 2020, des IOC und des IPC, sind voll und ganz auf die Ausrichtung der Spiele in diesem Sommer konzentriert", betonen sie. "Wir hoffen, dass der Alltag so schnell wie möglich zur Normalität zurückkehren kann, und wir werden unsere Bemühungen fortsetzen, um sichere Spiele vorzubereiten". Auch IOC-Präsident Thomas Bach betonte in einem Interview mit der japanischen Agentur Kyodo News, dass die Spiele in weniger als 200 Tagen gut über die Bühne gehen werden. "Wir haben derzeit keinen Grund zu glauben, dass die Olympischen Spiele in Tokio nicht am 23. Juli im Olympiastadion in Tokio eröffnet werden", sagte Bach. "Deshalb gibt es keinen Plan B und deshalb setzen wir alles daran, die Spiele sicher und erfolgreich zu machen".

Auch Christophe Dubi, IOC-Direktor für die Olympischen Spiele versicherte der Schweizer Zeitschrift L'Illustré in einem am 21. Januar veröffentlichten Interview, dass die Spiele zu den angekündigten Terminen stattfinden werden. "Eine zweite Verschiebung oder eine Absage ist keine Option und war es nie", betonte er. "Das gilt erst recht für Peking 2022, denn an den Winterspielen sind weniger Nationen und Athleten beteiligt, und die Impfkampagne wird sechs Monate länger dauern".

Dubi erklärte "Wir haben mit den japanischen Behörden eine klare Linie definiert, von der wir auch nicht abweichen werden. Die Gesundheitskrise macht die Organisation dieser Spiele natürlich sehr komplex. Konkret bereiten wir uns auf zwei mögliche Szenarien vor. Das eine, optimistische, mit einer allmählichen Rückkehr zur Normalität, mit einigen wenigen Kontaminationsherden, und das andere, mit der Verbreitung, die wir heute kennen. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass trotz des von der Regierung verhängten Gesundheitsnotstandes die derzeitige Reproduktionsrate des Virus in Japan zehnmal niedriger ist als beispielsweise in der Schweiz".

Innerhalb der japanischen Bevölkerung schwindet indes der Zuspruch zur Durchführung der Olympischen Sommerspiel in diesem Jahr. Neueste Umfragen zeigen, dass mittlerweile eine deutliche Bevölkerungsmehrheit gegen eine Durchführung der 15 Milliarden Dollar teuren Spiele in 2021 sind. Fast die Hälfte wünscht sich eine erneute Verschiebung. 35 Prozent gehen von einer Absage der Spiele aus. Damit wächst auch der politische Druck auf die japanische Regierung, die Reißleine zu ziehen. 

 

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