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Steigerung der Workflow-Effizienz
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Steigerung der Workflow-Effizienz

Auf der NAB 2012 stand die Optimierung von Netzwerk-Infrastrukturen ganz oben auf der Tagesordnung. Es geht darum, die Arbeitsprozesse in der sich verändernden Medienwelt schneller und flexibler zu gestalten. Zahlreiche Firmen präsentierten neue Produkte und Lösungen zur Verteilung von Audio-, Video- und Datensignalen. Angesagt waren insbesondere IP- und glasfaserbasierte Verfahren. Hier einige Beispiele dafür.

Riedel Communications stellte auf der NAB 2012 für MediorNet, dem glasfaser-basierten Echtzeitnetzwerk des Unternehmens für 3G/HD-SDI Video, Audio und Daten, integrierte High-end Video Conversion Features vor. Zusätzlich zum Transport von HD Video-, Audiosignalen, Daten und Kommunikation bietet MediorNet integrierte Signalbearbeitung und -konvertierung. Dies reduziert die Anzahl externer Processing-Geräte erheblich. Die neuen Conversion-Features von MediorNets MN-HDP-6-IO Mediakarte bieten integrierte Signalkonvertierung in Broadcast-Qualität. Das Processing ermöglicht Up-, Down- und Cross-Conversion inklusive ARC mit niedrigen Latenzen für Multi-Rate 3G/HD/SD-SDI Signale. Die Bewegungs-adaptive De-Interlacing und Scaling-Technologie garantiert qualitativ hochwertige Bilder.

Die HDP-6-IO Karte erkennt automatisch das anliegende Signalformat und ist in der Lage SD- und HD-Signale gleichzeitig zu verarbeiten. Die MediorNet MN-HDP-6-IO HD SDI Video-Karte verfügt über jeweils zwei Ein- und Ausgänge sowie zwei Anschlüsse, die sich vom Nutzer sowohl als Ein- als auch als Ausgang definieren lassen. Die Conversion Features werden über die MediorWorks-Software gesteuert. Jeder Prozess lässt sich einfach über Drag&Drop-Menüs auswählen und den gewünschten Signalen zuweisen. Da Processing in MediorNet als systemweite Ressource zur Verfügung steht, sind die Conversion Features an jedem Ausgang des Systems verfügbar und erlauben so flexible Setups und kurzfristige Änderungen am System.

Henning Kaltheuner, Leiter Produkt-Management von Riedel erklärte in Las Vegas: „Unsere Kunden fordern zunehmend eine Steigerung der Workflow-Effizienz. Mit unseren Infrastruktur-Netzwerklösungen bieten wir die richtigen Werkzeuge dafür an. Mit unseren Netzwerk-Produkten können wir die Netzwerk-Effizienz und die Gesamtbetriebskosten gegenüber herkömmlichen Lösungen dramatisch verbessern.“

Auf der NAB habe Riedel die MediorNet-Integration auf ein neues Level gehoben. So wurde in Kooperation mit dem Kamerahersteller Grass Valley ein spezielles Interface entwickelt, das es erlaubt, Grass Valley-Kameras direkt über MediorNet zu vernetzen. „Mit dieser Interface-Karte, die sich gegenwärtig noch in der Testphase befindet, zeigen wir, dass wir eine Kamera direkt an MediorNet anschließen und deren Videosignale im gesamten Netzwerk nutzen beziehungsweise distribuieren können. Über MediorNet verbreitete Kamerasignale sind so gleichzeitig an vielen Stellen im Netz verfügbar, was natürlich deutlich hilfreicher ist als nur eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung“, betont Kaltheuner.
Riedel präsentierte auf der NAB 2012 auch seine AVB-Lösung für Interkom. „Wir promoten AVB als eine Netzwerklösung für Audio und glauben, dass AVB ein sehr nützlicher Standard für unsere Interkom-Produkte ist. Wir zeigen hier ein funktionsfähiges Produkt, das ab September 2012 lieferbar sein wird“, berichtete Kaltheuner. Das Interesse an AVB habe in Amerika im Vergleich zum Vorjahr, wo Riedel das Thema erstmals auf der NAB vorgestellt hatte, deutlich zugenommen.

Riedels AVB-Produktlinie besteht aus der AVB-108 G2 Client Karte sowie dem Connect AVBx8 Panel-Interfaces. Die AVB-108 G2 Client Karte wird direkt im Artist Matrix Mainframe installiert und wandelt acht Artist Matrix-Ports auf AVB und zurück. Die Karte kommuniziert entweder mit weiteren AVB-108 G2 Client Karten in anderen Artist-Mainframes für Trunking-Anwendungen oder mit Riedels Connect AVB und Connect AVBx8 Panel Interfaces.

Clear-Com setzt auf I.V.Core

Auch bei Clear-Com stand die IP-Kommunikation im Vordergrund. Das Intercom-Unternehmen setzt dabei auf Instant Voice Core (I.V.Core), eine Kombination von Internet-Protocol-Technologien als Herzstück aller seiner Intercom-over-IP-Produkte. Dazu zählen insbesondere Clear-Coms Concert, Concert for Newsroom und VoICE 2.0/SOFTVoICE.
I.V.Core sorgt laut Clear-Com für niedrige Latenz in der Kommunikation, sorgt für hohe Audio-Qualität, Verschlüsselung, Rauschunterdrückung und Neustart im Fehlerfall.
„Clear-Com versucht mit einer globalen Strategie den sich verändernden Rahmenbedingungen im Broadcast-Geschäft gerecht zu werden“, erklärte Clear-Com-Präsident Bob Boster auf der NAB 2012 gegenüber MEDIEN BULLETIN. Trotz unterschiedlicher Anforderungen in den einzelnen Regionen seien die wichtigsten Fragen überall die gleichen, meinte er. Es gehe hauptsächlich um die Flexibilisierung der Systeme sowie um die Kombination von Produkten und Integration verschiedener Kommunikationssysteme miteinander zum Einsatz über unterschiedlichste Kommunikationsdistanzen.
Eine wichtige Rolle dabei spielten die Nutzung von IP- und Glasfasernetzen sowie der einfache und schnelle Aufbau von Workflows. „In diesem Zusammenhang ist auch der Einsatz von Drahtlos-Systemen ein wichtiger Aspekt in unserem Geschäft. Ich denke, Clear-Com hat hier in der Intercom-Branche das größte Portfolio zu bieten, insbesondere im Bereich der analogen Partyline-Systeme.

Auf der diesjährigen NAB zeigen wir mit HelixNet die neueste Generation unseres digitalen Partyline-Systems. Weitere Highlights sind die IP-Kommunikation in unseren Matrix-Produkten, ebenso wie ein Stand-alone-IP-Intercom-System. Im Wireless-Bereich zeigen wir hier insgesamt elf verschiedene Produkte. Alle sind genau auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten.“ Clear-Com habe ein sehr gutes Lösungsangebot, das den heutigen Broadcastern bei ihrer Arbeit helfe und ihre Arbeitsprozesse vereinfache. Dafür stehe auch die neue Version des drahtlosen Kommunikationssystems Tempest 2400.
Sie erlaubt jetzt das Roaming von einer Basisstation zu einer anderen. „Das ermöglicht das Errichten von sehr großen, komplexen Systemen. Bei einer Fußball-Produktion könnte eine Basisstation im Ü-Wagen und eine andere im Stadion stehen. Techniker können dann zum Beispiel zwischen Stadion zum Ü-Wagen jederzeit und überall miteinander kommunizieren. Das bedeutet für unsere Kunden ein sehr flexibles Arbeiten. Es lassen sich bis zu 16 dieser Tempest Systeme zusammenschließen, was theoretisch die Kommunikation über mehrere Quadratkilometer erlaubt“, berichtete Bosters.

Clear-Com zeigte in Las Vegas insgesamt acht neue Produkte. Besonders stolz zeigte sich Boster über die anstehende Einführung des digitalen Partyline-Systems HelixNet. Es lässt sich mit vorhandenen Mikrofonkabeln nutzen und überbrückt große Distanzen. 20 Beltpack User pro Mainstation lassen sich anschließen. Seine Feuerprobe soll das HelixNet-System bei den Olympischen Spielen 2012 in London bestehen. Der Clear-Com-Chef berichtete auf der NAB-Pressekonferenz, dass sein Unternehmen erstmals bei Olympischen Spielen und den die Paralymics in London 34 Venues mit Interkom-Systemen ausstattet. „Es ist wichtig für uns, solche Erfahrungen machen zu können“, erklärte er.

BroaMan-Systeme zur Videoübertragung

In der Central Hall des Convention Centers hatte die Broadcast Manufactur GmbH aus Gräfelfing bei München einen kleinen Gemeinschaftsstand mit Audio-Netzwerk-Hersteller Optocore aufgebaut. Sie präsentierte hier erstmals in den USA ihre sogenannten BroaMan-Systeme zur digitalen Videoübertragung. Eine nähere Betrachtung lohnte. Broadcast Manufactur ist ein neues Unternehmen des Glasfaser-Experten Marc Brunke, Gründer und Präsident von Optocore. Das Start-up widmet sich ganz dem Bau von Geräten rund um die von Brunkes Team erfundene DiViNe (Digital Video Network) Technologie für den Markt der digitalen Videoübertragung.
DiViNe ermöglicht Routing und Repeating sowie Weiterleitung, Distribution, Konvertierung aller professioneller 3G/HD/SD-SDI Video-Signale über glasfaser-basierte Datennetzwerke, die von BroaMan bei Bestellung nach Kundenwunsch vorkonfiguriert werden.

Genutzt wird hierzu auch das WDM Multiplexing- und Demultiplexing-Verfahren, das die Distribution von bis zu 80 Kanälen durch ein einzelnes Glasfaser-Kabel möglich macht. Das System selbst kann aus einer Reihe von Modulen aufgebaut werden, die aus DiViNe-Bausteinen eine Video-Infrastruktur mit oder ohne Routing errichten. Die Grund-Einheiten für flexible Anwendungen bestehen aus Route66, Route33, Re-peat66 und Repeat33, die Standalone-Konverter von 3G/HD/SD-SDI und/oder MADI zu Glasfaser heißen Repeat48 und Repeat32WDM, es gibt sie mit oder ohne WDM Multiplexer.
Die einzelnen Geräte können für bestimmte Projekte maßgefertigt werden und bieten dann individuelle Lösungen für alle Anforderungen, vom Senden und Empfangen über das Multiplexen und Demultiplexen bis zu Konvertierung professioneller Videosignale im Format SD, HD oder 3G.

Die Baugruppen können über Schnittstellen auch an Audio- und Datennetzwerksysteme wie Optocore, SANE (Synchronous Audio Network plus Ethernet), MADI und Ethernet angeschlossen werden. Die Systeme sind in der Serienfertigung und sind bei verschiedenen Kunden bereits im Einsatz. Ein Beispiel: Brunke wurde von Studio Hamburg MCI gebeten, für Sveriges Television (SVT) die Anfrage nach vier unabhängig konfigurierten, automatischen Routing-Systemen mit einem modernen, glasfaser-basierten Video-Stagebox-Konzept zu konstruieren.

„Etwas Derartiges zu realisieren war bisher nicht möglich“, erklärte Brunke. „Für SVT haben wir einen Auto-Router für Video entworfen, bei dem die Stagebox überall angeschlossen werden kann und der Zentralrouter den Sendekanal immer zur richtigen Stelle routet. Durch unsere maßgeschneiderten Lösungen bieten wir zudem Lösungen, die zu 100 Prozent kostenoptimiert sind – unsere Kunden betonen regelmäßig, dass wir günstiger als Kupfer sind.“
Sämtliche Geräte bieten laut Brunke Routing beziehungsweise Signalwiederholung und sind in der Lage die Signale von elektrisch (BNC) zu optisch (Glasfaser) zu konvertieren. Jedes System kann unterschiedlich konfiguriert werden, um jeweils bis zu 66 (oder 33 bei einer nur halb-bestückten Baugruppe) 3G Video-Kanäle zu verarbeiten. „Die DiViNe Technologie stellt eine weltweit absolut einzigartige Lösung dar“, stellt Brunke fest. „Wir können routen, verteilen, und wir können jede Menge Video- und Audio-Kanäle in einem einzigen Glasfaserkabel zusammenfassen. Eigentlich gibt es fast nichts, was dieses System nicht zustande bringt.“
Da die Geräte als Komplettlösungen mit eigenem Gehäuse inklusive Netzanschluss geliefert werden, können laut Brunke selbst umfangreiche Systeme innerhalb von zwei Stunden installiert werden. Das Konzept sei logischer aufgebaut als das anderer am Markt erhältlicher Systeme. Zum besseren Preis-Leistungsverhältnis komme auch noch der geringe Stromverbrauch hinzu, erklärt er. Zudem würden die DiViNe-Systeme mehr Kanäle und eine höhere Flexibilität als vergleichbare Systeme der Wettbewerber bieten. Bereits vor der NAB wurde die DiViNe-Technologie erstmals auf der Prolight + Sound 2012 in Frankfurt vorgestellt.

Optocore selbst zeigte auf der NAB 2012 unter anderem zwei neue MADI Interfaces für Optocore- und SANE-Netzwerke, DD2FR-FX und DD4MR-FX. Beide sind eine Weiterentwicklung der E-Serie und wurden um eine SANE-Schnittstelle sowie einen Ethernet-Anschluss erweitert. Zusätzlich wurde die Übertragungsrate am Glasfaseranschluss von ein auf zwei GB verdoppelt. Damit ergeben sich folgende Übertragungsmöglichkeiten: 256 Audiokanäle über Dual-MADI, 100 Mbit Ethernet, Composite Video, LAN, DMX, MIDI sowie RS232/RS422/RS 485/GPIO. Die beiden Interfaces unterscheiden sich durch die technische Ausführung der MADI Schnittstelle: Während der DD2FR-FX mit optischen Anschlüssen für Glasfaser ausgestattet ist, verwendet der DD4MR-FX koaxiale Kupfer-Verbindungen. Weitere Vorteile der moderneren Produktionstechnik sind nach Angaben des Optocore-Vertriebsunternehmens Synthax GmbH der deutlich geringere Stromverbrauch und eine Kostenreduzierung um nahezu 50 Prozent.

Audio-over-IP von Barix

Die Barix AG aus Zürich, Anbieter von IP-Audiolösungen für Studio-to-Transmitter-Links, Rundfunk und landesweite Programmdistribution, zeigte auf der NAB 2012 ebenfalls neue Audio-over-IP-Lösungen. Dazu gehören unter anderem die erste bidirektionale Audioanwendung des Herstellers für die Fernseh- und Videoproduktion, die Pagingstation Annuncicom PS1 und der IP-Audio-Decoder Exstreamer 105.
Annuncicom PS1 ist sowohl ein IP-Paging- als auch ein Intercomgerät mit einem kompakten Design, das sich laut Barix sehr gut für die Verwendung in der schnell wachsenden Videobranche eignet. Mittels einer Sprechtaste können Bildmischer die Kamerabewegungen steuern, mit dem Produktionspersonal kommunizieren und dabei mobil bleiben. Kameraleute können einen einfachen Gürtelclip an der Rückseite des Gerätes befestigen.
Die Geräte sind PoE-fähig (Power over Ethernet) und erleichtern es dem Studio- und Produktionspersonal durch Verwenden einer Single-Wire IP-Verbindung mit hoher Bandbreite, sich frei im Studio zu bewegen. „Kameramänner sind normalerweise an ihre Kameras ‚gefesselt‘; die Idee einer Plug-and-Play IP-Intercomlösung, die funktioniert, sobald die Verbindung steht, öffnet dem Produktionspersonal viel mehr Freiheiten,” so Johannes G. Rietschel, CEO und Gründer der Barix AG.

„Die Produktionsstudios – Fernsehen, Radio und andere – können die bestehende IP-Infrastruktur für Intercom-Audio statt für RF-Technologien nutzen, die Störungen hervorrufen können. Damit braucht man auch keine klobigen veralteten Lösungen, die spezielle Kabel verlangen und bestehende Signalpfade nicht wiederverwenden können. „Partyline“ bedeutet auch, dass alle Personen am Set dieselbe Sprechpriorität auf demselben Kanal haben, was die Kommunikation noch leichter macht.” Der Annuncicom PS1 verfügt für die Push-to-talk-Funktion über gut beleuchtete, leicht reagierende Knöpfe auf der Frontseite. Man kann das Gerät einhändig und „blind“ bedienen. Ein eingebauter Lautsprecher, Kopfhöreranschluss und Lautstärkeregler sind in einer kompakten Einheit zusammengefasst. Der PS1 kann laut Barix auch gut in der Sicherheitsüberwachung eingesetzt werden, vor allem in Rundfunkanwendungen.

Das Gerät unterstützt MP3 und AACplus-Audio-Decoding und ermöglicht es dem User, durch die Audiokanäle zu schalten, um Audiopräsenz und -qualität in Live-Rundfunkumgebungen zu überprüfen. Exstreamer 105, der neue Barix IP-Audio-Decoder für Rundfunkumgebungen, bietet alle Features seines Vorgängers Exstreamer 100 und wurde zusätzlich um einen Slot für Speicherkarten im Micro SD-Format auf der Frontseite erweitert. Dies ist laut Hersteller vor allem bei Rundfunkanwendungen nützlich, wo das Gerät Inhalte live überträgt, sowie für kleine Studios, unbemannte Übertragungen und in Ladennetzwerken.

RTS präsentiert RTS VLink Mobile Software

Mit der VLink (Virtual Linked Intercom)-Software präsentierte RTS auf der NAB 2012 eine neue, DHCP-basierende Kommunikationslösung für RTS-Intercom-Systeme auf zahlreichen mobilen Endgeräten. Die Software ermöglicht Remote-Usern über eine Standard-Internetverbindung mittels eines Programms (WIN, iOS) ortsunabhängigen Zugriff auf eine RTS-Intercom-Matrix und bietet zugleich eine Vielzahl von flexiblen Kontrollmöglichkeiten. VLink unterstützt das Session Initiation Protocol (SIP), das erweiterte Konnektivität bietet. Das RTS-VLink-System ist in zwei Programmversionen erhältlich: Die Basisversion VLink LE besteht aus einer Stand-Alone/serverbasierenden Intercom-Applikation, die Audiofeed-Basisfunktionalitäten bietet. Die Premiumversion bietet intelligente Trunkingmöglichkeiten mit einer RTS Intercom Matrix, volle Unterstützung aller RTS-Intercom-Sprechstellen-Texte sowie Matrixzugriff auf die Standard-Kommunikations-Workflows. VLink ist konform mit dem EBU-Tech-3347-Standard. Dieser beinhaltet alle Charakteristika des Transportprotokolls wie Verschlüsselungsalgorithmen, Verkapselung und Signalübermittlung bei Audio-Over-IP basierenden Intercom-Systemen.

Sonys Videonetzwerk NXL-IP55

Sony stellte auf der NAB 2012 das Videonetzwerk NXL-IP55 vor und will damit nach eigenen Angaben die Vorteile der IP-Technologie für HD-Videoproduktionen nutzbar machen. Das IP-Übertragungssystem ermöglicht gleichzeitig die Übertragung von HD-Bildsignalen, Audiosignalen und Steuerungssignale von mehreren Kameras über ein Standardnetzwerk.
Live-HD-Produktionen mit mehreren Kameras, beispielsweise in Theatern oder Sportstadien, erfordern meist mehrere mit HD-SDI kompatible Koaxialkabel für die Bildübertragung. Für die Synchronisierung und Steuerung werden weitere Kabelstrecken benötigt. Das IP-Übertragungssystem NXL-IP55 von Sony verbindet mehrere Kameras über ein Standardnetzwerk. Das vereinfacht das Setup der Kameras und ermöglicht einen effizienten Betrieb. Die NXL-IP55 unterstützt bidirektionale IP-Bildübertragung, so dass jede Bildumschaltung, die im Regieraum vorgenommen wird, mit sehr geringer Verzögerung an die an der Bühne oder am Spielfeldrand installierten NXL-IP55 zurückgesendet wird. Auf diese Weise können auch hochwertige Leinwandprojektionen umgesetzt werden. Die NXL-IP55 ist zudem mit der neuen Studiokamera HDC-2000 von Sony kompatibel. Ein HDC-2000-Setup besteht aus einem Kamerakopf und einer Kamerakontrolleinheit (CCU), die über eine Gigabit-Übertragungsstrecke miteinander verbunden sind. Durch den Anschluss einer NXL-IP55 an jede Signalstrecke können Bildsignale von bis zu drei Kameras übertragen werden. Auf diese Weise können in Summe bis zu vier HD-Bilder über ein einziges Glasfaserkabel gesendet werden, über das die Kameras mit der CCU verbunden sind.

Durch diese Verschmelzung von IP-Netzwerkübertragung mit dem Broadcast-Industriestandard HD-SDI, wird die NXL-IP55 nach Angaben des Unternehmens zum Paradebeispiel für Sonys Bestreben, die nächste Generation von Live-Bildübertragungslösungen zu entwickeln.

Clean-Channel-Technologie

Ein besonderers Highlight auf der NAB 2012 war sicherlich auch die Präsentation der Clean-Channel-Technologie des belgischen Unternehmens Newtec. Damit ist es möglich, die vorhandenen Satelliten-Übertragungsbandbreiten deutlich effizienter zu nutzen. Newtec präsentierte als „Weltrekord“ die Übertragung 320 Mbit/s über einen 36 Mhz Satelliten-Transponder von Yahsats Y1A. Dabei handelt es sich um ein Sat-System aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach Angaben von Newtec ist es zuvor niemals gelungen ein Full-Duplex STM-1 (2 x 155 Mbit/s) auf einen 36 Mhz-Transponder zu übertragen. Das Unternehmen will seine dabei eingesetzte Technologie noch in diesem Jahr kommerziell verfügbar machen. Die Sat-Verbindung wurde auf Basis von Newtecs neuesten Satelliten-IP-Modulatoren und -Modems in Kombination mit der eigenen Clean-Channel-Technologie sowie mit Newtec-Breitband- und Bandbreitenunterdrückungssystemen (ZN871) realisiert.

Brücke zwischen Audio- und Videowelt

Als Weltpremiere präsentierte Lawo auf der NAB 2012 sein neues SDI-Dock. Es soll die Brücke zwischen Audio- und Videowelt schlagen und bietet acht Embedder und Deembedder sowie 128 Audiokanäle via MADI. Zukünftig soll auch eine RAVENNA-Schnittstelle zur Verfügung stehen.
Mit Hilfe hochwertiger 3G-SDI-Embedder und -Deembedder können beliebige Audiosignale aus bis zu acht Videokanälen verwendet und gleichzeitig neue ins Video eingebunden werden. Dabei werden bis zu 16 Audiokanäle je Stream unterstützt. Mit der einfachen Anbindung über MADI wird das Handling der vielen Audiosignale laut Lawo deutlich vereinfacht. Samplerate Converter in jedem Embedder erlauben dabei auch verschiedene Referenztakte zwischen Video und Audio.
Zusätzlich hat SDI Dock zahlreiche leistungsstarke Video-Processing-Möglichkeiten mit an Bord: Ein Framesynchronizer je Videokanal erlaubt die gleichzeitige Verwendung verschiedener Bildformate, die integrierte Color Correction und ein Proc-Amp pro Videokanal passen laut Lawo jedes Eingangssignal an die individuelle Farbvorstellung an. Hochwertige Algorithmen, heißt es, garantierten dabei ein perfektes Bildsignal. Integrierte Formatkonverter wandeln Videosignale in beliebige andere, professionelle Videoformate um.
Weitere Features sind die Thumbnail und Monitoring Funktionen inklusive Quadsplit, etc.

Diese Kombination aus Video- und Audiowerkzeugen in einem kompakten Gerät macht das SDI-Dock laut Lawo zu einem leistungsfähigen Produktionswerkzeug, das viele Aufgaben in der täglichen TV-Produktion erledigt. Auf einfache Touchbedienung optimiert kann das SDI-Dock bequem in jede Infrastruktur integriert werden und benötigt keine weiteren Bedienelemente.
Als Benutzerschnittstelle dient ein herkömmlicher Webbrowser. Das SDI-Dock, so Lawo, lässt sich nahtlos in die Welt der mc²-Mischpulte integrieren. MADI und RAVENNA ermöglichten dabei eine bis heute nicht erreichte Effizienz in der Anbindung von SDI an Audiokreuzschienen, heißt es in einer Mitteilung zur NAB 2012. Durch die konsequente Trennung der Steuerung von Audio- und Videodaten sei mit dem SDI-Dock immer ein reibungsloser Ablauf in der Produktion garantiert.
Eckhard Eckstein
(MB 06/12)

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