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Treffpunkt des guten Tons
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Treffpunkt des guten Tons

Zum Auftakt der 27. Tonmeistertagung am 22. November freuten sich die Aussteller über den Besucherandrang am neuen Messestandort in Köln. Am ersten Tag des dreitägigen Events standen unter anderem die Themen Digitalradio DAB+ und Lautheitsmessung auf dem Programm.

Nachdem der Verband Deutscher Tonmeister (VDT) den Fachkongress seit 2004 in Leipzig veranstaltet hatte, wechselte die Tonmeistertagung dieses Jahr nach Köln. Für die Rheinmetropole sprachen ihre zentrale Lage nahe an Frankfurt und den europäischen Nachbarländern, namhafte TV- und Hörfunksender wie RTL und WDR sowie zahlreiche Studios, Produktions- und Beschallungsfirmen am Standort. Die Ausstellungsfläche war bereits seit dem Sommer ausverkauft: 176 Hersteller, Audio-Vertriebe und Dienstleister zeigten ihr Angebot. Die Aussteller erhofften sich vom neuen Messeplatz ein größeres Publikum – und wurden nicht enttäuscht. Der Besucherandrang am Eröffnungstag, so die einhellige Meinung unter den Ausstellern, sei größer als in den letzten Jahren – selbst zu den Spitzenzeiten. Das bestätigte auch Hans Schlosser, Vizepräsident des VDT.

Auf dem Programm der Tonmeistertagung standen über 160 Vorträge, Poster-Präsentationen, Workshops und Roundtables. Die Themenschwerpunkte der Messe und der Fachvorträge waren unter anderem das Digitalradio DAB+, 3D-Audio sowie die Lautheitsmessung nach EBU R128. Zahlreiche Praxis-Workshops rundeten das Fachprogramm ab.

Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) veranstaltete gemeinsam mit dem VDT einen Digitalradiotag mit einer Reihe von Fachvorträgen. Die Themen reichten vom Neustart des neuen Digitalradios DAB+ im Jahr 2011, über das Encoding und die Distribution bis hin zum Endgerätemarkt. Thomas Schierbaum, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des IRT, beurteilte den Neustart des digitalen Hörfunks sehr positiv. Die Fehler der misslungenen Einführung des vorherigen Digitalradios DAB seien vermieden worden. Öffentlich-rechtliche und private Sender arbeiteten diesmal zusammen, zudem sei die Frequenzausstattung mit bis zu 48 digitalen Radioprogrammen in einzelnen Bundesländern weitaus besser. „Die Hausaufgaben wurden gemacht“. Kritisch sah Schierbaum dagegen die Resonanz bei der jüngeren Zielgruppe unter 40 Jahren. Hier seien YouTube und das Internet allgemein starke Konkurrenten. Im mobilen Bereich sei das Internetradio derzeit kein Ersatz für das Digitalradio: „Der Mobilfunk kann Live-Übertragungen an ein Millionen-Publikum wie etwa bei Fußball-Bundesliga-Partien schlicht nicht bewältigen“, so Schierbaum.

Dennoch wünschten sich viele Referenten eine größere Resonanz auf das neue Digitalradio DAB+. Carsten Friedrich, Marketing Manager von Frontier Silicon, sah die Programmveranstalter in der Pflicht. Die Broadcaster sollten den Mehrwert für die Hörer erhöhen. So könnten beispielsweise Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablets zur Steuerung dienen und zugleich Zusatzdaten auf ihren Bildschirmen zeigen, Digitalradios wären für Audiowiedergabe zuständig. Zudem sollten die Programmveranstalter die Möglichkeiten des neuen Digitalradios besser kommunizieren.

Nach dem Neustart des Digitalradios im Jahr 2011 lassen sich mittlerweile – je nach Bundesland – zwischen 19 bis 48 digitale Radioprogramme via DAB+ empfangen. Im Gegensatz zur Vorgängertechnik DAB verwendet DAB+ den effizienteren Audiocodec HE-AAC v2 (High Efficiency Advanced Audio Coding). Radios für DAB+ gibt es ab etwa 50 Euro im Handel.

Auch die neue Lautheitsregelung nach EBU R128 war das Thema zahlreicher Fachvorträge. Öffentlich-rechtliche wie private Sender hatten die neue Lautheitsmessung zur IFA am 31. August 2012 eingeführt. Das Ziel der von der EBU-Gruppe P-Loud erarbeiteten Messmethode ist es, störende Lautstärkesprünge zwischen Hauptprogramm und Werbung zu vermeiden. Bislang steuerten die Sender ihre Programme mit einem Spitzenpegelmesser oder Quasispitzenpegelmesser (PPM oder QPPM) auf maximal -9 dB FS aus (Dezibel Full Scale). Auch Werbesendungen wurden mit diesem Spitzenwert angeliefert. Doch die Werbefirmen komprimieren die Dynamik ihrer Spots so stark, dass sie wesentlich lauter wirken. Abhilfe verspricht die neue Lautheitsregelung. Sie konzentriert sich nicht auf Spitzenpegelwerte, sondern auf den Durchschnittspegel der gesamten Produktion. Die durchschnittliche Lautheit des kompletten Beitrags muss nunmehr bei -23 LUFS liegen (Loudness Unit Full Scale). Dies gilt auch für Werbesendungen – die zwar weiterhin stark komprimiert werden können, doch letztlich auf den Durchschnittswert von -23 LUFS abgesenkt werden müssen. Übermäßig stark komprimierte Beiträge, die den kompletten Dynamikspielraum nicht ausnutzen, verlieren dadurch an Klangqualität.

Im Ausstellungsbereich gab es derweil zahlreiche Innovationen zu entdecken. Lawo zeigte die neue mc256-Konsole, die erst auf der IBC 2012 ihre Weltpremiere hatte. Lawo bietet das mc256 in fünf Rahmengrößen, um für jede Anwendung das passende Pult zu liefern: von 16 Fadern für den kleinen Ü-Wagen bis zu 80 Pegelstellern für komplexe Produktionen. Zudem haben die Rastatter das zentrale Bedienfeld neu gestaltet. Es gewährt mit einem 21,5 Zoll Touch-Bildschirm eine sehr gute Übersicht und ermöglicht eine rasche und komfortable Bedienung. Mikrofon- und Monitorhersteller Neumann zeigte seinen neuen Dreiwege-Nahfeld-Monitor „KH 310 A“ erstmals in Europa. Er soll im ersten Quartal 2013 erhältlich sein undl ist mit einem 8,25 Zoll Woofer, einer drei Zoll Mitteltonkalotte und einer ein Zoll durchmessenden Hochtonkalotte bestückt. Der Frequenzgang soll bis zu 34 Hertz hinabreichen. Die Form des Hochton-Waveguides wurde mathematisch berechnet (MMD-Waveguide). Er verbreitert den optimalen Hörbereich (Sweet Spot) und sorgt dadurch zudem für einen ausgewogenen Frequenzgang. Die Kombination mit den Neumann-Subwoofern KH 810 und KH 870 ermöglicht ein 7.1-Bassmanagement – was laut Jörg Pohl, Manager Marketing und Sales der Georg Neumann GmbH, derzeit kein anderes System bietet.

Mikrofon- und Kopfhörerspezialist Sennheiser hatte sein neues Drahtlossystem Digital 9000 dabei, das Audiosignale unkomprimiert und mit großem Dynamikumfang übertragen soll. In der Systemreihe erscheinen der Mehrkanalempfänger „EM 9046“, der Handsender „SKM 9000“ sowie der Taschensender „SK 9000“. Das System ermöglicht ein ausgefeiltes Frequenzmanagement: Im High-Definition-Modus überträgt es Audiosignale unkomprimiert in einer Qualität, die laut Hersteller mit einem drahtgebundenen Mikrofon vergleichbar ist. Der Long-Range-Modus eignet sich dagegen für schwierige Übertragungssituationen mit vielen Störquellen und über weite Distanzen.

Zudem erweiterte der Audiospezialist aus Wedemark seine Kleinmembran-Mikrofonserie MKH um die neue Mikrofonkapsel „MKH 8090“. Sie hat die Richtcharakteristik breite Niere und arbeitet, wie die gesamte MKH-Serie, im Hochfrequenz-Verfahren. Im Gegensatz zu reinen Nierenmikrofonen verspricht das „MKH 8090“ eine bessere Tieftonaufnahme dank eines erweiterten Übertragungsbereichs. Es lässt sich sowohl als Stereohauptmikrofon wie als Stützmikrofon verwenden.

Ein Highlight am 22. November war auch der Live Mixing Workshop, der in Kooperation mit dem VDT gemeinsam von d&b audiotechnik, N&M Veranstaltungstechnik, Sennheiser und Yamaha veranstaltet wurde. Gezeigt wurde hier, wie man ein Beschallungskonzept für Clubs und kleine Hallen erstellt und wie ein sinnvolles Direktschall-Management für solche Locations aussieht. Vorträge machten deutlich, welche Mittel den Tontechnikern für die Direktschallverteilung auf die Zuhörerfläche zur Verfügung stehen und wie dabei die Sprachverständlichkeit gewährleistet werden kann. „Die einzige Größe, auf die Tontechniker tatsächlich Einfluss haben, ist die Erzeugung und Verteilung des Direktschalls“, erklärte Janko Ramuscak von d&b audiotechnik.
Jan Fleischmann
(MB 12/12_01/13)

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