> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://mebucom.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# DACH Forum 2026: Am Ende zählt das Produkt
- URL: https://mebucom.de/events/dach-forum-2026-am-ende-zahlt-das-produkt/
- Published: 2026-10-08T08:04:51.000Z
- Updated: 2026-10-08T08:04:51.000Z
- Description: Volles Studio A bei Sky in Unterföhring: Das Sky Sport / SVG Europe DACH Forum 2026 brachte die Sportbroadcast-Branche zusammen – für Diskussionen über Produktion, KI und neue Medienprodukte und einen Abstecher ins All.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Events, Sky, Alessandro Reitano, SVG Summit

„Audience First, Product First, Performance First“ – mit diesen drei Leitgedanken eröffnete Alessandro Reitano das Sky Sport / SVG Europe DACH Forum 2026\. Der SVP Sports Production bei Sky Deutschland und Chairman von SVG Europe bringt Jahr für Jahr wichtige Köpfe der deutschen und internationalen Produktions- und Broadcast-Branche zusammen. Auch diesmal war Studio A bei Sky in Unterföhring bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Themen reichten von der Bundesliga der Zukunft über Software Defined Production und KI bis zu Sportmedien in Indien und Saudi-Arabien. Zwischendurch ging es sogar bis zum Mond. Technologie spielte dabei erwartungsgemäß eine große Rolle. Reitano gab allerdings schon zum Auftakt die Richtung vor: Relevant werde sie dort, wo sie bessere Geschichten, mehr Nähe und bessere Produkte ermöglicht.

Anschließend gehörte die Bühne zunächst Jens Fischer, Senior Business Development Manager bei Broadcast Solutions, dem Title Sponsor des DACH Forums. In einem kurzweiligen Streifzug durch aktuelle Projekte der Unternehmensgruppe ging es unter anderem um ein neues softwarebasiertes Broadcast Center in München, Remote Production, das neue Schiedsrichterstudio am DFB-Campus und KI-gestützte Kameraproduktion. Fischer würdigte zudem Reitano und das SVG-Team dafür, mit der Veranstaltung seit Jahren die Branche zusammenzubringen und den Wissensaustausch zu fördern.

![Jens Fischer, Senior Business Development Manager bei Broadcast Solutions](https://mebucom.de/content/images/2026/10/DSC02594.jpg)

Jens Fischer gab für Title Sponsor Broadcast Solutions einen schnellen Einblick über die vielfältigen Projekte der Unternehmensgruppe.

Inhaltlich kehrte das Forum anschließend immer wieder zu der Frage zurück, was neue Technik dem Zuschauer tatsächlich bringt. Stephan Schmitter, CEO von RTL Deutschland, Bundesliga-CEO Steffen Merkel und Sportcast-Geschäftsführer Alexander Günther diskutierten etwa darüber, wie sich das Bundesliga-Medienprodukt weiterentwickeln lässt. Mehr Kameras allein sind dabei nicht die Antwort. „Am Ende ist es vollkommen egal, ob das 15, 20 oder 30 Kameras sind, wenn du die eine entscheidende hast, die den Unterschied für den Fan macht“, sagte Merkel. Ein großes Thema bleibt die Nähe zu Spielern und Vereinen, hinzu kommen stärker lokalisierte und personalisierte Angebote für internationale Märkte.

![](https://mebucom.de/content/images/2026/10/DSC02648-1.jpg)

![](https://mebucom.de/content/images/2026/10/DSC02700.jpg)

![](https://mebucom.de/content/images/2026/10/DSC02744.jpg)

Stephan Schmitter von RTL Deutschland, Steffen Merkel von der DFL und Alexander Günther von Sportcast diskutierten darüber, wie sich das Bundesliga-Medienprodukt weiterentwickeln lässt und welche Rolle Nähe, Personalisierung und neue Produktionstechnik dabei spielen.

Wie aufwendig solche Produktionen inzwischen werden können, zeigte der Rückblick auf die Fußball-WM. Alexander Dechant von thinXpool, Boris Inanici vom ARD SportHub, Holger Ensslin von DMC Production Germany und Ewan Cameron von Ross Video sprachen über zusätzliche Feeds und Spezialkommentare, Remote Production und automatisierte Audioproduktion.

Dass Sportproduktion weit mehr als Fußball bedeutet, zeigte die Runde „Beyond Football“. Anhand von NFL, der Reit-WM und dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ging es um sehr unterschiedliche Produktionsanforderungen – und erneut um die Frage, wie sich aus dem ohnehin produzierten Material mehr relevante Geschichten für verschiedene Zielgruppen gewinnen lassen. BCE Deutschland-Geschäftsführer Stefan Weidner brachte zudem [ein FIBA-Projekt](https://mebucom.de/technik/bce-setzt-auf-integrierte-media-workflows/) mit, bei dem 1.600 Spiele pro Saison über eine Multi-Cloud-Architektur aufgezeichnet, archiviert und zur weiteren Nutzung bereitgestellt werden.

![](https://mebucom.de/content/images/2026/10/DSC02779.jpg)

Host Alessandro Reitano, René Alles von best boys, Robert Kis von TV Skyline und Alexander Rösner von RTL (v.l.) diskutierten Produktionskonzepte jenseits des Fußballs und die Frage, wie vorhandenes Material für zusätzliche Geschichten und Zielgruppen genutzt werden kann.

## KI zwischen Business Case und Brechstange

Beim Thema KI war die Tonlage auffallend pragmatisch. In der Runde „From Hype to Reality“ diskutierten unter anderem Tabea Wagner von der DFL, Max Bisch von Sportradar, Yan nick Ramcke von OneFootball und Jan Vierig von Accenture darüber, was von den vielen Versprechen inzwischen tatsächlich in der Produktion angekommen ist. Die Beispiele reichten von automatisierter Datenerfassung über Metadaten und Content-Suche bis zu Lokalisierung und automatisierter Produktion.

![](https://mebucom.de/content/images/2026/10/DSC02882.jpg)

Tabea Wagner von der DFL war bei „From Hype to Reality“ die einzige Frau auf der Bühne – und die einzige des Tages. Ein Missverhältnis, das auch Reitano nicht entging: „Das müssen wir ändern“, stellte der Gastgeber selbstkritisch fest.

Bisch brachte die Diskussion für Sportradar auf eine einfache Formel: Hinter KI müsse am Ende ein Business Case und ein konkreter Mehrwert stehen. Wagner wiederum warnte vor vermeintlichen One-Size-Fits-All-Lösungen. Der Weg von einer überzeugenden Demo in die Live-Produktion sei häufig länger, als es zunächst aussieht.

Deutlich stärker aufs Tempo drückte Vizrt-CEO Rohit Nagarajan. [Er stellte gleich mehrere Grundsätze klassischer Broadcast-Produktion infrage](https://mebucom.de/business/vizrt-ceo-architect-for-failure/), betonte aber vor allem, Vizrt habe „im Grunde alles auf Agentic AI und KI gesetzt“. Für den Kontrollraum der Zukunft erwartet er weiterhin Menschen – allerdings zunehmend als „Agentic Editors“, die Prozesse und KI-Agenten steuern.

Wie Software Defined Production bereits praktisch umgesetzt wird, zeigte Tim Broenstrup, Head of Technical Operations bei RTL News. Er stellte die erneuerte Produktionsregie für die internationale Bundesliga-Produktion vor, die RTL mit Grass Valley AMPP realisiert hat. Die neue, ST-2110-basierte Umgebung soll bis zu sechs parallele Spiele abbilden und sich bei neuen Anforderungen flexibler erweitern lassen.

![Tim Broenstrup, Head of Technical Operations bei RTL News](https://mebucom.de/content/images/2026/10/DSC02816.jpg)

Tim Broenstrup, Head of Technical Operations bei RTL News, stellte die erneuerte Produktionsregie für die internationale Bundesliga-Produktion vor.

Einen anderen Aspekt der Produktion rückte Renato Pellegrini, Head of Pro Labs bei Sennheiser, in den Mittelpunkt: den Ton. Mit stärker personalisierten Bildangeboten müsse auch Audio flexibler werden. Sein Beispiel: Ein immersiver Mix soll sich automatisiert so für Stereo aufbereiten lassen, dass auch Zuschauer mit klassischer Zwei-Kanal-Wiedergabe von der aufwendigeren Produktion profitieren.

## Für 20 Minuten raus aus der Bubble

Einen der ungewöhnlichsten Programmpunkte hatte Reitano bewusst außerhalb der Medienbranche angesiedelt. „Ich weiß, wir sind extrem wichtig, aber es gibt andere Branchen, die sind genauso wichtig, wenn nicht wichtiger“, sagte er mit einem Augenzwinkern zur Ankündigung von Martin Born von der European Space Agency.

![](https://mebucom.de/content/images/2026/10/DSC02623.jpg)

„Cooler als Jason Bourne“, stellte Alessandro Reitano seinen alten Weggefährten Martin Born vor, der sichtlich Freude daran hatte, Parallelen zwischen dem Raumfahrtprogramm und der Broadcast-Branche zu ziehen.

Born nahm das Publikum für rund 20 Minuten mit zum Artemis-Programm und zum Orion-Raumschiff. Er erklärte die Rolle des in Europa gebauten Service Module, das unter anderem Energieversorgung, Temperaturkontrolle, Wasser, Atemluft und Antrieb für Orion bereitstellt. Die Parallelen zur Broadcast-Welt waren dabei gar nicht so weit hergeholt: Auch in der Raumfahrt geht es um komplexe Systeme, Redundanz und Zuverlässigkeit – mit etwas anderen Konsequenzen, wenn etwas nicht funktioniert.

Den Blick über den europäischen Markt öffnete später auch die Runde mit Prashant Khanna von JioStar und Fadi Radi von SRMG. Indien und Saudi-Arabien zeigen, wie anders Sportmedien gedacht werden können, wenn mobile Nutzung, junge Zielgruppen und Personalisierung von Beginn an Teil des Produkts sind. JioStar produziert für die Indian Premier League beispielsweise 25 angepasste Feeds und mehr als zwölf Sprachversionen. Khanna brachte dabei ein weiteres Takeaway des Tages auf den Punkt: Rechte seien letztlich nur das Rohmaterial. Entscheidend sei, welches Produkt daraus für den jeweiligen Markt entsteht.

Solche Perspektivwechsel gehören ebenso zum DACH Forum wie die Pausen zwischen den Sessions. Bei Kaffee, später bei Drinks und Häppchen, wurde weiterdiskutiert, Kontakte wurden aufgefrischt und Themen von der Bühne im persönlichen Gespräch fortgesetzt.

Reitano hatte es zu Beginn selbst gesagt: Broadcast ist eine People Industry. Das volle Studio A und die Gespräche weit über das offizielle Programm hinaus lieferten dafür auch 2026 einen ziemlich guten Beleg.