Cookie Consent by TermsFeed
      job_karriere-news
      mebucom
                
ZDF-Unterhaltungschef tritt zurück

ZDF-Unterhaltungschef tritt zurück

Der Leiter der ZDF-Hauptredaktion Show, Oliver Fuchs, hat im Zusammenhang mit den Manipulationen bei der Rankingshow „Deutschlands Beste!“ die Verantwortung übernommen und seinen Rücktritt angeboten. Intendant Thomas Bellut akzeptierte das Ersuchen.

Die interne Untersuchung des ZDF hat ergeben, dass Fuchs selbst keine Kenntnis von den Manipulationen hatte. Die für die beiden Showsendungen am 2. und 3. Juli zuständige Teamleiterin wurde ihrer Führungsfunktion enthoben und abgemahnt. Eine weitere Redakteurin wurde ebenfalls abgemahnt. ZDF-Intendant Thomas Bellut: „Ich danke Herrn Fuchs für sein Engagement und seine Arbeit. Ich respektiere sein Angebot, persönlich die Verantwortung zu übernehmen.“

Die interne Untersuchung des Falls hat ergeben, dass das Fehlverhalten bei der ZDF-Redaktion lag. Das Konzept für die beiden Sendungen „Deutschlands Beste! – Frauen“ und „Deutschlands Beste! – Männer“ basierte auf einer zweistufigen repräsentativen Erhebung. In einem ersten Schritt hatte das Institut Forsa 100 Frauen und 100 Männer ermittelt. Aus diesen Listen wurden in der zweiten Stufe jeweils die 50 "Besten“ ebenfalls durch eine repräsentative Erhebung ermittelt. Parallel dazu wurden die 100er Listen auf zdf.de zur Abstimmung gestellt. Ebenso hat die Programmzeitschrift HÖRZU ihre Leser abstimmen lassen. Die Forsa-Ergebnisse der zweiten Erhebung  lagen der Redaktion am 5. Mai 2014 vor, die Ergebnisse der HÖRZU am 28. Mai 2014 und das Ergebnis des Online-Votings am 2. Juni 2014. Nach einer Rückfrage bei Forsa stellte sich heraus, dass es nicht möglich war, die unterschiedlichen Rankings zu einem repräsentativen Ergebnis zusammenzuführen. Daraufhin beschloss die Teamleiterin, die Ergebnisse der Online- und der HÖRZU-Umfrage nicht zu berücksichtigen, ohne ihre Vorgesetzten darüber zu informieren. Später wurden darüber hinaus ebenfalls eigenmächtig durch die Redaktion Veränderungen an der repräsentativen Forsa-Liste vorgenommen.

Erst nachdem ein Journalist nach der ersten Sendung die Frage an das ZDF richtete, wer die Listen der „Besten“ zusammengestellt habe, stellte sich heraus, dass, entgegen den Ankündigungen in den Pressemitteilungen zur Sendung, nicht alle Befragungen in das Ergebnis eingeflossen sind. Das ZDF  hat diese Falschinformation dann transparent gemacht. Erst im Rahmen der weiteren internen Untersuchung von Programmdirektor und Justitiar stellte sich eine Woche später heraus, dass das Fehlverhalten der Redaktion erheblich weiter reichte, als zunächst bekannt und öffentlich mitgeteilt wurde. Über die festgestellten Manipulationen an der Forsa-Liste hat das ZDF am 11. Juli berichtet, sich öffentlich entschuldigt, die Listen veröffentlicht und Konsequenzen aus dem Fall angekündigt.

Das ZDF wird nach eigenen Angaben die Reihe „Deutschlands Beste!“ nicht fortsetzen und dem Programmausschuss des Fernsehrats, der am 25. Juli tagt, Maßnahmen vorschlagen, mit denen eine Wiederholung eines solchen Falls ausgeschlossen wird.

In der aktuellen Ausgabe von MEDIEN BULLETIN (Sonderedition mebulive) findet sich ein umfassendes Interview mit Thomas Fuchs zum Thema Live-Produktion. Hierin spricht er sich unter anderem für interaktive Showformate und die "Eventisierung des Fernsehens" aus. Er betont: "Fernsehen muss Events live zeigen und selbst kreieren." Die potentiellen Gefahren, die damit verbunden sind, wurden im Interview nicht besprochen. (7/14)

Zurück


Ähnliche Artikel