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Appelle aus der Produktionswirtschaft

Appelle aus der Produktionswirtschaft

Kurz vor der Tagung der Ministerpräsidenten am 12. und 13. März, bei der es auch um die Mehreinnahmen bei den Rundfunkbeiträgen geht, melden sich die Lobbyisten zu Wort mit Appellen und Vorschlägen, die Mehreinnahmen zu Gunsten der Produktions- und Kreativwirtschaft zu verwenden.

Die Produzentenallianz appelliert in einem offenen Brief an die Ministerpräsidenten „auf eine Beitragssenkung zu verzichten, um den Rundfunkanstalten politisch zu ermöglichen, zu angemessenen Produktionsbedingungen zurückzukehren und neue Programmfarben zu entwickeln, die für die Meinungsvielfalt in Deutschland wichtig sind“.

Nach der Umstellung der Rundfunkgebühr erwartet die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) für die Periode 2013 bis 2016 „erhebliche Mehreinnahmen“ in Höhe von insgesamt 1.145,9 Mio. €. Die KEF empfiehlt für die Hälfte der erwarteten Mehreinnahmen eine Absenkung des Rundfunkbeitrags um 73 Cent auf 17,25 € monatlich. Die darüber hinausgehenden Mehreinnahmen will die KEF einer Rücklage zuführen, die von den Anstalten nicht verausgabt werden darf.

In ihrem Brief an die Länderchefs stellt die Produzentenallianz fest, dass die fortgesetzten Einsparungen bei ARD und ZDF in den vergangenen Jahren zu Lasten der Mitwirkenden und Kreativen gegangen sind und zu Einschnitten beim Umfang und der Qualität der Produktionen geführt haben.

Der sich abzeichnende Mehrertrag sollte daher dafür genutzt werden, die in der Vergangenheitstattgefundenen Kostensteigerungen im Produktionsbereich auszugleichen und den Rundfunkanstaltenwieder die Freiräume einräumen, Bedarfsanmeldungen vorzunehmen, die die Kostensteigerungender Produktionswirtschaft berücksichtigt und innovative Programmideen erlaubt. EineAbsenkung des Rundfunkbeitrags wäre dagegen innovations- und beschäftigungsfeindlich.

Auch der Bundesverband Regie  und der Verband Deutscher Drehbuchautoren melden ihre Vorstellungen an. Sie reklamieren eine Evaluierung des Programmauftrags, der erreichten Qualität und der Mittel, die tatsächlich für das Programm aufgewendet werden. Bisherige Kostenanalysen haben fast ausschließlich das Einsparpotential im Bereich frei bewirtschaftbarer Programmmittel der Auftragsproduktion ausgelotet. „Erforderlich sind aber Einschnitte in das Kerngehäuse der Medien-Großkonzerne ARD und ZDF. Erhöht werden muss die Attraktivität des Programms – und nicht der Aufwand zum Erhalt des Überbaus“, heißt es in dem Schreiben der beiden Verbände.

Gesehen wird vor allem ein Ungleichgewicht in den Mittelansätzen für journalistische Berichterstattung, Sport und für fiktionale bzw. dokumentarische Langformate.  Dagegen habe die Auftragsproduktion (Serien, fiktionale TV- und Dokumentarfilme) seit Jahren mit Kürzungen zu kämpfen. Sie sei zum ‚Spar-Schwein‘ der Anstalten geworden. Ähnliches gelte für das materiell ohnehin geringe Engagement bei Kino-Co-Produktionen, wo der Beitrag insb. des ZDF seit Jahren sinkt.

Seit Jahren stagnieren die Honorare der Autoren und Regisseure. Während der Lohnindex des Statistischen Bundesamtes für 1998 – 2013 um 37 % und auch die Rundfunkgebühren in diesem Zeitraum um ca. 27 % gestiegen sind, blieben die Honorare für Autoren und Regisseure in etwa konstant. „Wenn sie im Einzelfall leicht steigen, dann haben die juristisch stets klugen Anstalten zur Kompensation erweiterte Nutzungsmöglichkeiten durchgesetzt. Buyout-Verträge mit Einmalvergütung greifen um sich“, monieren Regisseure und Autoren.  Ihr Appell an die Länderchefs lautet: „Belassen Sie den Anstalten einen Teil der Mehreinnahmen aus der Haushaltsabgabe zweckgebunden zur Investition in qualitätsvolle Programme und in die kreativ-künstlerische Infrastruktur. (4/13)

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