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Bund soll Digitalradio-Aufbau unterstützen

Bund soll Digitalradio-Aufbau unterstützen

Aus den Versteigerungserlösen der Digitalen Dividende sollen 10 Prozent für die Digitalisierung des Hörfunks verwendet werden. Das forderte Michael Richter, Vorstandsvorsitzender der Digital Radio Plattform, auf der IFA 2010 in Berlin. Die Bundesregierung soll demnach 440 Millionen Euro für die Hörfunkdigitalisierung zur Verfügung stellen.

Gleichzeitig sieht Richter weitere Akteure in der Pflicht. „Der Handel und die Industrie müssen jetzt schon auf die privaten Programmveranstalter hinzu gehen und gezielte Unterstützung beim Marketing in Aussicht stellen. Die Industrie sollte beispielsweise durch die gezielte Schaltung von Werbespots auf den neuen bundesweiten Programmen ihren Beitrag zur Digitalisierung des Hörfunks leisten.“

Dr. Gerd Bauer, Hörfunkbeauftragter der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), bestätigte positive Signale der Automobilindustrie im Vorfeld des für 2011 geplanten bundesweiten Neustarts von Digital Radio in Deutschland. Mehrere Autobauer hätten bereits signalisiert, sich am Marketing für Digital Radio zu beteiligen. Bauer wörtlich: „Die Digitalisierung des Hörfunks ist eine nationale Aufgabe, an der nicht jeder vor sich hinarbeiten kann. Daran muss sich auch die Industrie beteiligen und das wird auch von vielen Beteiligten schon so gesehen.“

Diese Bereitschaft der Autohersteller bekräftigte Johannes Trottberger, Geschäftsführer des Sendernetzbetreibers Bayern Digital Radio. „Von BMW und Audi wissen wir, dass sie sofort digitale Radiogeräte mit DAB+ einbauen könnten.“ Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zum nationalen Digital Radio vermutet er ein steigendes Interesse der Programmveranstalter auch auf regionaler Ebene. Für die Digital Radio-Multiplexe in Bayern vermeldete Trottberger: „Alle Kapazitäten sind derzeit besetzt und 2011 starten wir in Bayern mit einem zweiten landesweiten Netz im Kanal 11D.“

Dr. Chris Weck, Hauptabteilungsleiter Rundfunk- und Informationstechnik des Deutschlandradio, berichtete von den "bisherigen Verhandlungserfolgen zum nationalen Multiplex". Demnach wurden die ersten 27 Sendestandorte bereits festgelegt. Dass es einen Bedarf an neuen Radio-Frequenzen gibt, sieht er durch eine aktuelle Ausschreibung im Raum Berlin bestätigt. Auf zwei UKW-Sendeplätze haben sich dort 29 Bewerber gemeldet. Für den erfolgreichen Ausgang der Verhandlungen zum nationalen Multiplex kündigte Weck an: „Wenn die Verträge vorliegen, werden ARD und Deutschlandradio die beantragten Projektmittel von der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Medienanstalten) erhalten. Dann kann es sofort los gehen mit Digital Radio.“

Ralf Reynolds, Regional Director – Central Europe beim Endgerätehersteller Pure, appellierte an andere Hersteller, ihren Digitalradio-Vertrieb aufzubauen. „Wir erleben gerade, wie der Markt ins Rollen kommt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Fachhandel, Netzbetreiber und Programmveranstalter zu unterstützen.“ In Richtung Medienpolitik forderte Reynolds: „Wie in Großbritannien und der Schweiz so braucht auch die Industrie in Deutschland eine Roadmap zur Einführung von Digital Radio.“

In Deutschland ist für 2011 geplant, den ersten nationalen Digital Radio-Multiplex zu starten. Das Deutschlandradio ist mit drei Programmen für den nationalen Multiplex bereits gesetzt. Auf die bundesweite Ausschreibung der Landesmedienanstalten hatten sich sechs Radio-Veranstalter und Media Broadcast beworben. Am 3. August 2010 hat die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) dem Sendenetzbetreiber Media Broadcast und den Radiosendern mehr Zeit eingeräumt, um sich vertraglich über Sendekapazitäten zum nationalen Digital Radio zu einigen. Die Verhandlungen dauern derzeit an. Im Juni hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) der ARD und dem Deutschlandradio insgesamt 42 Millionen Euro für das Projekt „Digital Radio“ unter Auflagen bewilligt. Am Stichtag 21.9.2010 entscheidet die KEF, ob diese Auflagen erfüllt sind, damit die Digital Radio-Projektmittel an ARD und Deutschlandradio auch ausgegeben werden können. Eine der Auflagen ist, dass sich die privaten Programmanbieter mit dem Sendernetzbetreiber Media Broadcast vertraglich zum bundes weiten Multiplex einig werden. Experten bewerten die Freigabe der KEF-Projektmittel als grundlegende Voraussetzung für einen erfolgreichen Neustart von Digital Radio in Deutschland. (09/10)

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