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Niedrige TV-Werbeumsätze trotz Markterholung

Niedrige TV-Werbeumsätze trotz Markterholung

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) geht für das Gesamtjahr 2010 von einer leichten Markterholung und einem Wachstum der Werbe-, Pay-TV- und Teleshoppingumsätze im deutschen Markt im Vergleich zu 2009 aus. Insgesamt werden die Werbeumsätze aber weiter deutlich unter dem Niveau der Jahre 2007 und 2008 liegen.

Das ist das Ergebnis einer erstmalig durchgeführten Befragung im Mitgliederkreis der VPRT. Die befragten Experten des VPRT erwarten für den Gesamtmarkt 2010 ein Wachstum von circa 4 Prozent in der TV-Werbung (Netto-Werbeumsätze im privaten Fernsehen 2009: 3,39 Mrd. Euro, erwartet 2010: rund 3,52 Mrd. Euro) sowie ein Wachstum von rund 2,3 Prozent in der Radiowerbung (Netto-Werbeumsätze im privaten Radio 2009: 495 Mio. Euro, erwartet 2010: circa 506 Mio. Euro).

Für den Bereich der entgeltfinanzierten Pay-TV-Programme prognostiziert der VPRT auf Basis der Befragung für den Gesamtmarkt über alle Plattformen hinweg für 2010 ein Wachstum von circa 5,4 Prozent und für den Teleshoppingbereich einen Umsatzzuwachs um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtmarkt Pay-TV in Deutschland betrug nach einer Erhebung der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten 2009 1,1 Milliarden Euro, der des Teleshoppings1,5 Milliarden Euro.

VPRT-Präsident Jürgen Doetz nutze die Veröffentlichung des Umfrageergebnisses, um wieder gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Front zu machen und Wettbewerbsverzerrungen im dualen Rundfunksystem anzuprangern.

"Unsere Branche wird 2010 trotz der fortschreitenden Digitalisierung und wirtschaftlichen Erholung deutlich hinter ihren früheren Umsatzzahlen zurückbleiben. Auch wenn die konjunkturelle Krise überstanden scheint, bleiben die strukturellen Probleme im deutschen Medienmarkt bestehen. Sie liegen insbesondere in den in Deutschland einzigartigen Wettbewerbsverzerrungen durch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die 2009 über Erlöse aus Gebühren und anderen Einnahmen von rund 8,4 Milliarden Euro verfügten und den Markt für private Medienangebote damit deutlich begrenzen", erklärte er. Um die Innovationsfähigkeit privater Medienunternehmen auch in Zukunft zu erhalten, müsse die Politik faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und Wettbewerbsnachteile für die privaten Radio- und TV-Anbieter abbauen.

Doetz betonte, dass neben dem Wettbewerb mit den gebührenfinanzierten Anstalten ARD und ZDF für die privaten deutschen Anbieter der Wettbewerb mit den globalen Playern im Medien- und Werbemarkt eine immer größere Rolle spiele. Für eine Stärkung der deutschen überwiegend werbefinanzierten Medienangebote warnt der VPRT vor diesem Hintergrund vor weiteren Werbeverboten oder Einschränkungen, die eine fortgesetzt positive wirtschaftliche Entwicklung andernfalls in Frage stellen würden.

Für den Pay-TV-Markt erwartet der VPRT perspektivisch insbesondere durch die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundene Ausrüstung weiterer Haushalte mit Pay-TV-fähigen Endgeräten positive Impulse. Neben der bisher schleppenden Digitalisierung bleibt das größte Hemmnis auch für die weitere Entwicklung des Pay-TV-Marktes in Deutschland die übermäßige Anzahl der Programmangebote von ARD und ZDF. Für den Pay-TV-Markt wirke sich insbesondere die gebündelte Einkaufsmacht der gebührenfinanzierten Anstalten auf den internationalen Lizenzmärkten, beispielsweise im Wettbewerb um Sport-und Filmlizenzen, negativ aus, heißt es.

Eine weitere gemeinsame Sorge von Free- und Pay-TV-Anbietern ist der Schutz ihrer Inhalte vor unbefugter Nutzung durch Dritte. Ohne eine Verbesserung des Urheber- und Leistungsschutzrechts befürchten die privaten Anbieter einen zunehmenden Kontrollverlust über ihre eigenen Inhalte. (07/10)


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