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Produzenten begrüßen neues Filmförderungsgesetz

Produzenten begrüßen neues Filmförderungsgesetz

Die Produzentenallianz hat sich in diesen Tagen zu zwei wichtigen filmpolitischen Entscheidungen geäußert. Zufrieden ist sie damit, dass bei der aktuellen Verabschiedung des neuen Filmförderungsgesetzes (FFG) eine drohende Verschlechterung der Produktionsbedingungen bei Kinder- und Dokumentarfilmen verhindert werden konnte.

Zudem begrüßt die Allianz einen Brief der europäischen Kulturminister an Jimmy Deenihan, den Kultusminister Irlands, das derzeit die Ratspräsidentschaft innehat. Sie empfehlen bei den anstehenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und USA den Bereich Kultur, bzw. audiovisuelle Medien komplett heraus zu nehmen.

Der vom Kulturausschuss des Bundestags verabschiedete Text des neuen Filmförderungsgesetzes (FFG) sieht noch einige Änderungen vor, die von der Produzentenallianz und anderen Verbänden vorgetragene Forderungen aufgreifen. So wurde die geplante Kürzung der Aufstockung der Referenzpunkte von Dokumentar- und Kinderfilmen zurückgenommen und die Dauer, in der von diesen Filmen, die für eine Referenzförderung erforderlichen Zuschauerzahlen erreicht werden müssen, wurde auf drei Jahre verlängert. Nichtgewerbliche Filmeinsätze, die zu pauschalen Leihmieten erfolgen, werden wieder berücksichtigt.

Das weitergehende Anliegen der Produzentenallianz, bei der Darstellung der Eigenmittel auch die Lizenzerlöse und Minimum-Garantien einzubeziehen  sei hingegen nicht in den Förderungstext eingegangen, obschon eine solche Regelung einmal existierte. „Wir werden jedoch in diesem Punkt nicht locker lassen und uns bald erneut für dieses wichtige Ziel gerade der unabhängigen Produzenten einsetzen, weil es bei einer verkürzten Laufzeit des FFG bis Ende 2016 bleibt. Das Problem der Unterkapitalisierung der unabhängigen Produzenten muss zum Thema werden“, erklärt Maria Köpf, stellvertretende Vorsitzende der Sektion Kino, die für die Produzentenallianz an der Kulturausschuss-Anhörung teilgenommen hatte und gerade zu den jetzt geänderten Themen ausführlich befragt worden war.

Besagter Brief der EU-Kulturminister, u.a. auch vom deutschen Staatsminister Bernd Neumann (Foto) an den Kultusminister Irlands, das derzeit die Ratspräsidentschaft innehat, wird von den Produzenten sehr begrüßt, schließlich haben sich die filmwirtschaftlichen Verbände schon für eine kulturelle Ausnahme bei den anstehenden Verhandlungen um ein transatlantisches Freihandelsabkommen stark gemacht. Christoph E. Palmer, Vorsitzender der Produzentenallianz-Geschäftsführung erklärt, warum die kulturelle Aunahme für europäische Produzenten so eine wichtige Bedeutung hat: „Eine Aufgabe dieser Haltung und eine Einbeziehung der audiovisuellen Medien in das Verhandlungsmandat würde eine schwerwiegende Bedrohung für europäische Quotenregelungen und nationale Förderbestimmungen, die einen Schutz und eine Förderung gerade der strukturell schwachen europäischen Produktion bewirken sollen, darstellen. Gegenüber der weltweit starken amerikanischen Film- und TV-Industrie können wir bei einer Erstreckung des Verhandlungsmandats auch auf den Bereich der Kultur und der audiovisuellen Medien nur verlieren.“

Die Diskussion um die europäische so genannte „kulturelle Ausnahme“ in einem Handelsabkommen ist nicht neu. Diese Fragen hatten die Ministerien und Delegierten bereits bei den GATT-Verhandlungen intensiv beschäftigt. (5/13)

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