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RTL verabschiedet sich von DVB-T

RTL verabschiedet sich von DVB-T

RTL will aus Kostengründen und wegen mangelnder Planungssicherheit die eigenen Programme nicht mehr über das Antennenfernsehen DVB-T ausstrahlen. Die Landesmedienanstalten befürchten dadurch negative Effekte für andere Sender und die Zuschauer. Das wurde auf dem TKLM-Symposium am 17. Januar deutlich.

Die RTL-Entscheidung bedeutet, dass die größte private Sendergruppe bis Ende 2014 die terrestrische Verbreitung ihrer Programme einstellen und sie nur noch über Kabel, Satellit und IPTV verbreiten wird. Über DVB-T werden seit 2004 die öffentlich-rechtlichen Programme von ARD und ZDF nahezu flächendeckend, die Angebote von RTL, ProSiebenSat1 sowie von weiteren Privatsendern vor allem in den Ballungsgebieten ausgestrahlt.

Auf dem Symposium „Mobiles Fernsehen – Netze und Nutzen“ der Technischen Konferenz der Medienanstalten (TKLM) am 17. Januar auf dem TKLM-Symposium in Berlin warnte Dr. Jürgen Brautmeier (Foto), Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), vor negativen Effekten für andere Sender und die Zuschauer und vor einem möglichen „Schneeballeffekt“: „Um der Gefahr zu begegnen, dass die Terrestrik als TV-Verbreitungsweg wegbricht, muss nun mit Nachdruck an einem zukunfts- und marktfähigen System für die terrestrische Fernsehverbreitung gearbeitet werden. Optionen sind da, und die Medienanstalten sind bereit, ihren Beitrag zu einem Fortbestand der Terrestrik zu leisten, weil sie als Alternative zu Kabel und Satellit für die Verbreitung von Fernsehen in Deutschland insgesamt wichtig ist und beim Zuschauer vor allem bei Zweit- und Drittgeräten sehr gut angenommen ist“, erklärte Brautmeier.
 
Auf der Basis aktueller Zahlen zur Nutzung des Antennenfernsehens, insbesondere der mobilen Nutzung, kamen die unterschiedlichen Referenten zu dem Ergebnis, dass es auch künftig einen Bedarf an mobiler Nutzung von Bewegtbildern geben werde. Allerdings müsse dies nicht zwangsläufig über einen klassischen Rundfunkverbreitungsweg wie DVB-T erfolgen. Weder DVB-T noch die aktuellen Mobilfunkstandards seien gegenwärtig in der Lage, den zukünftigen Anforderungen an eine terrestrische Verbreitung von Rundfunk und die Gewährleistung mobiler Kommunikation zu genügen.
 
Die Vorträge und Diskussionen kamen zu dem Ergebnis, dass mittel- bis langfristig auf ein Zusammenwachsen von Mobilfunk- und Rundfunktechnologien gesetzt werden müsse. Es sei ein großer Gestaltungsdruck vorhanden, mit Nachdruck zu untersuchen, welche der möglichen Technologieoptionen aus ökonomischer, programmlicher und nutzerbezogenen Perspektive erfolgversprechend ist. Solange die Evaluierung der verschiedenen Ansätze nicht abgeschlossen sei, müsse von einer vorschnellen Neuverteilung des derzeit genutzten Frequenzspektrums abgesehen werden.
 
Martin Deitenbeck, Vorsitzender der Technischen Konferenz, brachte den Willen aller Beteiligten auf die Formel, dass die Zukunft der drahtlosen TV-Verbreitung die drahtlose Verbreitung von Inhalten bleibe. „Jetzt endlich sind offenbar alle Marktbeteiligten bereit, ihren Beitrag zu einer hybriden und dynamischen Lösung bei der terrestrischen Verbreitung von TV- und Bewegtbildangeboten zu leisten. Dabei spielen nicht nur technische und ökonomische Aspekte eine Rolle, auch die gesellschaftspolitische Dimension darf nicht vergessen werden.“ (1/13)


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