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US-Mediengewerkschaft SAG-AFTRA will Trump loswerden

US-Mediengewerkschaft SAG-AFTRA will Trump loswerden

Die US-Mediengewerkschaft SAG-AFTRA will ihr Mitglied Donald Trump loswerden. Dazu ist eine Disziplinaranhörung nötig. Diese ordnete der nationale SAG-AFTRA-Vorstand in einer Sondersitzung am 19. Januar 2021 an. Dem Ex-US-Präsidenten werden grobe Verstöße gegen die Satzung der Organisation vorgeworfen.

Die SAG-AFTRA vertritt etwa 160.000 Schauspieler, Ansager, Rundfunkjournalisten, Tänzer, DJs, Nachrichtenredakteure, Programmmoderatoren, Puppenspieler, Tonkünstler, Sänger, Stuntkünstler, Synchronsprecher und andere Unterhaltungs- und Medienschaffende. SAG-AFTRA vertritt Tausende von Rundfunkjournalisten im ganzen Land, die über über eine massive Zunahme an Einschüchterungen und körperliche Übergriffe während Trumps Präsidentschaft berichten. Erstaunlicht ist, dass die Gewerkschaft erst am Ende der Trump-Präsidentschaft disziplinarisch aktiv wird. Das hat auch wohl mehr symbolischen Charakter. Dass Trump sich dem Disziplinarausschuss stellt ist sehr unwahrscheinlich.

Der SAG-AFTRA-Vorstand handelte aufgrund von Anschuldigungen, die vom nationalen Geschäftsführer David White auf Antrag von Präsidentin Gabrielle Carteris erhoben wurden. Die Anklagen beziehen sich insbesondere auf Trumps Rolle bei der Anstiftung zum Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar und bei der Unterstützung einer rücksichtslosen Kampagne von Fehlinformationen, die darauf abzielt, die Sicherheit von Journalisten, von denen viele SAG-AFTRA-Mitglieder sind, zu diskreditieren und letztendlich zu gefährden. Die Anklage fordert die Verhängung der schwersten Strafe, die der SAG-AFTRA zur Verfügung steht: den Ausschluss aus der Mitgliedschaft.

"Donald Trump hat die Werte angegriffen, die dieser Gewerkschaft am heiligsten sind - Demokratie, Wahrheit, Respekt für unsere amerikanischen Mitbürger aller Rassen und Glaubensrichtungen und die Unantastbarkeit der freien Presse", sagte Carteris. "Es gibt eine gerade Linie von seiner mutwilligen Missachtung der Wahrheit zu den Angriffen auf Journalisten, die von seinen Anhängern verübt werden."

"Unsere wichtigste Aufgabe als Gewerkschaft ist der Schutz unserer Mitglieder. Die bedauerliche Wahrheit ist, dass die Worte und Handlungen dieses Individuums in den letzten vier Jahren unseren Rundfunkjournalisten-Mitgliedern tatsächlich Schaden zugefügt haben", sagte David White, Nationaler Exekutivdirektor von SAG-AFTRA. "Die Resolution des Vorstands richtet sich gegen diesen Versuch, die Pressefreiheit zu untergraben, und bekräftigt die Prinzipien, auf denen unsere demokratische Gesellschaft ruht und für deren Schutz und Erhalt wir alle arbeiten müssen."

In Übereinstimmung mit dem Bundesarbeitsrecht und der SAG-AFTRA-Satzung können Disziplinarmaßnahmen nur ergriffen werden, wenn das beschuldigte Mitglied nach einer Anhörung vor dem Disziplinarausschuss für schuldig befunden wird. Die Mitglieder des Disziplinarausschusses haben nicht an der verfassungsmäßig vorgeschriebenen Prüfung des wahrscheinlichen Grundes durch den nationalen Vorstand teilgenommen. Als anklagende Parteien werden weder Carteris noch White irgendeine Rolle bei der Entscheidungsfindung in dieser Disziplinarangelegenheit übernehmen.

Sollte der Disziplinarausschuß für schuldig befinden, sind mögliche Strafen ein Verweis, ein Tadel, eine Geldstrafe, die Suspendierung von den Rechten und Privilegien der Mitgliedschaft oder der Ausschluss aus der SAG-AFTRA. 

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