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Volker Herres verteidigt ARD-Programmreform

Volker Herres verteidigt ARD-Programmreform

Die ARD sei nicht gewillt, aus einem nationalen Vollprogramm ein Nischenprogramm zu machen, sagte ARD-Programmdirektor während eines Streitgesprächs zum Thema "Mehr Talks – weniger Information?" am 08. Februar 2011 in Marl. "Die Aufgabe der ARD ist es, den ewigen, angeblichen Widerspruch zwischen Qualität und Quote aufzulösen. Unsere Aufgabe ist es, Qualität und Quote in Einklang zu bringen", erklärte er.

Hans-Jürgen Jakobs, Ressortleiter Wirtschaft der Süddeutschen Zeitung, kritisierte die Entscheidung der ARD, an fünf aufeinander folgenden Tagen Talkshow-Formate zu senden und dafür den festen Sendeplatz für Dokumentationen am Montagabend aufzugeben: "Ich halte das für ein gewagtes Unterfangen und wage die Prognose, dass dieses Modell keine zwei Jahre überdauern wird." Jakobs wünscht sich von der ARD mehr Kreativität, als derartige "Stuhlkreise" zu organisieren, die keinen wirklichen Erkenntnisgewinn für den Zuschauer brächten: "Die ARD soll anders sein." Und das müsse bedeuten, nicht auf jedem Sendeplatz Marktanteilsoptimierung zu betreiben.

Herres resümiert aus der am 8. Februar vorgestellten Repräsentativerhebung "ARD Trend", "dass wir sehr anders sind". Das Erste sei für die Zuschauer das wichtigste und unverzichtbarste Programm, und die Gesellschaft nicht arm an Themen, über die es in Gesprächssendungen zu diskutieren gelte. Die Dokumentationen bekämen auch in Zukunft weiter gute Sendeplätze und würden von dem Druck befreit, gegen die private Konkurrenz konkurrieren zu müssen.

ARD-Programmdirektor Herres teilte die Einschätzung von Jakobs, dass den ARD-Programmen und insbesondere dem Ersten die Akzeptanz bei den Jüngeren fehle. SZ-Journalist Jakobs vermisst besonders eine gezieltere Förderung von talentiertem Nachwuchs: "Warum holen Sie Günther Jauch und geben Steffen Hallaschka keine Chance?" Herres verwies hierbei auch auf die Verantwortung der Dritten: "Aus den Landesrundfunkanstalten muss etwas kommen."

Das Streitgespräch fand im Anschluss an die 20. Bert-Donnepp-Preisverleihung während des "Bergfestes" der Jury-Woche im Grimme-Institut statt. Der Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises hatte zuvor den mit 5.000 Euro dotierten Bert-Donnepp-Preis an die beiden Medienjournalisten Diemut Roether und Michael Ridder verliehen. Diemut Roether leitet die Fachkorrespondenz epd medien, Michael Ridder ist Redakteur dieser vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (Frankfurt) herausgegebenen Publikation. (02/11)

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