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DAB+ mit bis zu 34 Prozent Wachstum

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DAB+ mit bis zu 34 Prozent Wachstum

DAB+ hat in diesem Jahr wesentliche Meilensteine erreicht. Die Digitalradiopflicht für Neuwagen und stationäre Radiogeräte mit Display ab Ende 2020 leistet einen wichtigen Beitrag für den Verbraucherschutz von Hörerinnen und Hörern. Auch die Zahlen des Digitalisierungsberichts der Medienanstalten belegen die Erfolge bei der Digitalisierung des Hörfunks: DAB+ wächst in diversen Segmenten um bis zu 34 Prozent.

Zusammen mit der kontinuierlich größer werdenden Programmvielfalt mit über 260 regional unterschiedlichen und 65 exklusiven DAB+ Programmen sowie weiteren geplanten Angebotserweiterungen senden diese Entwicklungen ein eindeutiges Signal: DAB+ ist der verlässliche terrestrisch-digitale Verbreitungsweg.

Bund und Länder beschließen Digitalradiopflicht in Empfangsgeräten

Im November hat der Bundesrat das sechste Gesetz zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes gebilligt: Ab dem 21. Dezember 2020 müssen Radios in Neuwagen den Empfang und die Wiedergabe von digital-terrestrischem Radio, also DAB+, ermöglichen. Auch für stationäre Radiogeräte mit Display gilt künftig die Digitalradiopflicht. Der Bundestag hatte den Gesetzesentwurf zuvor im Oktober angenommen. Mit der Entscheidung von Bund und Ländern setzt die deutsche Legislative EU-Regelungen zur Interoperabilität beim Radio-Empfang in nationales Recht um. In Frankreich und Italien sind vergleichbare Bestimmungen bereits in Kraft.

Medienanstalten: Dynamischste Steigerung seit Erhebungsbeginn

Laut dem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten stieg die Anzahl der deutschen Haushalte mit DAB+ von durchschnittlich 17 Prozent in 2018 auf 22,7 Prozent in 2019. Das entspricht einer relativen Zunahme von 34 Prozent. Auch für andere untersuchte Marktsegmente (Zugang, Geräteabsatz) attestiert die gemeinsame Studie der Medienanstalten unter Beteiligung von ARD, Deutschlandradio und Media Broadcast dem digitalen Antennenradio mehrheitlich zweistellige Zuwachsraten. 

In weit über 9 Mio. Haushalten steht mindestens ein DAB+ Gerät. Das sind über 2 Mio. mehr als 2018. Die Anzahl der Personen mit einem Zugang zu DAB+ erhöht sich von 12,7 Mio. in 2018 auf fast 17 Mio. in 2019. Das sind 4,1 Mio. mehr als im Vorjahr und entspricht fast einem Viertel der Bevölkerung ab 14 Jahren. Damit liegt DAB+ an der Spitze des Zuwachses vor anderen Empfangswegen.

Während die Abverkäufe von UKW Radiogeräten seit Jahren sinken, erreichen die Verkäufe für DAB+ Empfänger neue Bestmarken: Die Gesamtzahl der DAB+ Geräte liegt inzwischen bei 14,6 Mio. Das sind 2,8 Mio. mehr als 2018, was einer relativen Steigerung von 24 Prozent entspricht.

Besonders erfreulich ist die Marktdurchdringung bei DAB+ Autoradios. Fast die Hälfte aller Neuwagen rollen inzwischen mit DAB+ Radio vom Band, Tendenz weiter steigend. Die Zahl der Autoradios mit DAB+ Empfang wuchs um rund 2,2 Mio. von 4,41 Mio. in 2018 auf 6,6 Mio. in 2019. Diese außergewöhnlichen Steigerungen sind die dynamischsten seit Beginn der Erhebungen von vor sechs Jahren.

Weltweit wurden bereits 82 Millionen DAB+ Radios für Autos und den Heimgebrauch verkauft. Das ist ein Zuwachs von 11 Millionen im Vergleich zu 2018.

Regionale Vielfalt wächst, nationales Netz weiter im Ausbau

Die Vielfalt über DAB+ wächst bundesweit. In Süd- und Ostdeutschland ist sie zuletzt besonders stark gestiegen. In Bayern senden inzwischen fast alle Regional- und Lokalradios auch über DAB+; in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg gibt es 70 Programmangebote. In gut der Hälfte der Republik sind inzwischen durchschnittlich zwischen 30 und 50 regionale Programme verfügbar, in Ballungsräumen deutlich mehr. Dort, wo Landesmedienanstalten die DAB+ Übertragung aktiv fördern, gibt es eine besonders breite Programmvielfalt privater Sender, darunter viele innovative Angebote, die nur über DAB+ ausgestrahlt werden. In Hessen zum Beispiel sendet mit JOKE.FM das erste deutsche Comedy-Radio sein Programm landesweit über DAB+. Beim MDR feierte das digitale Kinder- und Jugendradio TWEENS seinen ersten Geburtstag. Mit Radio Arabica ist in Berlin das erste arabischsprachige DAB+ Programm auf Sendung.

Im bundesweiten Multiplex mit seinen in ganz Deutschland verfügbaren Programmen haben in diesem Jahr 13 weitere Sendeanlagen den Betrieb aufgenommen. Die Zahl der Standorte steigt hier auf 137. Die Gesamtverfügbarkeit von DAB+ in Deutschland entspricht 98 Prozent der Fläche, addiert man alle Sendeanlagen der öffentlich-rechtlichen und privaten Anbieter.

Deutschlandradio stellt in weiteren Regionen auf digitale Verbreitung um

Der nationale Hörfunk hat im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie weitere Schritte unternommen. Nach Mittenwald und Helgoland im letzten Jahr, wurde im Sommer in den bisherigen UKW-Verbreitungsgebieten Amberg, Füssen und Kempten auf digitale Hörfunkverbreitung mit DAB+ umgestellt. In diesen drei Regionen sind Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova jetzt digital über Antenne zusammen mit dem kompletten Programmangebot im bundesweiten DAB+ Multiplex verfügbar. 

Crossmediales Marketing

Im gemeinsamen Schulterschluss werben die Mitglieder des Vereins Digitalradio Deutschland, also ARD, Deutschlandradio, Privatsender, Hersteller und der Handel dreimal im Jahr crossmedial gemeinsam für DAB+: im Frühjahr, vor der IFA im September und zum Weihnachtsgeschäft. Ergänzt und unterstützt werden diese Maßnahmen durch unterjährige Aktionen direkt am PoS. In ca. 3.300 Märkten in ganz Deutschland schulen DAB+ Experten Verkäufer des Elektrohandels zum Thema digitaler Rundfunkstandard.

DAB+ in Europa auf Erfolgskurs

Immer mehr Menschen in ganz Europa entscheiden sich für den digital-terrestrischen Rundfunk. In etablierten Märkten wie in Großbritannien, der Schweiz oder auch Südtirol hört die Mehrheit der Bevölkerung bereits jetzt digitales Radio. Eine komplette Umstellung, wie sie Ende 2017 in Norwegen vollzogen wurde, wird in diesen Ländern immer wahrscheinlicher.

In den Benelux-Staaten, aber auch in Frankreich und Italien, wird der Ausbau der jeweiligen regionalen und nationalen Sendernetze weiter vorangetrieben, um Versorgungslücken zu schließen.

In Österreich hat 2019 der erste private Multiplex mit elf Programmen für ganz Österreich seinen Sendebetrieb aufgenommen. Innerhalb der nächsten Jahre sollen zunächst die Landeshauptstädte und wichtige Verkehrswege versorgt werden. Geplant ist eine Gesamtabdeckung von rund 85 Prozent der österreichischen Bevölkerung.

In Polen und Tschechien hat der Auf- und Ausbau der Sendernetze 2019 große Fortschritte gemacht. Der polnische Landesrat für Rundfunk und Fernsehen (KRRiT) hat 16 neue DAB+-Konzessionen erteilt und 32 vorhandene Konzessionen erweitert. In Warschau konnte unterdessen der erste private Großstadt-Multiplex mit dem Sendebetrieb starten. Der Betreiber BCAST plant mit weiteren Sendern in Breslau und Danzig.

Hörerinnen und Hörer in Tschechien können seit November das landesweite DAB+ Angebot empfangen. Dafür hat die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ČRo sieben neue Sendestandorte aufgeschaltet. Der Ausbau soll 2020 fortgesetzt werden, um die Versorgung von jetzt 80 Prozent auf insgesamt 95 Prozent auszuweiten. In regionalisierten Multiplexen für den Westen bzw. den Osten des Landes sind vier nationale und bis zu sechs regionale Programme empfangbar. (12/19)

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