Mebucom / News / Radio / Der „zweite Bundesmux“ kann kommen
Der „zweite Bundesmux“ kann kommen

News: Radio

Der „zweite Bundesmux“ kann kommen

Der Weg frei für das zweite bundesweite DAB+ Programmpaket mit 16 Sendern. Voraussetzung dafür war die Beilegung eines Rechtsstreit zwischen der Digital Audio Broadcasting Plattform GmbH (DABP) und der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM). Dafür sorgte jetzt eine außergerichtliche Einigung.

Der zweite Bundesmux soll im vorläufigen Endausbau von rund 70 Sendeanlagen in Ballungsräumen verbreitet werden. Für den Heimempfang soll das Netz damit über zwei Drittel der Bevölkerung Deutschlands erreichen, die Autobahnen werden fast vollständig abgedeckt. Damit sollen die bis zu 16 nationalen Programme in allen Ballungsräumen und entlang wichtiger Verkehrswege zu hören sein.

Vom größeren Programmangebot profitieren vor allem Hörer in Bundesländern, in denen die Medienpolitik noch mit der Ausschreibung regionaler Kapazitäten zögert, beispielsweise in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Mecklenburg-Vorpommern. Schon heute können Radiohörer hier die 13 Programme des ersten nationalen Multiplex – Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk Nova und neun Privatradios – sowie Hörfunkprogramme der entsprechenden ARD-Landesrundfunkanstalten empfangen, darunter auch viele neue Programme, die es auf UKW nicht gibt. Zusammen mit den zusätzlichen bis zu 16 Privatradios im zweiten Bundesmux können dann fast überall in Deutschland mindestens 35 Radioprogramme mit jedem handelsüblichen DAB+ Radio gehört werden. Dort, wo das Angebot bereits um regionale Programme ergänzt wird, sind künftig bis zu 90 Radioprogramme über DAB+ verfügbar.

Im zweite Bundesmux wird voraussichtlich der Veranstalter Absolut Radio vertreten sein, der seine bereits im Internet verbreiteten Programme Absolut Bella (Schlager/Italo Hits), Absolut Oldie Classics und Absolut Music XL (Album Pop/Rock) ausstrahlen will. Weitere Veranstalter sollen das Angebot im zweiten Bundesmux unter anderem mit Programmen, die bisher nur regional auf UKW und DAB+ ausgestrahlt werden, ergänzen. DAB+ Radios gibt es ab ca. 30 Euro im Handel. 

Hintergrund zum zweiten Bundesmux

Schon Ende 2016 hatte die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten den Weg zur Ausschreibung für die nationale DAB+ Bedeckung frei gemacht. Als Ergebnis der Ausschreibung sind vier Bewerbungen von interessierten Plattform­anbietern bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die als zuständige Landesmedien­anstalt bestimmt wurde, eingegangen. Von diesen hatten sich später Absolut Radio und Media Broadcast zum Konsortium Antenne Deutschland GmbH zusammengeschlossen.

Im Jahr 2017 hatte die SLM diesem Unternehmen die Übertragungskapazitäten für die bundesweite terrestrische Verbreitung zugewiesen. Gleichzeitig lehnte sie den um diese Kapazitäten konkurrierenden Antrag der DABP um Investor und Initiator Steffen Göpel ab. Gegen diese Zuweisungsentscheidung erhob die DABP im Dezember 2017 Klage beim Verwaltungsgericht Leipzig. Das Gericht gab der Klage der DABP mit Urteil vom Mai 2019 teilweise statt. Die SLM legte daraufhin im September 2019 Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht ein, die aufgrund übereinstimmender Anträge der Parteien zugelassen worden war.

Die nunmehr erreichte außergerichtliche Einigung beendet laut SLM eine der bedeutendsten Rechtsstreitigkeiten der deutschen Medienlandschaft der jüngeren Geschichte und macht den Weg für die zusätzlichen bis zu 16 nationalen Radioprogramme frei. (2/20)

Zurück