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Frontier Silicon rettet DAB+ Vertrag

Das drohende Scheitern der bundesweiten Digital-Radio-Einführung ist offensichtlich abgewendet. Der britische Halbleiter-Hersteller Frontier Silicon Ltd. bringt mit einer Finanzspritze Bewegung die festgefahrenen Verhandlungen zwischen Netzbetreiber MEDIA BROADCAST und DAB+ Programmanbietern. Die Vertragsunterzeichnung ist für den 13. Dezember im Bundeswirtschaftsministerium geplant.

Monatelang hatten sich MEDIA BROADCAST und die private DAB+ Programmanbieter über die Verbreitungskosten der bundesweit geplanten DAB+ Angebote gestritten.
MEDIA BROADCAST zeigte nach Ansicht der Sender hier wenig Entgegenkommen. Um ihre Finanzierungslücken zu schließen, hatten sich die Privatradios zuletzt verstärkt um Unterstützung durch Digital-Radio-Technologieanbieter bemüht – mit Erfolg wie sich nun zeigt. Frontier Silicon Ltd., Halbleiter-Hersteller und weltweiter Anbieter von Digital-Radio-Empfängern und Mobile-TV-Geräten, gewährt Schützenhilfe.
Mit den in der Digital Radio Deutschland GmbH i.G. zusammengeschlossenen sechs DAB + Privatradios unterzeichnete das britische Unternehmen eine entsprechende Absichtserklärung (letter of intent). Sie betrifft einen vierjährigen Werbevertrag zwischen den Partnern. Dass heißt, die Radios machen in der Zeit Reklame für Frontier Silicon und erhalten dafür Barmittel, um die Services von MEDIA BROADCAST bezahlen zu können.
Ähnliche Kooperationen sollen mit weiteren Herstellern getroffen werden.

Die Vertragsunterzeichnung zwischen MEDIA BROADCAST und den Privatradios gilt als ein ganz wichtiger Schritt zur Digitalisierung des Hörfunks in Deutschland.
Schließlich hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (KEF) damit gedroht, die Digital Radio-Finanzierung der ARD-Anstalten zu unterbinden, sollte bis Mitte Dezember kein Vertrag zur bundesweiten Digital-Radio-Verbreitung zu Stande kommen. Das würde wohl auch das Aus für das Digital Radio in den Ländern bedeuten.

Nun aber scheinen die letzten Hürden genommen. Das bundesweite DAB+ Multiplex könnte im Herbst 2011 in Betrieb genommen werden. Das wäre der Startschuß zum ersten kommerziellen bundesweiten Radioservice.



„Der Start des nationalen DAB+ Angebots ist für Deutschland ein besonderes historisches Ereignis und zugleich die Bestätigung, dass DAB der Digital Radio Standard mit der höchsten Akzeptanz bleibt“, betonte Frontier Silicon-Geschäftsführer Anthony Sethill. „Wir sind begeistert davon, dass wir den Start dieses innovativen Services unterstützen können.“
Helmut G. Bauer, Verhandlungsführer der DAB+ Privatradios meinte: “Wir gehen davon aus, dass wir 2011 DAB+ erfolgreich in Deutschland starten können. Und es ist natürlich klar, dass Frontier Silicon großen Anteil am Erfolg unseres Unternehmens hat. Das Frontier Silicon Engagement ist von zentraler Bedeutung für den Digital Radio Aufbau in Deutschland, einem der größten Märkte für Unterhaltungselektronik in Europa.“

MEDIA BROADCAST Geschäftsführer Helmut Egenbauer erklärte: „Wir haben Frontier Silicon den Privatradios vorgestellt und sehen nun mit Freude, dass deren Gespräche in einer so wichtigen Zusage für den Start von DAB+ Radiodiensten münden. Das ist ein Beweis dafür, dass alle Parteien zusammen arbeiten, um den erfolgreichen Start von DAB+ in Deutschland zu gewährleisten.“

Die bundesweiten DAB+ Services sollen von Deutschlandradio und den privaten Sendern Walt Disney, NRJ Germany, REGIOCAST DIGITAL, Neue Welle (Teil der Oschmann Gruppe), LoungeFM und ERF Evangeliums Rundfunk realisiert werden.
Insgesamt sind drei Deutschlandradio-Programme und acht kommerzielle Programme geplant. (12/10)

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