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Angelika Hörth

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BMBF-Forschungsgeld für Babelsberger dwerft

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will das neue Babelsberger Bündnis „dwerft – linked metadata for media“ bei der Erforschung und Entwicklung neuer Medientechnologien mit knapp 4 Mio. Euro aus dem Programm „Innovative Regionale Wachstumskerne PLUS“ fördern. Das empfahl ein BMBF-Expertengremium am 14.Februar 2018.

Knapp 9 Mio. Euro werden in den kommenden drei Jahren am Medienstandort Babelsberg in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit neuer Produkte im digitalen Zeitalter investiert. Innovative Medientechnologien für die Bereiche Vorproduktion, Produktion, Postproduktion, Archiv, Redaktion, Distribution und Infrastruktur entwickeln die sechs Firmen und Institutionen, die sich unter dem Namen dwerft linked metadata for media zusammengeschlossen haben. Von den 7,8 Mio. Euro Forschungsgeldern wird die Hälfte durch das BMBF bereitgestellt – so die Empfehlung des Gutachtergremiums im BMBF am 14.Februar 2018.

Weitere 5,1 Mio. Euro investieren die Bündnispartner selbst. Das Konsortium nutzt dabei die Ergebnisse des 2017 erfolgreich abgeschlossenen ersten dwerft-Forschungsprojektes, erweitert den Fokus der Technologieentwicklung aber deutlich auf die Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette einer Bewegtbildproduktion für die Multi-Plattform-Distribution.

Die Digitalisierung hat das Geschäft mit Bewegtbildinhalten massiv verändert. Nachdem die Herstellung von Bewegtbild inzwischen vollständig digital vonstattengeht, hat sich den Produzenten in einer zweiten Digitalisierungswelle eine immense Anzahl neuer Distributionskanäle, wie Mediatheken, VoD-Plattformen (iTunes, Netflix, Amazon Video) aber auch Soziale Plattformen wie Facebook und YouTube eröffnet. Eine erfolgreiche Distribution in dieser diversifizierten Multi-Plattform-Welt ist heute die zentrale technische Herausforderung für Inhalteanbieter. Das Bündnis dwerft linked metadata for media adressiert mit seinen Forschungsvorhaben eben diese Herausforderungen mit unterschiedlichsten innovativen MediaTech-Lösungen.

Die unternehmerische Vision des Bündnisses dwerft linked metadata for media ist die Bereitstellung von Lösungen für die Nutzung vernetzter Produktionsmetadaten. In sechs Teilprojekten erforschen und entwickeln die Medienunternehmen (Deutsches Rundfunkarchiv, filmwerte GmbH, transfermedia production services GmbH, Interlake Media GmbH und Rotor Film Frühmorgen & Lehmann OHG, Institut für Rundfunktechnik GmbH) verschiedenste Tools und Technologien für die digitale Multi-Plattform-Distribution, so Algorithmen aus dem Bereich „Künstliche Intelligenz“ ebenso wie die Blockchain für Abrechnungssysteme, innovative Untertiteltechnologien, Media Cloud Workflows und Lösungen für filebasierte Produktion, Archivierung und Distribution von Bewegtbildinhalten für das digitale mediale Ökosystem.

Der ganzheitliche und vernetzte Ansatz adressiert die gesamte Wertschöpfungskette der Medienwirtschaft und schließt so eine Reihe von digitalen Lücken zwischen den derzeitigen Softwarelösungen der einzelnen Produktionsgewerke. Die gemeinsame Kernkompetenz ist die zu entwickelnde Technologieplattform Linked Media Data Cloud. Diese semantisch optimierte Metadaten Cloud sowie die daran angeschlossenen Datenspeicher werden als Open Source Projekt angelegt und stehen somit der gesamten Medienwelt offen.

Wir sind sehr glücklich darüber, dass das BMBF-Expertengremium von unserer Vision einer Linked Media Data Cloud ebenso überzeugt ist, wie unser Forschungsbündnis. Metadaten gewinnen immer mehr an Bedeutung in jedem einzelnen Prozess der Bewegtbildproduktion, von der ersten Skriptversion bis hin zur Verwertung des Films im TV oder auf einer digitalen Plattform. Diese Metadaten sicher und verlustfrei in einer Cloud zu sammeln, effizient durchsuchen und in unterschiedlichen Darstellungsweisen aufbereiten zu können, ist Vision des Forschungsbündnisses dwerft linked metadata for media. Potsdam als bundesweit einziges Digital Hub für Medien bekommt so eine weitere zentrale Forschungsperspektive für die kommenden Jahre“, sagt Angelika Hörth, dwerft-Sprecherin und Geschäftsleiterin des Deutschen Rundfunkarchivs.

Der offizielle Projektstart wird voraussichtlich im November 2018 sein. (2/2018)

Foto: Angelika Hörth, Geschäftsleiterin des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA), © DRA

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