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Constantin kurbelt Serienproduktion an

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Constantin kurbelt Serienproduktion an

Die Constantin will verstärkt in die Produktion von TV-Serien investieren und sieht da noch eine Lücke im Markt, wie Constantin Vorstandschef Martin Moszkowicz in einem Interview mit der Südddeutschen Zeitung erklärte.

„Wir machen viel mehr Fernsehen als in der Vergangenheit, und es wird noch deutlich mehr werden, kündigte Moszkoewicz an. Unter anderem will Constantin im kommenden Jahr die Buchreihe „Chroniken der Unterwelt“ als Fernsehserie produzieren. Auch den Roman „Das Parfüm“ kann sich Moszkowicz als Serie vorstellen, der  außerdem zu den veränderten Sehgewohnheiten, der Menschen erklärte: „Er will vermehrt Inhalte überall und zu selbst gewählten Zeiten sehen. Das Gebot des Hochamts im Fernsehen um 20.15 Uhr gilt nicht mehr.“ Zudem gebe es neben den klassischen Sendern neue Plattformen wie Netflix und Amazon, Amerika allein habe mehr als 60 potenzielle Käufer für serielles Programm.

Zu den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland sagt Moszkowicz: „Ich wünsche mir, dass sie risikofreudiger und weniger oberflächlich quotenhörig wären. Wir haben bei den Sendern oft das Gefühl, dass die Angst größer ist als der Wunsch, etwas Besonderes zu machen. Etwas, um das Profil eines Senders in einer stark fragmentierten Medienlandschaft zu prägen. Ich glaube, die Zuschauer machen das mit.“ Moszkowicz sieht zudem eine Marktlücke für gute Serien in Deutschland: „Ich stelle mir eher die Frage, ob es genügend gute Autoren und Regisseure in diesem Land gibt, die auf einem hohen Niveau so etwas umsetzen können.“ Die Dichte an guten Kreativen bei uns sei verbesserungsfähig. Man habe angefangen, Writers Rooms nach US-Vorbild einzurichten, was schwierig sei, „weil deutsche Autoren lieber alleine an ihren Schreibtischen sitzen, und am Ende darf vielleicht mal jemand drüberlesen.“ Es sei sehr schwer, Teamarbeit zu etablieren, die ja ein Erfolgsgrund der amerikanischen Serien sei: „Bei uns ist es immer Kampf darum, welche Idee am Ende übrig bleibt, und es ist nicht immer die bessere.“ (10/14)

 

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