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BVR fordert faire Unterstützung für Kreative

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BVR fordert faire Unterstützung für Kreative

Der BVR kritisiert, dass trotz Coronavirius-Gefahr in Einzelfällen noch Film- und Serienproduktionen weitergeführt werden. Dabei sei hier der empfohlenen Mindestabstand nicht einzuhalten. Bis zu einem kompletten Drehverbot blieben daher die Filmsets als Virenschleudern bestehen. Zwar würden an manchen Filmstandorten keine Drehgenehmigungen im öffentlichen Raum erteilt, gedreht würde dann eben auf Privatgrund oder im Studio. Produzenten müssten in „lässigere“ Bundesländer wechseln, um ihre Verträge gegenüber Sendern und Kreativen zu erfüllen.
 
Der BVR fordert daher ein umfassendes Drehverbot für Spielfilme und Serien in allen Bundesländern.
Das Verbot sei überfällig, verhindere die weitere Ausbreitung der Epidemie und ermögliche, existenzsichernde Maßnahmen für alle Betroffenen einzuleiten. Der überwiegende Teil der Filmproduktionen tendiere zur Absage. Viele Produktionen seien schon in den April oder Mai verschoben, ohne jedoch die finanziellen Konsequenzen zu bedenken oder den Kreativen zumindest großzügige Kompensationsregelungen anzubieten.
 
Rechtswidrige Kündigungen oder verweigerte Vertragserfüllung – wenig Fairness.
 
Der BVR erklärt: "Corona Virus ist kein Fall der 'höheren Gewalt' – wie die höchst unterschiedlichen Reaktionen von Sendern und Produzenten zeigen. Drehverbote sind ausgeblieben. Statt sich an die mündlichen und schriftlichen Absprachen zu halten, versuchen es die Produzenten mit allerlei Ausflüchten. Mündliche Absprachen der Kreativen mit den Produzenten oder solche per E-Mail werden gerne als unverbindlich und 'wertlos' angesehen. Eine vereinbarte Vergütung ist grundsätzlich zu bezahlen, egal ob gedreht wird oder nicht. In der Krise werden schriftliche Verträge ohne klare Angabe von Gründen gekündigt. So hat die UFA zur Beendigung einer laufenden Produktion Kündigungen verschickt.
 
Produzenten sollen die Regelungen zur Kurzarbeit nutzen.
 
Weiterhin meint der BVR: "Richtig wäre ein Antrag auf Kurzarbeit gewesen und für die freien Mitarbeiter Entschädigungszahlungen. Völlig dreist erscheint die Berufung anderer Produzenten auf einen nicht unterschriebenen Vertrag, der aber dem Produzenten längst mit einer Unterschrift des Kreativen vorliegt. In einer Branche, in der die schriftlichen Verträge meist erst am Filmset zur Verfügung gestellt werden (oder erst gleich nach Drehende), meinen manche Produzenten wie Sender, mit den Kreativen nach Gutdünken 'Schlitten fahren' zu können. Ihr Verhalten begründen Produzenten z. B. damit, sie hätten nichts mehr vom Sender gehört und müssten von daher jetzt abbrechen. Richtiger hat es die Berliner AVE gemacht: Antrag auf Kurzarbeit bis zum geplanten Vertragsende und die Zusage zur Wiedereinstellung bei Projektfortsetzung."

Die Ankündigung der Sender, sich an den Kosten der Produktionsverschiebung mit 50 % des Budgets zu beteiligen, begrüßt der BVR, ebenso die Initiative der Bundesregierung zur Bereitstellung von Geldern. Doch es blieben wichtige Frage offen: Wie genau sollen diese Gelder verteilt und eingesetzt werden? Was davon kommt letztendlich bei den Kreativen an? Wie werden Kurzarbeitergeld oder vergleichbare Lösungen für Freiberufler (im Sinne von § 56 IfSG) zugunsten der Kreativen eingesetzt, oder müssen nun alle Kreativen ihre Produzenten verklagen, um über die Runden zu kommen? Welche Unterstützung geben die Arbeitsämter und die staatlichen Stellen?
 
Der BVR weist darauf hin, dass zusätzliche Mittel nicht nur im Auftragsproduktionsbereich benötigt werden, sondern auch im Bereich der Koproduktionen. Die Existenz der Kreativen sei in nie dagewesenem Ausmaß gefährdet.
 
Der BVR betont deshalb: "Momentan tun viele Produzenten zu wenig, um zu verhindern, dass die Kreativen in eine existenzgefährdende oder gar existenzvernichtende Situation gelangen. Die Kreativen können den Ausfall nicht mehr auffangen, haben, wie jeder andere auch, ihre Verpflichtungen zu erfüllen (Familie, Miete, Fixkosten etc.). Ansprüche auf Arbeitslosengeld sind in der Regel über den Winter längst verbraucht. Im Sinne des viel zitierten Schulterschlusses appellieren wir an alle Beteiligten, dass gebotene Drehverschiebungen nicht zu Lasten der Kreativen und Set-Mitarbeiter gehen dürfen."
 
Der Verband appelliert an die Regierungen in Bund und Ländern, Produzenten, Sender und Filmförderungen: "Lassen Sie nicht zu, dass die Existenz der Kreativen in nie dagewesenem Ausmaß gefährdet oder vernichtet wird. Das bei Produzenten bzw. Sendern liegende Produktions- und Betriebsrisiko darf nicht auf die Freiberufler und Angestellten abgewälzt werden. Stellen Sie stattdessen bitte unbedingt sicher, dass Ihre Hilfsmaßnahmen die Kreativen auch direkt erreichen."

Der BVR arbeitet nach eigenem Bekunden mit all seinen Initiativen und auch gemeinschaftlich mit anderen Verbänden daran, die Existenz der freiberuflichen Kreativen abzusichern. Dies beinhaltet Vorschläge zur Stundung von Beiträgen für die Krankenkasse und Rentenbeiträge bei der KSK, sei es durch direkte Zahlungen des Bundes für den Verdienstausfall, sei es mit Vorschlägen zur einer Anwendung der Entschädigungsregeln nach dem Infektionsschutzgesetz, was die Möglichkeit von Erstattungsansprüchen ermöglichen würde.  (3/20)

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